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Aus: Ausgabe vom 02.04.2026, Seite 7 / Ausland
Krieg gegen Iran

Vertrauen gleich null

US-Präsident verstärkt trotz vermeintlichen Willens zu Verhandlungen Militärpräsenz gegen Iran drastisch. Teheran sieht keine Basis für Gespräche und ist bereit für Eskalation
Von Lars Lange
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Bodentruppen der USA sollen mittlerweile im Nahen Osten angekommen sein (28.3.2026)

Der US-amerikanische Militäraufmarsch gegen Iran nimmt weiter an Fahrt auf. Am Dienstag lief der Flugzeugträger USS »George H. W. Bush« aus und soll zusammen mit drei Zerstörern in den Nahen Osten verlegt werden, wie zwei US-Offizielle der Agentur AP mitteilten. Die Trägerkampfgruppe besteht aus mehr als 6.000 Marinesoldaten. Währenddessen treffen auch Tausende Soldaten der 82. Luftlandedivision in der Region ein. Wo genau die Eliteeinheit, die dafür ausgebildet ist, mit dem Fallschirm in feindliches oder umkämpftes Terrain abzuspringen, um wichtige Gebiete zu sichern, stationiert wird, ist nicht bekannt – der Zielort unterliegt militärischer Geheimhaltung. Am Sonnabend waren zudem 2.500 Marinesoldaten in der Region eingetroffen, laut AP wird noch mal die gleiche Anzahl aus Kalifornien entsandt. Bereits jetzt umfasst die Streitmacht Zehntausende US-Soldaten in der Region.

Verteidigungsminister Pete Hegseth ließ die Frage nach einem möglichen Bodeneinsatz in Iran derweil demonstrativ offen. Man könne keinen Krieg gewinnen, wenn man dem Gegner mitteile, was man zu tun bereit sei und was nicht, sagte er vor Journalisten. Die Verlegung von Fallschirmjägern, Marineinfanterie und Trägerverbänden weist auf eine deutliche Ausweitung der militärischen Optionen hin. »Unser Gegner glaubt derzeit, dass es 15 verschiedene Möglichkeiten gibt, wie wir mit Bodentruppen gegen ihn vorgehen könnten. Und wissen Sie was? Die gibt es tatsächlich«, so Hegseth.

Währenddessen setzt Iran seine Angriffe fort – mit klarem Muster: Im Fokus stehen Energie- und Wirtschaftsinfrastruktur in den Golfstaaten mit US-Militärpräsenz sowie dortige US-Militärbasen. So wurden am Mittwoch Treibstofftanks am internationalen Flughafen in Kuwait getroffen, in Bahrain eine Industrieanlage beschädigt und ein von Qatar Energy gecharterter Öltanker in katarischen Gewässern durch einen Marschflugkörper getroffen. Das saudische Verteidigungsministerium teilte mit, dass mehrere Drohnen »abgefangen und zerstört« worden seien. Angaben zu Verletzten gab es nicht. In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) soll ein bangladeschischer Staatsbürger durch eine Explosion in Fudschaira nach dem Abfangen einer Drohne getötet worden sein. Der Hafen der Stadt ist ein wichtiger Umschlagplatz für emiratisches Öl.

Derweil bleiben die Signale aus Washington widersprüchlich. Gegenüber Reuters erklärte US-Präsident Donald Trump am Mittwoch, die Vereinigten Staaten würden »ziemlich schnell aus dem Iran abziehen« und könnten bei Bedarf für »gezielte Angriffe« zurückkehren. Am Mittwoch abend wollte Trump in einer Ansprache an die Nation ein »wichtiges Update zu Iran« liefern. Zeitgleich behauptete er über seinen Kurznachrichtendienst »Truth Social«, dass der »Präsident des neuen Regimes« um eine Waffenruhe gebeten habe. Das werde man erst in Erwägung ziehen, wenn die Straße von Hormus wieder offen sei, schrieb Trump. »Bis dahin werden wir den Iran in die Vergessenheit sprengen oder, wie man so schön sagt, zurück in die Steinzeit!!!«

Damit laufen Gesprächssignale und Eskalationspolitik gewohnt parallel. Teheran hält dagegen weiterhin an seiner Linie fest. Außenminister Abbas Araghtschi hatte im Interview mit Al-Dschasira am Dienstag zwar direkte Kontakte zu dem US-Gesandten Steve Witkoff bestätigt, Verhandlungen jedoch zurückgewiesen. Das Vertrauen gegenüber Washington liege bei null; als Beleg verwies er auf den US-Ausstieg aus dem Atomabkommen. Teheran fordert ein vollständiges Ende aller Angriffe in der Region, nicht nur eine Waffenruhe für Iran. Auf Trumps Aussage hin erklärte dann am Mittwoch der bereits seit 2024 amtierende Präsident Irans, Massud Peseschkian, man sei bereit, eine Waffenruhe zu akzeptieren, wenn man im Gegenzug Sicherheitsgarantien erhalte. Auf einen möglichen US-Bodenangriff reagierte Araghtschi knapp: »Wir warten auf sie.«

China und Pakistan haben derweil in Beijing einen gemeinsamen Fünfpunkteplan vorgelegt, der unter anderem eine sofortige Feuereinstellung, Schutz ziviler Infrastruktur, freie Schiffahrt durch die Straße von Hormus und das Primat der UN-Charta einfordert, wie Xinhua am Mittwoch berichtete. Ob der Vorstoß mit den laufenden US-Vermittlungsbemühungen über Pakistan koordiniert ist, blieb zunächst unklar. Während Islamabad und Beijing an einer diplomatischen Lösung arbeiten, drängen die Vereinigten Arabischen Emirate unter eigener möglicher Beteiligung auf eine gewaltsame Öffnung der Straße von Hormus durch die USA. Wie ein emiratischer Offizieller dem Wall Street Journal sagte, sei das Ziel eine entsprechende UN-Sicherheitsratsresolution für einen solchen Militäreinsatz.

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