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Akute Wohnungsfrage
Keine Rendite mit der Miete
Während Politiker gebetsmühlenartig von »Entlastungen« reden, zeigt die neue Studie im Auftrag des Deutschen Mieterbundes vor allem eines: Für Millionen Menschen ist die Wohnungsfrage längst eine Existenzfrage. 42 Prozent aller Mieterhaushalte gehören zum unteren Einkommensdrittel, im Schnitt mit gerade einmal 1.417 Euro netto im Monat. Diese Haushalte zahlen fast die Hälfte ihres Einkommens für das Dach über dem Kopf. Die ärmsten zehn Prozent sogar 60 Prozent. Das ist kein »angespannter Markt«, das ist Verelendungspolitik von oben.
Rund 6,6 Millionen Mieterhaushalte gelten laut Studie als überlastet. Das Statistische Bundesamt versucht, diese Realität kleinzurechnen, indem es nur jene zählt, die mehr als 40 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen ausgeben. Doch auch wer 30 oder 35 Prozent seines Lohns an Vermieter abdrückt, spürt die Überlastung jeden Tag: beim Lebensmitteleinkauf, bei der Stromrechnung, beim Verzicht auf alles, was über das bloße Überleben hinausgeht. Die amtliche Statistik mag sich damit beruhigen – die Betroffenen nicht.
Besonders brutal trifft es jene, die umziehen müssen. Mietverträge ab 2020 sind im Schnitt 21 Prozent teurer. In Berlin liegen Neuvertragsmieten sogar 29 Prozent über den Bestandsmieten. In München 26, in Frankfurt am Main 25 Prozent. Die Folge: Menschen bleiben in zu kleinen, zu teuren, maroden Wohnungen, weil jeder Umzug den finanziellen Absturz bedeuten würde. Der Wohnungsmarkt ist nicht »eingefroren«, wie es die Studie vorsichtig formuliert – er ist ein System, das Menschen in ihrer Wohnarmut festhält.
Das »schwarz-rote« Bundeskabinett reagiert darauf mit Sperenzchen – wie einer schwachen Mietpreisbremse, die Mietwucher nicht bekämpft. Schlimmer noch: Der Sozialwohnungsbestand schrumpft seit Jahrzehnten. Der Mieterbund fordert bis 2030 einen Bestand von zwei Millionen Wohneinheiten. Notwendig wäre das längst – aber selbst diese Zahl bleibt weit hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück. Und: Solange private Konzerne und Fonds den Wohnungsmarkt dominieren, landet jede staatliche Förderung am Ende auf Konten der Renditejäger.
Die Wahrheit ist: Die Wohnungsfrage lässt sich nicht mit Appellen an die Bundesregierung lösen, sondern nur durch eine grundlegende Veränderung der Eigentumsverhältnisse. Bleibt Wohnen Ware, bleibt Armut Geschäftsmodell. Solange Vonovia und Co. Dividenden ausschütten, zahlen Mieter die Zeche. Die Zahlen der Studie sind der Beweis: Der Mietwohnungsmarkt versagt.
Was es braucht, ist nicht die x-te Reform der Mietpreisbremse. Es braucht einen Mietendeckel – bundesweit und dauerhaft. Ferner eine Ausweitung kommunalen und gemeinwirtschaftlichen Wohnraums. Und nicht zuletzt die Enteignung großer Immobilienkonzerne. Das ist kein Verbrechen, das ist soziale Notwehr. Millionen Mieter leben längst am Limit. Die Frage ist nicht, ob sich politisch Verantwortliche bewegen, sondern ob die Betroffenen sich organisieren: gegen Mietenwahnsinn, gegen Verdrängung.
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Reinhold Schramm aus Berlin 4. Juni 2026 um 09:32 UhrReichtum schafft Armut im Kapitalismus und Bourgeoissozialismus. Der private Reichtum der Bourgeoisie schafft Armut und soziale Ungleichheit. Auch Deutschland und Europa brauchen eine sozialrevolutionäre und gesellschaftspolitische Umwälzung im sozialökonomischen und ökologischen Interesse der großen Mehrheit der Bevölkerung. ► Die politischen Lobbyisten und Angehörigen der deutschen Bourgeoisie plündern die materielle Wertschöpfung der Mehrheit der eigentumslosen Erwerbsbevölkerung und Arbeiterklasse. 1. Laut der »Bundeszentrale für politische Bildung« hat die Bundesregierung in den vergangenen Jahren jährlich rund 50 Milliarden Euro für die Aufrüstung der Kriegsindustrien ausgegeben. Dazu kommt derzeit der 100-Milliarden-Euro-Nebenhaushalt für die Beschaffung von Kriegsgütern. Für die militärische Aufrüstung zur Kriegsführung gab Deutschland im Jahr 2025 rund 80 Milliarden Euro aus. Orientieren sich die politischen Lobbyisten an den Ausgaben der USA, so müssten die deutschen Rüstungsausgaben auf jährlich 150 bis 200 Milliarden Euro steigen. 2. Nach den Berechnungen des Bundeswirtschaftsministeriums »entfällt auf die oberen 10 Prozent der Bevölkerung mit rund 10,5 Billionen Euro ein Anteil von rund 61,2 Prozent am Gesamtvermögen.« Dies entspricht einer Verdopplung gegenüber den 5 Billionen Euro von 2011. 3. Laut »Deutschlandfunk« besitzen 5000 Personen und Familien im Jahr 2025 jeweils mehr als 100 Millionen US-Dollar an Kapital- und Privatvermögen. »Und auch Studien können nur teilweise Licht ins Dunkel bringen. Schließlich greifen sie lediglich auf freiwillige Befragungen zurück. Viele Deutsche am oberen Ende der Verteilungsskala sprechen jedoch nur ungern über ihren Reichtum.« 4. Das »Manager-Magazin-Ranking« vom 8. Oktober 2025: »Insgesamt gibt es aktuell 256 Milliardärinnen und Milliardäre in Deutschland. {…} Erstmals besitzt damit mehr als die Hälfte der 500 reichsten Deutschen ein Vermögen von 1000 Millionen Euro oder mehr.« 04.06.2026, R.S.
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Onlineabonnent*in Torsten Andreas S. aus B. 3. Juni 2026 um 22:31 UhrWoher stammt die Annahme, dass wir hier eine Wohnung mieten und sie eine verschieden teure Miete andernorts bedeutet? Liegt es an den enormen Unterschieden der tatsächlichen Baukosten? Oder was ändert sich, wenn der Preis des Baugeländes keine Rolle spielt? – Keine Rolle! Warn Sie mal stinkend reich? Ich war mal zu nahe dran. Wie alles ausging, erspare ich allen besser. Weils stimmt: Es gibt für alle schlechte Karten. Früher oder später. (Sorry: Es is ja auch was dran.)
Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
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