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Aus Leserbriefen an die Redaktion

Foto: ZUMA Press/imago/Montage jW

Nicht nur Protest

→ Zu jW vom 15.9.: »Atempause und Aufwind«

Die Kommunalwahlen in Niedersachsen sollten nicht dazu verleiten, sich mit dem Zustand der etablierten Politik zufriedenzugeben. Wer den Stimmenzuwachs der AfD lediglich als Protest abtut, macht es sich zu einfach. Er ist auch Ausdruck einer wachsenden Unzufriedenheit mit einer Politik, die viele Menschen als abgehoben und zunehmend gegen ihre Interessen gerichtet erleben.

Besonders die CDU unter Friedrich Merz trägt dafür Verantwortung. Statt soziale Sicherheit zu stärken, öffentliche Daseinsvorsorge zu sichern und die Ursachen gesellschaftlicher Konflikte anzugehen, setzt sie auf Kürzungen, Aufrüstung und eine Politik, deren Kosten vor allem die breite Bevölkerung tragen soll. Das verschärft die sozialen Gegensätze und treibt weitere Menschen von den bisherigen Parteien weg.

Wer diese Entwicklung stoppen will, sollte nicht über die Wähler schimpfen, sondern endlich ihre Gründe ernst nehmen. Demokratie lebt davon, dass politische Macht auch tatsächlich Konsequenzen für Fehlentscheidungen kennt.

Klaus Neumann, Bremen

Solarenergie für Kuba

→ Zu jW vom 12./13.9.: »Widerstand am Rande der Erschöpfung«

Renate Fausten schildert mit sehr bewegenden Worten die extrem schwere Situation der kubanischen Bevölkerung. Und ja, »Kuba versucht, möglichst viel mit eigenen Mitteln zu schaffen: eine energetische Revolution mit Sonnenenergie« usw. Wer dem »Steine in den Weg legt«, wird jedoch nicht klar. Dafür braucht es keine Blockadebrechertankerflotte. Und: »Die Sonne schickt keine Rechnung.« Da die junge Welt an anderer Stelle bereits die umfangreiche chinesische Hilfe beim Aufbau von Solarparks – zunächst mit milliardenschweren chinesischen Krediten, die der Staat VR China garantiert, für den Aufbau von über 90 Solarparks diverser Größen und Spenden in Millionenhöhe von insgesamt 10.000 solaren Einzelsystemen – gewürdigt hat, scheint der Hinweis auf die »eigenen Mittel« hier ein bisschen weltfremd. Und – sorry! – undankbar. Richtig ist: Es »droht ein stiller Tod«, aber nicht nur »wenn der internationale Aufschrei ausbleibt«, sondern auch, wenn die materielle Hilfe der sozialistischen Länder Asiens, in erster Linie der VR China, sowie Russlands ausbleibt. (Dass sie im Zwangskorsett der kapitalistischen Weltwirtschaft auf Grenzen stößt, ist richtig.) Solche Dimensionen sind mit der materiellen Solidarität deutscher »solarenergetischer« NRO wie Interred oder Karen leider gar nicht denkbar – da muss man »die Kirche im Dorf lassen«.

Volker Wirth, Berlin

Mit Sauerkraut

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→ Zu jW vom 11.9.: »Operationsplan AfD«

Was sagte Trump vor seiner Wahl? Er hatte versprochen, den Krieg binnen 24 Stunden, noch vor Amtsantritt, zu beenden! Dieser Krieg wurde von den USA initiiert und wird von Trump aktuell weitergeführt! Er und der reichste Faschist der Welt haben der AfD zu ihrem Wahlergebnis gratuliert. Zufall? Es sollte nicht vergessen werden, dass z. B. Weidels persönliche Lebensverhältnisse so rein gar nicht zum Parteiprogramm passen. Ganz zu schweigen von dem Unsinn, den Alice und ihre Parteigenoss*innen sonst noch so von sich geben. Der Geoanalyst Brian Berletic sagte, die AfD ist nichts weiter als MAGA mit Sauerkraut! Für Frankreich, Italien usw. gilt das Gleiche. So betrachtet wäre ich, gelinde gesagt, äußerst vorsichtig, ob diese Partei einen friedenspolitischen Kurs Richtung Russland aufnehmen würde oder einfach nur Stimmen mit den berechtigten Ängsten der Menschen einsammelt.

