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Aus: Ausgabe vom 24.03.2026, Seite 6 / Ausland
Unblock Cuba!

Kuba: Vorbereitung auf den Ernstfall

Hilfsgüter erreichen Havanna. Solidarität von namhaften Künstlern. Militär bereitet sich auf US-Angriff vor
Von Volker Hermsdorf
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Mitglieder der Solidaritätsflotte nahmen am Sonnabend an der Solidaritätsveranstaltung in Havanna teil (21.3.2026)

Nach Ankunft der Solidaritätsflottille »Nuestra America«, mit der Hunderte Aktivisten aus 38 Ländern Hilfsgüter für die von Washingtons ökonomischem Würgegriff bedrohte Bevölkerung nach Kuba gebracht haben, waren am Wochenende in Havanna die Rufe »Ja zu Kuba – nein zur Blockade« zu hören. Besonders laut und engagiert klang es bei einem Solidaritätskonzert der irischen Rapgruppe Kneecap im Pabellón Cuba im Stadtteil Vedado. Unterstützt vom US-Rapper Vic Mensa wurde das für seine Solidarität mit dem Volk Palästinas bekannte Trio vom kubanischen und palästinensische Flaggen schwenkenden Publikum gefeiert.

Solidarität bestehe nicht nur aus humanitärer Hilfe, sondern »sie muss auch gesehen und gehört werden. Das ist sehr wichtig«, sagte Frontmann Mo ­Chara. Die Musiker stellten Parallelen zwischen Irlands Geschichte als erster britischer Kolonie und dem Widerstand Kubas gegen äußere Angriffe her. Der landesweite Stromausfall, den sie am Sonnabend erlebten, sei die kollektive Bestrafung eines ganzen Volkes, das seine Unabhängigkeit verteidige, erklärten sie.

Trotz fehlenden Treibstoffs und Mangels an Ersatzteilen gelang es den Reparatureinheiten bis zum Sonntag abend, das Stromnetz im gesamten Land wiederherzustellen. Doch obwohl das System nun wieder vollständig vernetzt sei, bleibe der Mangel an Brennstoffen bestehen, der durch die von der US-Regierung verhängte Energieblockade noch verschärft werde, warnte der Minister für Energie und Bergbau, Vicente de la O Levy, auf der Onlineplattform X.

Da Washington die totale Ölblockade sowie Drohungen trotz der Gespräche zwischen den Regierungen beider Länder, die Präsident Miguel Díaz-Canel am 13. März öffentlich machte, aufrechterhält, bereitet sich Kuba auf den Ernstfall vor. Zwar hatte der Chef des Südkommandos der US-Streitkräfte, Francis Donovan, behauptet, dass es derzeit »keine Pläne zur Einnahme der Insel« gebe, doch derartigen US-Dementis traut Havanna nicht. Laut Kubas stellvertretendem Außenminister Carlos Fernández de Cossío bereitet sich das kubanische Militär auf eine mögliche militärische Aggression der USA vor. »Tatsächlich wappnen sich unsere Streitkräfte in diesen Tagen« für eventuelle Angriffe, sagte er am Sonntag in der Sendung »Meet the Press« des US-Fernsehsenders NBC News.

Am Freitag erhielt zudem Silvio Rodríguez eine Kalaschnikow vom kubanischen Verteidigungsministerium in einer öffentlichen Zeremonie überreicht. Der international bekannte Liedermacher hatte als Reaktion auf Donald Trumps Drohung, die Insel zu »übernehmen«, in seinem Blog »Segunda Cita« gefordert: »Wenn sie angreifen, will ich ein AKM-Sturmgewehr. Das meine ich vollkommen ernst.«

