Klimakrise eskaliert
Süßwasserreport
Alarmierende Nachrichten aus Genf. Die dort ansässige Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat eine Bestandsaufnahme des weltweit verfügbaren Süßwassers gemacht und ein besorgniserregendes Defizit festgestellt: 2025 war nicht nur für weite Teile West- und Mitteleuropas besonders trocken, sondern im globalen Maßstab das trockenste bisher registrierte Jahr. Schlimmer noch: 2025 war kein Ausrutscher, sondern fügt sich in einen seit mehr als zehn Jahren anhaltenden Trend ein. Dabei ist das Problem nicht nur die fortschreitende Trockenheit.
Hierzulande hatten in diesem Jahr vor allem Weidebauern in Süddeutschland und in den Mittelgebirgen große Probleme und mussten Heu zukaufen und teuer über große Strecken transportieren. Regendefizite gehen einher mit extremen Niederschlägen, die zu Überschwemmungen führen. Hinzu kommt, dass auf allen Kontinenten die Gletscher schrumpfen.
Das führt zusammen mit auftauenden Hängen zum einen zu Abbrüchen und Bergstürzen wie zuletzt an der nepalesisch-chinesischen Grenze, wo mehr als 1.300 Todesopfer zu beklagen sind und noch immer rund 5.000 Menschen vermisst werden. Zum anderen macht es den Wasserstand in den Flüssen unzuverlässiger, weil der beständige Zufluss von Schmelzwasser aus den Hochgebirgen geringer wird. Das wiederum wirft ernsthafte Probleme für die Trinkwasserversorgung, für die Landwirtschaft und – wie diesen Sommer mal wieder in Deutschland – für die Binnenschifffahrt auf.
Dass all das mit den Emissionen von Treibhausgasen wie vor allem dem Kohlendioxid (CO₂) aus der Verbrennung von Kohle, Erdölprodukten und Erdgas zu tun hat, ist für die Fachwelt seit bald 40 Jahren unumstrittene Binsenweisheit. In der Himalayaregion in Nepal haben ungewöhnlich hohe Temperaturen im Juli und August zur Tragödie beigetragen. Und Katastrophen wie diese wiederum, so haben statistische Analysen inzwischen gezeigt, sind mit der bereits eingetretenen globalen Erwärmung von fast 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau erheblich wahrscheinlicher geworden. Insofern ist es nur folgerichtig, wenn die nepalesische Regierung nach dem verheerenden Bergsturz von den reichen Ländern Schadenersatz fordert. Nicht zuletzt Deutschland ist angesprochen, denn es gehört zu den sechs Ländern, die in den vergangenen 150 Jahren am meisten CO₂ in die Luft geblasen haben.
Doch hierzulande steht anderes auf der Tagesordnung. Die Bundesregierung will trotz eskalierender Klimakrise unbedingt teure Gaskraftwerke bauen und behindert den Ausbau von Solar- und Windenergie, wo sie kann. Die Botschaft an die junge Generation ist so zynisch, wie es zynischer kaum geht: Wir hinterlassen euch eine Welt voller Katastrophen, Hitzewellen und Ernteausfälle, und das Ganze dürft ihr dann auch noch in den Schützengräben kommender Kriege verteidigen, für die wir schon noch sorgen werden.
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Berufung möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
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