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22.04.20263 Leserbriefe
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Positiv auf Rentenwahn getestet
Kanzler Merz will gesetzliches Altersruhegeld auf »Basisabsicherung« kürzen. Sozialverbände und Linke warnen vor Armutsfalle
Schuften, knuffen, ackern. Jahrzehntelang – und trotzdem in der Armutsfalle landen. Das ist die Aussicht für Millionen Werktätige in Deutschland. Bereits jetzt. Und daran wird sich nichts ändern – im Gegenteil.
Künftig werde es »allenfalls eine Basisabsicherung im Alter« geben, kündigte Bundeskanzler Friedrich Merz an. Die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) reiche nicht mehr, »um den Lebensstandard zu sichern«, so der CDU-Politiker am Montag abend beim Jahresempfang von Bankern in Berlin. Kapitalgedeckte Elemente einer betrieblichen und privaten Altersversorgung müssten hinzukommen. Merz: »Und zwar in weit größerem Umfang, als wir sie gegenwärtig weitgehend auf der Basis von Freiwilligkeit haben.«
Die »schwarz-rote« Koalition arbeitet an einer »Reform« der GRV. Vorschläge dafür will eine von der Regierung eingesetzte Expertenkommission im Sommer präsentieren, sagte Merz. »Wir haben einiges erreicht, aber wir sind weit davon entfernt, dass es genug ist.« Eine Aussage, eine Kampfansage.
Die beim Koalitionspartner laue Kritik auslöst – etwa bei Dirk Wiese. Viele Menschen hätten über Jahrzehnte in die gesetzliche Rente eingezahlt und seien auf sie angewiesen, da sie für die Mehrheit die einzige Altersvorsorge darstelle, so der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion am Dienstag gegenüber N-TV. Die Opposition reagiert schärfer: Laut einem Bericht wirft Grünen-Rentenexperte Armin Grau dem Kanzler vor, die Rente zum »Billigprodukt« herabzustufen. Die GRV habe demographische Belastungen gut überstanden und sei allein durch politische Entscheidungen geschwächt worden. Grau fordert zur Stabilisierung des Rentenniveaus zusätzlich eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge. »Davon hört man von der Regierung nichts.«
Um so mehr hört man von Kapitalbossen, das Renteneintrittsalter von 67 auf 70 Jahre anzuheben. Wohl wissend, dass etwa ein Viertel der Männer vor dem 67. Lebensjahr stirbt. Mehr noch: Menschen mit niedrigen Einkommen haben eine bis zu zehn Jahre geringere Lebenserwartung. Besonders betroffen: Beschäftigte in körperlich schweren Berufen (Bau, Pflege, Logistik, Reinigung). Fakt ist: Ein höheres Rentenalter ist eine Rentenkürzung.
Wovon ebenso wenig zu hören ist: Auch Beamte sollen in die GRV einzahlen. Das zu fordern, sei »populistischer Unfug«, meinte jüngst Lobbychef Volker Geyer. Kein dümmliches Gerede ist hingegen die Aussage von Hans-Jürgen Urban: »Ein Alter ohne leistungsfähige Rente bedeutet Flaschensammeln«, so der Sozialvorstand der IG Metall gegenüber jW. Jede Ankündigung von Kürzungen sei ferner ein Brandbeschleuniger für die Demokratie. Zumal dann, wenn Kanzler Merz anklingen lässt, die gesetzliche Rente auf Grundsicherungsniveau zurückfahren zu wollen, beklagte die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Verena Bentele, auf jW-Nachfrage. Schon jetzt ist jede fünfte Person über 65 armutsgefährdet. Von denen wiederum sind immer mehr trotz Ruhestand erwerbstätig – oft, weil sie sonst nicht über die Runden kommen.
Also: Geringverdiener und Kleinrentner können keine Rücklagen bilden, um am risikoreichen Kapitalmarkt zu zocken. Erst recht nicht bei rasant steigenden Lebenshaltungskosten. Und überhaupt wäre das nur ein Extrabusiness für die Finanz- und Versicherungsindustrie, betonte Sören Pellmann, Kochef der Linke-Bundestagsfraktion, gegenüber jW. Oder wie der BSW-Parteivorsitzende Fabio De Masi erklärte: Merz’ Planspiele zu verschärfter Altersarmut sind »die rentenpolitische Arroganz eines Multimillionärs«. Wahnsinn, das Ganze.
