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06.06.2026
- → Inland
Was macht Private Equity so gefährlich?
Bei »Super Return« treffen sich Spekulanten und Fondsmanager, um die Allgemeinheit zu schröpfen, sagt Georg Bronn
Das Berliner Bündnis »No Super Return« mobilisiert, wie der Name verrät, gegen die Konferenz »Super Return«, die am Montag im Berliner Hotel Intercontinental beginnen und bis Donnerstag andauern soll. Was ist das für ein Treffen?
Auf der Konferenz treffen sich Vertreter von Fonds, Kapitalgesellschaften und Unternehmen. Laut Eigenwerbung ist es das »weltweit führende Event für Private Markets«. Da kommen rund 6.000 Managerinnen und Manager zusammen, die richtig viel Geld verwalten. Die vertretenen Fonds verwalten die Summe von mehr als 50 Billionen US-Dollar, in etwa so viel wie das Bruttoinlandsprodukt von der EU und den USA zusammen.
Die bleiben da unter sich.
Dafür sorgen schon die Preise von 8.000 Euro pro Ticket. Da treffen sich nur Leute, die das von ihnen verwaltete Geld anlegen möchten, mit anderen, die Anlagemöglichkeiten bieten. Es geht darum, sich zu vernetzen und auszutauschen, aber es werden auch konkret Verträge abgeschlossen.
Der Oberbegriff für das, was diese Branche macht, ist »Private Equity«. Warum hält das Bündnis diese Aktivitäten für so gefährlich?
Private-Equity-Firmen kaufen lebenswichtige Strukturen auf, zum Beispiel Wohnungen, Krankenhäuser, Pflegeheime. Aber es geht ihnen nicht darum, irgend etwas für die Menschen zu verbessern. Sie wollen nur auf Teufel komm raus Gewinn machen. Dazu werden Unternehmen umstrukturiert, Stellen abgebaut, Mitarbeiter entlassen und Steuern umgangen. Schulden, mit denen der Kauf von Unternehmen finanziert wird, müssen oft von diesem selbst abbezahlt werden. Den Investoren werden hohe Renditen versprochen – den Preis bezahlt die Allgemeinheit, etwa mit explodierenden Mieten und Versorgungslücken.
Die Politik setzt diesem Treiben offenbar keine Grenzen.
Im Gegenteil, sie sorgt für günstige Rahmenbedingungen. Es ist bezeichnend, dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche bei der Konferenz ist.
Das Bündnis kritisiert, dass Private-Equity-Firmen soziale Krisen und die Klimakatastrophe verstärken. Was ist damit gemeint?
Um ein ganz konkretes Beispiel zu geben: Das US-Unternehmen KKR, einer der weltweit größten Investoren und Vermögensverwalter, hat in seinem Energieportfolio zu zwei Dritteln Firmen, die mit fossilen Energieträgern Geld verdienen.
Wer hat sich in »No Super Return« zusammengeschlossen?
Mit dabei sind »Extinction Rebellion«, die »Neue Generation« – die Nachfolgebewegung der »Letzten Generation« –, das »Widerstandskollektiv«, außerdem »Ende Gelände Berlin«, die ATTAC-AG »Genug für alle«, »Scientist Rebellion« und das »Netzwerk Grundeinkommen«. Es gibt parallel zudem noch andere Bündnisse, die gegen »Super Return« protestieren.
Was planen Sie für die nächsten Tage?
An diesem Samstag geht es los mit einer Auftaktdemo und einem Trainingstag. Dabei wollen wir uns auch über Strategien austauschen, die wir dann an den folgenden Tagen anwenden wollen. Weiter geht es darum, dass sich die Bündnispartner sozusagen gegenseitig auf den neusten Stand bringen, was die wichtigsten Punkte bei unserem Protest sein sollen. Am Sonntag werben wir bei einer ADFC-Sternfahrt und einem Umweltfestival vor dem Brandenburger Tor für unser Anliegen.
Für Montag sind unter anderem eine Kundgebung und eine Mahnwache direkt vor dem Intercontinental geplant, für Dienstag ein Bühnenprogramm und Workshops. Am Mittwoch ist dann der wichtigste Programmpunkt: eine lange Tafel vor dem Hotel, die Essen für wenig Geld für sehr viele Menschen bietet, als Kontrapunkt zur »Super Return«. Am Donnerstag gibt es dann eine große Demo und die Abschlussparty.
Für welche Forderungen gehen Sie auf die Straße?
Auf der »Super Return« wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit über die Zukunft sehr vieler Menschen entschieden. Das betrifft uns alle. Darum fordern wir demokratische Mitbestimmung. Wo über unser Leben geredet wird, wollen wir mitreden. Die zweite Forderung ist Umverteilung, weil grundsätzlich viel zuviel Geld in den Händen von viel zu wenigen Menschen ist. Dazu gehört dann auch ein bedingungsloses Grundeinkommen. Und als drittes fordern wir von der »Super Return« und allen Teilnehmenden Einhaltungen der planetaren Grenzen. Unser Klima, unser Leben, unsere Versorgung dürfen kein Spielball von Profitinteressen sein.
Georg Bronn ist Sprecher des Berliner Bündnisses »No Super Return«
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