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18.04.2026
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Spiel auf Zeit
Waffenruhe zwischen Libanon und Israel
Optimismus ist völlig fehl am Platz und im besten Fall naiv: Kurz bevor US-Präsident Donald Trump in üblicher Social-Media-Manier am Donnerstag eine in »exzellenten Gesprächen« erzielte zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon sich selbst auf die Fahnen zu schreiben versuchte, machte Tel Aviv Nägel mit Köpfen. Laut Medienberichten vom Mittwoch bereitete sich die israelische Armee zu diesem Zeitpunkt auf eine vollständige Besetzung Libanons bis zum Litanifluss vor. Zudem wolle sie auch nördlich des Litani »gegen Bedrohungen operieren«. »Frieden durch Stärke« hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zuvor als Ziel ausgegeben.
Das ist einerseits durchsichtige Propaganda. Denn die Verkündung der Feuerpause mit dem Libanon wurde unter starkem Druck aus Teheran erzielt, das ansonsten militärische Schritte gegen Israel und das Fortdauern der Blockade von Hormus androhte. Trumps »herausragendes« diplomatisches Geschick war also allenfalls zweitrangig. Israel musste sich auch deshalb fügen, weil die Hisbollah seiner Armee weit mehr als erwartet entgegensetzen konnte. Die »Löwengebrüll« getaufte Offensive sei zu einem »Katzenmiauen« verkommen, schreibt die israelische Zeitung Maariv. Der Krieg gegen den Libanon falle in sich zusammen, und der Unmut der israelischen Siedler im Norden wachse immens. Zugleich zieht Israel seine Truppen nicht wie schon für November 2024 vertraglich vereinbart aus dem Libanon ab und hat bereits gegen die Waffenruhe verstoßen. »Historisch« im positiven Sinne, wie von Trump behauptet, ist dieser Tag also mit Sicherheit nicht.
Durchaus als historisch zu bezeichnen ist hingegen das Versagen der libanesischen Regierung. Sie nimmt mit ihrem Versuch, die Hisbollah zu entwaffnen, nicht nur in Kauf, dass die libanesische Bevölkerung der israelischen Kriegs- und Annexionsmaschinerie ausgeliefert wird. Sie riskiert auch einen Bürgerkrieg. Wer sich dem US-Diktat fügt, obwohl die rechte Regierung in Tel Aviv mit ihren Großisrael-Plänen auch langfristig eine Bedrohung für den Libanon bleibt und lediglich auf Zeit spielt, hat seinem Amtseid, für das Wohl der Bevölkerung einzutreten, längst abgeschworen.
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