Der Antipode zum Begehren ist die Liebe, denke ich. Da ist Erfüllung nicht das Ziel. Dann scheint es mir fast identisch mit der Sucht – ein Wort für den in selbstzerstörerischer Befriedigung leerlaufenden Begehrensprozess.
Wir müssen uns alle immer öfter fragen lassen: Was hast du aus deinem Leben gemacht? Du hast zehn Jahre an eine Sache verschwendet, die zu keinem greifbaren Ergebnis geführt hat? Du hast keine Kinder? Du bist nicht mal berühmt?
Es gibt Anzeichen dafür, dass wir es angesichts der immer beunruhigenderen Weltlage mit einer Verschiebung der Empathie zu tun haben könnten – von Menschen hin zu Tieren.
Nachdem die autistische US-Nutztierexpertin Temple Grandin auf einer Ranch mit einem Fang- und Behandlungsstand für Rinder gearbeitet hatte, in dem diese fixiert wurden, baute sie einen ähnlichen Stand für sich selbst: einen »Berührungsapparat«.
2016 veröffentlichten der Journalist John Mbaria und der Ökologe Mordecai Ogada eine Kritik des Naturschutzes in Kenia mit dem Titel: »The Big Conservation Lie«. Für Ogada besteht der größte Fehler beim Tierschutz darin, die Menschen zu vergessen.
Blackrock wurde 1988 von Larry Fink mitgegründet, der 1986 als Investmentbanker bei der First Boston mit einer Fehlspekulation 100 Millionen US-Dollar verloren hatte. Er entwickelte daraufhin ein neues »Businesskonzept«.
Die Deutsche Bank wirbt mit dem Spruch: »Investieren Sie in das, was wirklich zählt: die Welt.« Worin sonst? Die Kredite verkaufenden Banken haben oft eine unglückliche Eigenwerbung.
Der russische Priester Pawel Florenski war ein Art Universalgenie und Pionier der Algenforschung. Er wurde 1933 verhaftet und kam ins Straflager auf den Solowki-Inseln. Er sollte sich dort mit Meeresalgen befassen.
Als der französische Philosoph Jean-François Lyotard in der Universität von Aarhus ein Pissoir benutzte, das mit einer Lichtschranke die Spülung auslöste, meinte er, damit wären wir in der »Postmoderne« angekommen.