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In dieser großen Zeit

BuNa: Bulletin für irreguläre Nachrichten – März 2026

Foto: Guglielmo Mangiapane/REUTERS
Gegen eine US-Invasion werden Hundepatrouillen wenig nutzen (Mestersvig, 18.9.2025)

Berlin

Die Bundesregierung hat die Regierungsarbeit eingestellt. Wegen der vielen Wahlen in diesem Jahr sei dafür keine Zeit mehr, hieß es. Immerhin wurden drei Kommissionen gebildet, die dringende Reformen vorbereiten sollen: für mehr Sozialabbau, Monopolkapitalismus und Abgeordnetenbestechung. Die letztgenannte Kommission leitet Jens Spahn.

Washington

Grönland hat ohne Kriegserklärung die USA angegriffen. Ein Hundeschlittenbataillon ist auf einer Eisscholle bis an die Küste Floridas gerudert, hat Mar-a-Lago abgefackelt und Präsident Trump entführt. Er wird in einer Kita festgehalten und kriegt Eiscreme, damit er nicht brüllt.

Acapulco

Bundespräsident Steinmeier war auf Staatsbesuch in drei lateinamerikanischen Ländern. In Panama streichelte er Tigerenten, in Guatemala besichtigte er ein Kokainlabor und in Mexiko nahm er – »aus Solidarität mit Donald Trump« – an einer Entführung teil. Seine Freilassung verzögerte sich zunächst, weil die Bundesregierung kein Lösegeld zahlen wollte. Schließlich ließen die Geiselnehmer Steinmeier aus humanitären Gründen laufen. Die Bewacher hatten zu sehr unter seinem Sprechdurchfall gelitten.

Nuuk

Trump ist in Grönland der Prozess gemacht worden. Die Anklage lautete auf Rinderschändung und Doofenhandel. Urteil: 250 Jahre Icecatraz. Trump muss in der Gefängnislogistik arbeiten. Die Knastlatrine umrühren, damit sie nicht einfriert.

Unterdessen hat Grönlands Premierminister Sören Fuukdatpakk den USA die Friedensbedingungen diktiert. Er ernannte Robert F. Kennedy Jr. zum neuen Präsidenten; außerdem müssen die Amis Robbenbabyfleisch für eine Billion Dollar kaufen.

500 Milliarden futsch

Wirtschaftsgurus behaupten, dass die Regierung den größten Teil der neuen Staatsschulden zweckentfremdet hat. Das Ifo-Institut spricht von 95 Prozent. Aber das glaube ich nicht, da würden ja nur fünf Prozent für die Bestechung bleiben. Und für fünf Prozent steht ein Jens Spahn morgens nicht auf!

Erste Amtshandlung

Der neue US-Präsident widerruft ein Dekret seines Vorgängers. Trump hatte »The John F. Kennedy Memorial Center for the Performing Arts« umbenannt in »The Donald J. Trump and The John F. Kennedy Memorial Center for the Performing Arts«. Jetzt heißt es »The Robert F. Kennedy Jr. and The Donald J. Trump and The John F. Kennedy Memorial Center for the Performing Arts«.

Iran-Krieg vorbei

Ohne Trump wird der Weltkrieg abgesagt, die Straße nach Hormus ist wieder frei, doch die Spritpreise in Deutschland bleiben hoch. Aber das macht nichts, ich fahre ja Bus.

Neue Streiks im ÖPNV

Ups!

Dallas

US-Präsident Kennedy ist bei einer Stadtrundfahrt von einem deutschstämmigen Schulbuchhändler namens Ostwald erschossen worden. Sein Vize Elon Musk wurde umgehend als neuer Präsident vereidigt, an Bord einer »Space-X«-Rakete; er befindet sich gerade auf dem Weg zum Mond. Und wird unauffällig verfolgt von der chinesischen Kosmosdrohne »Mao Di Glei Dong« …

Deutscher Frühling

Nach dem Kennedy-Mord sind in der BRD landesweit Buchhandlungen durchsucht worden, auf Anordnung von Kulturstaatsminister Weimer. 465 mutmaßliche Buchhändler wurden verhaftet und 13 auf der Flucht erschossen. 755.000 Bücher mit gefährlichem Inhalt konnten sichergestellt werden, darunter Werke von Marx und Engels, Goethe und Schiller sowie Kiepenheuer und Witsch. Bei der kontrollierten Sprengung der Bücher kamen drei Beamte ums Leben, neun wurden verstümmelt. Weimer würdigte die Opfer als Märtyrer im Kampf um die Freiheit und schenkte den Angehörigen zum Trost jeweils ein Guinness-Buch der Rekorde.

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Erschienen in der Ausgabe vom 21.03.2026, Seite 10, Feuilleton

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→Leserbriefe
  • Onlineabonnent*in Heinrich H. aus S. 20. März 2026 um 20:58 Uhr
    Wären die Bücher kontrolliert gesprengt worden, wären nicht Beamte, sondern nur der Auftraggeber, zuschaden gekommen! Bitte kein Weimer-Latein in BuNa.
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

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