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Meyer-Hanno, Scheer, Monroe

Foto: J. Krick/Future Image/imago
Der Mann, der Gundermann war: Alexander Scheer

Erst viele Jahre Jahre nach seiner Ermordung 1945 sah das deutsche Publikum in Düsseldorf und Ostberlin Hans Meyer-Hanno als Dorfwirt in der 1938 verbotenen Hans-Fallada-Verfilmung »Altes Herz geht auf die Reise«. Kabarettist Meyer-Hanno, am 3. Juni vor 120 Jahren in Hannover geboren, übernahm in rund 50 Filmen zwischen 1934 und 1944 kleine Rollen.

Im wirklichen Leben war er Kommunist, spielte bis 1933 in Gustav von Wangenheims »Truppe 31«, führte danach ein Doppelleben als Mitglied in Widerstandsgruppen und spielte zur Tarnung auch Kleinstrollen in Nazifilmen wie »Jud Süß« (1940). Wie viele Verdächtige wurde Meyer-Hanno kurz nach dem Attentat auf Hitler 1944 verhaftet, vom Volksgerichtshof zu drei Jahren Haft in Bautzen verurteilt, wo man ihn schließlich für Schanzarbeiten brauchte. Bei einem Fluchtversuch wurde er im April 1945 erschossen. Dem aus der Emigration zurückgekehrten Wangenheim blieb 1946 nur, eine Totenrede auf ihn zu halten.

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Die Rolle eines beeindruckenden Menschen übernahm Alexander Scheer, der am Montag 50 geworden ist, in Andreas Dresens Film »In Liebe, Eure Hilde« (2024) über das Ehepaar Hans und Hilde Coppi. Er spielte den Gefängnispfarrer Harald Poelchau, der unerkannt den Widerstand gegen die Nazis lebte. Berühmt wurde Scheer mit historischen Personen, nicht immer in Hauptrollen. Bemerkenswert sein Blixa Bargeld in »Tod den Hippies!! Es lebe der Punk« (2025). Und absolut unvergesslich sein Augenspiel als Nietzsche in »Lou Andreas-Salomé« (2016). Scheer war eine Inkarnation von »Gundermann« (2018), ebenso von David Bowie in der Onlineserie »Wir Kinder vom Bahnhof Zoo« (2021).

»Ein Kuss von dir ist so wie rosa Softeis im Mai!« So stellte sich Schlagersänger Jörg Hindemith 1984, also mehr als zwei Jahrzehnte nach ihrem geheimnisumwobenen Tod, die Begegnung mit Superstar Marilyn Monroe vor. Nicht so einschmeichelnd, eher rhythmusbetont, hat 40 Jahre später Marie Reim der Filmikone einen Titel gewidmet. Als Norma Jeane Mortenson wurde Monroe am 1. Juni vor 100 Jahren in Los Angeles in prekären Verhältnissen geboren, wo 36 Jahre später auch ihr Tod registriert wurde. Sie war wohl die erste, die bis heute weltweit in Filmen und Büchern Gegenstand von Analysen und Spekulationen ist. Gerade ihr früher Tod wirft bis heute Fragen auf: Steckten die Brüder Kennedy dahinter, ihr Psychiater Greenson, oder war es doch Suizid? Dabei kommt oft zu kurz, dass Marilyn nicht nur sinnlich, sondern auch umwerfend komisch war, aber am liebsten Charakterrollen gespielt hätte. Sie bereitete sich im »Actor’s Studio« bei Lee Strassberg darauf vor und setzte das Erlernte 1957 als ihre eigene Produzentin in »Der Prinz und die Tänzerin« um. Doch blieb sie nicht zuletzt durch Komödien wie Billy Wilders »Manche mögen’s heiß« (1958/59) in Erinnerung.

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Erschienen in der Ausgabe vom 03.06.2026, Seite 10, Feuilleton

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