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Onlineabonnent*in Gunter J. aus S. 23. Apr. 2026 um 18:03 UhrErgänzend zu diesem Artikel und zur Erweiterung der Einsparpotenziale, wie immer wieder gefordert, ist das »Runterfahren« der Sozialausgaben. Da hat der Kandesbunzler unumwunden recht. Dabei ist eines lange überfällig: Deutschland kann sich die Inklusion in der Staatsverwaltung und -führung nicht mehr leisten. Einsparungen sind akut notwendig, da uns sonst das dringendst benötigte Geld für die Vorbereitung und Initiierung des dritten Weltkriegs fehlt. Wir können uns die Inklusion in der Staatsverwaltung und -führung nicht mehr leisten, zumal die Null-Leistungen der betreuten Politkomparsen in keinem Verhältnis zu den Hunderttausenden Euro als Gehaltsausgaben stehen und es noch nicht einmal Betreuungsfachpersonal gibt, das korrigierend eingreifen könnte, um den größten Unsinn zu vermeiden. So gut das gemeint war, dieses Konzept der Lebensbeteiligung und gesellschaftlichen Wiedereingliederung von Behinderten ist in dieser praktizierten Art gescheitert. Um wenigstens die Sozialkompetenz dieser kapitalferngesteuerten Politkomparsen, inkl. ihrer Speichellecker der Mainstreammedien von Funk, TV und Print, sowie abartigen Willkürrichtern und weite Teile der Exekutive wie Polizei und Geheimdienste, auf ein Minimalmaß zu steigern, sollten diese vor Amtsantritt zwei Pflichtjahre unter einer Brücke im Freien wohnen und mit Bürgergeld und dem Besuch von Kleiderkammern und Tafeln, ein Leben in Saus und Braus genießen können … nein – müssen! Sagt diesen Geistesgrößen Merz, Baerbock, Habeck, Spahn, Pistorius und Co. aus ihrem Umfeld keiner mal, dass es klüger wäre, einfach die Klappe zu halten und nur wissend zu lächeln? Es gibt zwei Spezies von Dummen. Die ersten merken, dass sie nichts wissen und sagen – kann ich nicht, verstehe ich nicht. Die zweiten sind so dumm, dass sie nicht mal mehr merken, dass sie 100mal dümmer sind als der Rest um sie rum und ergreifen »wissend« um ihre Genialität das Heft des Handelns und in diesem Fall die Macht. Na dann: Deutschland, gute Nacht!
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Reinhard Hopp aus Berlin 22. Apr. 2026 um 09:14 Uhr»Die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) reiche nicht mehr, ›um den Lebensstandard zu sichern‹, so der CDU-Politiker am Montag abend beim Jahresempfang von Bankern in Berlin.« Spätestens an dieser Stelle bzw. bei diesem Zitat müsste der grundgesetzliche politische Bildungsauftrag der öffentlich-rechtlichen Medien sowie der kritischen Presse – so auch und vor allem die jW – einsetzen und die sich geradezu aufdrängende Frage nach dem Warum stellen. Als ich vor ca. 60 Jahren als junger Maschinenschlosser in Köln bei KHD anfing, konnte ein Facharbeiter als Alleinverdiener noch eine vierköpfige Familie ernähren und hinreichend versorgen. Noch in den 1980er Jahren konnte der gleiche Facharbeiter – inzwischen Rentner – von seiner ausschließlich gesetzlichen Rente auskömmlich leben und in Würde alt werden. Und heute? Warum ist das heute nicht mehr möglich? Das zu hinterfragen, wäre die Aufgabe einer wirklich kritischen und sich links nennenden Presse.
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Reinhold Schramm aus 12105 Berlin 21. Apr. 2026 um 19:54 UhrModerner Faschismus, gestern und heute. Zum Angriff der Kriegs- und Kapitalfaschisten im bürgerlichen Parlament und der Regierung auf die Altersversorgung der meist eigentumslosen Erwerbsbevölkerung. Bemühte sich die politische Administration der Vermögenden, hohen Beamten und Millionäre seit dem Beginn ihrer politischen Karriere, die Plünderung der Wertschöpfung und die moderne Ausbeutung der Mehrheit der Erwerbsbevölkerung als »Freiheit« und »Demokratie« zu verkaufen – zu verkaufen über die privaten und staatlichen Massenmedien der Millionäre, persönlich leistungslosen Erben und Milliardäre –, so bemüht sie sich auch jetzt um die Erweiterung der Plünderung der gesetzlichen Altersversorgung der Mehrheit der Bevölkerung. (…)
Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
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