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  • Leserbrief von Klaus Ludwig aus Wildeck (1. April 2026 um 10:56 Uhr)
    Gerd-Rolf Rosenberger, es gilt etwas an Geduld zu bewahren, BRICS und auch Shanghai Organisation sind beides keine Verteidigungsallianzen, sie haben beide vollkommen andere Aufgaben und Ziele. Trump hat vor 14 Monaten als erstes die Zerschlagung von BRICS als Ziel genannt, BRICS wird auch wegen der Fokussierung auf Lateinamerika (Hinterhof der USA) zurückgeworfen werden. Argentinien war schon Mitglied, ehe der Kettensäger das geändert hat. Der Iran ist eine Schlüsselrolle für BRICS und Seidenstraße, weil hier der Landweg von China nach Europa und (!) Afrika verläuft. Diese Position zu verlieren wäre ein schwerer Rückschlag. China arbeitet aber lieber im Hintergrund und ohne Mikros und Kameras. Ein Statement hilft niemanden. Russland hat sich von den USA in die Ukraine locken lassen, das wird China nicht passieren! Die Kriegführung des Iran ist Hundertprozent abgestimmt und auch mit Waffen und know how von Peking gedeckt. Wen Jiabao, Ministerpräsident unter Hu, fasste einmal die Prämisse chinesischer Außenpolitik vor schon zehn Jahren zusammen: »China befindet sich in der Tat auf einem friedlichen Entwicklungsweg. Dies ist eine unumstößliche Entscheidung (…) Und was ist das Wesentliche an einer friedlichen Entwicklung? Es ist das Streben nach einem friedlichen internationalen Umfeld sowohl für Chinas Entwicklung als auch für die weitere Stärkung des Weltfriedens durch Chinas eigene Entwicklung.« Und ja, China ist im Visier der USA, nicht der Iran. Das einzige Feld, auf dem China den USA unterlegen ist, ist das militärische. Deshalb darf Peking niemals der Verlockung nachgeben, sich auf militärische Kämpfe einzulassen, denn ihre Stärke liegt auf allen anderen Feldern und nach jedem Krieg werden diese wieder wichtiger, jetzt schon beweist der Iran und seine Kriegsführung, dass der Schaden für USA und Verbündete viel höher ausfällt, als es der eigene durch die Zerstörung mit Bomben je sein könnte. Kann die Eroberung und Unterwerfung des Iran verhindert werden, und es sieht so aus, dann schlägt die Stunde zugunsten der multipolaren Weltordnung.
  • Leserbrief von Gerd-Rolf Rosenberger aus Bremen (24. März 2026 um 15:37 Uhr)
    Zumindest wird vorsichtig formuliert, dass zwei Tanker mit russischem Rohöl auf dem Weg nach Kuba sind. Die Schiffe sollen derzeit noch Kurs halten, endlich, endlich nach so vielen Wochen. Grund zur Freude? Antiimperialistische Staaten wie China, Russland enthielten sich bei der Abstimmung im Sicherheitsrat. Die Kriegsparteien USA und Israel werden kaum beim Namen benannt, sie allein überfielen den souveränen Staat Iran. Russland und China hätten entschieden dieser Resolution widersprechen müssen; sagen halbherzig, die UN darf nicht untergehen. Dürfen sich Antiimperialisten wundern? Für mich steht die multipolare Weltordnung fernab jeder Realität. Noch nicht einmal ein gemeinsames Statement der BRICS-Staaten und der Shanghai Organisation für eine Verurteilung des brutalen Angriffskrieges gegen den Iran kam zustande, es ist eben eine lose ökonomische Verbindung kapitalistischer Länder. Russland liefert auch an ihre Kriegsgegner nach wie vor Titan. Unsere internationalistische Solidarität »von unten« schreibt eine andere kleine Geschichte. Die Solidarität eines Sozialdemokraten Dieter Schulze, der spontan 50 Euro für Kuba spendete. Der ehem. Seniorenbeauftragte der Stadtgemeinde Bremen, dessen Onkel Kurt Kallmeyer das KZ Buchenwald als KPD Mann nur ein halbes Jahr überlebte. Oder die Initiative Nordbremer Bürger gegen den Krieg und die DKP Bremen, die innerhalb von zwei Wochen für Kuba 205 Euro spendeten, für die KP Kubas und den »Verein zur Förderung alternativer Energien in der Karibik«. Dass der Seniorchef von Christoffers, Baustoffhandel in Bremen/Hammersbeck weitere 50 Euro beim Sammeln von Unterschriften für den Berliner Friedensappell überreichte, zeigt uns mal wieder die Kraft der Internationalen Solidarität!

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