Oliver Sümnick, Teneriffa (Spanien)

Tanz, Taten und Fäden

→ Zu jW vom 11.9.: »Operationsplan AfD«

Regierungen sollte man nicht nach denen beurteilen, die vorne auf der Bühne tanzen. Und schon gar nicht nach dem, was sie im Wahlkampf sagen. Man misst sie an ihren Taten. Und die werden dadurch bestimmt, wer im Hintergrund die Fäden zieht. Wetten, dass das in etwa dieselben Kräfte sind, die den hirnrissigen Hochrüstungskurs der jetzigen Regierung befeuert haben? Was uns da blüht, ist absehbar, man mag es wahrhaben oder nicht. Auch wenn es sich heute noch unter einer dicken Decke von Demokratiegefasel verbirgt. Das gab es übrigens vor hundert Jahren auch. »Es wird schon alles nicht so schlimm kommen« ist auch heute das denkbar schlechteste Rezept. Steht so jedenfalls in den Geschichtsbüchern.

Joachim Seider, Lychen

Unermessliche Gier

→ Zu jW vom 15.9.: »Holy Sprit!«

Dass die Mainstreampresse ständig den Unsinn verbreitet, dass die Spritpreise wegen der Kriege in Kleinasien steigen, hat natürlich Vernebelungsgründe. Dass aber die Tageszeitung mit marxistischer Ausrichtung in dasselbe Horn bläst, ärgert mich schon sehr. Erstens hat sich an den Förderkosten so gut wie nichts verändert, zweitens treffen die zweifelsohne stark erhöhten Transportkosten die deutsche Wirtschaft kaum, weil nur rund 6,5 Prozent des hierzulande benötigten Rohöls in arabischen Ländern eingekauft werden, und drittens führt der Transportweg von dort nach Europa nordwärts durch den Suezkanal und eben nicht durch gesperrte Seegebiete; darunter leidet in erster Linie die VR China, und das ist ja seitens der Gangster in Washington und anderswo ja auch genauso gewollt. Nein, die Spritpreise steigen – jedenfalls im beobachteten Ausmaß – ausschließlich wegen der unermesslichen Gier der globalen Mineralölwirtschaft, allen voran der US-Rohölkonzerne.

Reiner Bielicke, Gelsenkirchen

Bequem linksliberal

→ Zu jW vom 14.9.: »Alles Gute für den Kanzler«

Seinen gefestigten Klassenstandpunkt gibt man leichten Herzens auf, wenn man durch seine Kunst zu einigem Wohlstand gelangt ist. Wenn das kapitalistische Wirtschafts- und Sozialsystem einen bevorteilt, muss man es nicht bekämpfen. Man affirmiert es statt dessen, indem man es sich auf einer linksliberalen Position bequem macht. Die Liste lässt sich also beliebig fortsetzen. Mir fallen da neben den im Beitrag Genannten auch noch Danger Dan, Farin Urlaub, Bela B und Marc-Uwe Kling ein.

A. Pietsch, Berlin

Statt soziale Sicherheit zu stärken, öffentliche Daseinsvorsorge zu sichern und die Ursachen gesellschaftlicher Konflikte anzugehen, setzt die CDU unter Merz auf Kürzungen, Aufrüstung und eine Politik, deren Kosten vor allem die breite Bevölkerung tragen soll.

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Erschienen in der Ausgabe vom 21.09.2026, Seite 14, Leserbriefe

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