KI-Nutzer des Tages: Mario Voigt
Mario Voigt in schwerer See: Die Plagiatsaffäre (2,58 Prozent der Wörter in seiner Dissertationsschrift stehen dem Vernehmen nach unter Plagiatsverdacht) ist noch nicht ausgestanden – Voigt klagt gegen den Entzug des Doktortitels –, da gerät der Thüringer Ministerpräsident in seiner rasenden Fahrt schon wieder ins Schleudern. Erneut geht es um unsaubere Textproduktion: Ein paar Spürnasen haben (mit Unterstützung von KI) herausgefunden, dass der KI-Anteil in Wortmeldungen, die zuletzt unter Voigts Namen in die Weltgeschichte entlassen wurden, deutlich über – sagen wir mal – 2,58 Prozent liegt.
Eine Rede, die Voigt im Januar 2025 anlässlich des Gedenktages für die Opfer des deutschen Faschismus gehalten hat, ist dem Portal Frag den Staat zufolge »zu 100 Prozent KI-generiert«. Auch bei Voigts Trauerrede für Bernhard Vogel »schlägt das KI-Erkennungstool an« – da wäre sogar dem Verstorbenen das ständige Grinsen aus dem Gesicht gewichen. In einem Gastbeitrag für die FAZ vom August 2025 (KI-Anteil: mutmaßlich ebenfalls 100 Prozent) finden sich »Zitate« von Wissenschaftlern, die die KI offenbar erfunden hat. Am Mittwoch hat die Zeitung den Beitrag »depubliziert«. Am Donnerstag dann die schlimmste Demütigung: Die Bundestagspräsidentin schaltete sich mit den unsterblichen Worten »Es gibt eine Verantwortung, wenn man KI nutzt« in die Debatte ein. Vielleicht prüfen die Staatsidealisten von Frag den Staat mal, ob auch das Klöckner-Zeug KI-generiert ist.
Natürlich weiß jeder, dass der Unglücksrabe Voigt die KI nicht eigenhändig in Stellung gebracht hat. Seine abgestumpften Redenschreiber und Presseleute, die ihm den Schund auf den Tisch kippen, scheinen einfach Wert auf einen frühen Feierabend zu legen. Offenbar fand niemand sonderbar, dass das Pensum immer schon vor der Mittagspause geschafft war. Mario Voigt (ohne KI, 2024): »Der Fleißige darf nicht der Dumme sein.«
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