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Koalition verhandelt über Energiepreise

Foto: Carsten Koall/dpa
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) auf dem Weg zu den Beratungen der Koalitionsspitzen in der Villa Borsig (12.4.2026)

Nach dem offenen Streit in der Bundesregierung über die Preisdämpfung im Energiesektor verschwand die Koalition am Wochenende in der Deckung. Am Sonnabend trafen sich die Parteivorsitzenden mit Innen- und Kanzleramtsminister in der Berliner Villa Borsig, am Sonntag ging es dort in unbekannter Zusammensetzung weiter. Ob Ergebnisse mitgeteilt werden, war unbekannt. Söder schrieb auf X am Sonntag: »Heute wichtiger Tag in Berlin.«

Fest steht: Die Koalitionshütte brennt. Der Alarm beginnt bei den Umfragewerten: 70 Prozent sind laut INSA unzufrieden mit dem Kanzler (im Osten 80 Prozent), 73 Prozent mit der Koalition, in der »Sonntagsfrage« liegt die AfD erneut mit 26 Prozent vor CDU/CSU. Der Trend verfestigt sich. In den Regierungsparteien gibt es Paniksymptome: Auf der Plattform X ledert ein »Team Reiche« gegen Lars Klingbeil und Friedrich Merz. Reiche erhält Unterstützung von der Autocheflobbyistin Hildegard Müller und anderen Industrievertretern, aber der stellvertretende Vorsitzende des sogenannten Sozialflügels der Union, Christian Bäumler, wirft Reiche am Sonnabend vor, sie wolle eine andere Koalition, es sei Zeit für ihre »Auswechslung«. Die FAZ fragte angesichts von Rauswurfgerüchten, ob sie überhaupt Ministerin bleiben wolle. Nach ihrem Auftritt am Freitag, bei dem sie entgegen der Kanzlerweisung gegen die SPD ätzte, ist die Frage berechtigt. Unter den Flops dieser Regierung war die von ihr fast erzwungene Mittagsspritpreiserhöhung einer der kräftigsten Schläge ins Wasser. Reiche, die als Staatssekretärin 2011 das AKW-Aus mittrug, schreibt mittlerweile wirre Artikel für Atomstrom und holt sich für Millionen Euro einschlägige Drückerkolonnen als »Berater« ins Haus. Sie ist im Merzschen Gruselkabinett besonders unfähig.

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Das kleine Medien- und Personaldesaster der vergangenen Tage fügt sich in das Konzept ein, mit dem diese Regierung vor elf Monaten antrat: Sie wollen, wie Klingbeil am Sonnabend der Süddeutschen Zeitung sagte, dass Deutschland »ein starkes Land bleibt«. Wer aber Stärke mit Hochrüstung gleichsetzt, erhält nichts außer Stagnation und Querelen. Sie können es nicht, individuell nicht, und weil das Ganze in der Klemme steckt.

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Erschienen in der Ausgabe vom 13.04.2026, Seite 1, Ansichten

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→ Leserbriefe
  • Reinhard Hopp aus Berlin 13. Apr. 2026 um 09:48 Uhr
    Dieser konfuse Haufen verwechselt offenbar »regieren« mit »reagieren«; und letzteres dann meist auch noch uneinig, widersprüchlich, zögerlich und zu spät.
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