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Mission erfüllt
Elf Jahre nach ihrer Gründung wurden die Demokratischen Kräfte Syriens aufgelöst und in die syrische Armee integriert. Dies erfolgte nach einem US-Plan
Die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) sind Geschichte. Am Dienstag abend verkündete deren Generalkommandant Mazlum Abdi in Damaskus die Auflösung des Militärbündnisses, das als Verteidigungskraft der nordostsyrischen Autonomieregion Rojava im vergangenen Jahr noch rund ein Drittel Syriens kontrolliert hatte.
Mit Abschluss der »Integration« der SDF als Brigaden in die syrische Armee sei die bisherige Mission der SDF beendet, erklärte Abdi nach einem Treffen mit Syriens islamistischem Präsidenten Ahmed Al-Scharaa. Er hoffe, »dass der heutige Tag den Beginn eines wirklichen Wandels markiert – von den Schlachtfeldern zu den Orten des Wiederaufbaus, von der Zeit der Waffen zur Zeit des Friedens und von der Vereinigung Syriens zum Aufbau Syriens.«
Die früheren SDF-Einheiten werden in den kurdischen Siedlungsgebieten Hasaka, Kamischli und Derik sowie in Kobani stationiert. Die Frauenverteidigungseinheiten YPJ, deren Übernahme in die Armee die regierenden Islamisten strikt ablehnen, sollen in Antiterroreinheiten des Innenministeriums eingegliedert werden, meldete die kurdische Medienagentur Rudaw unter Berufung auf »Quellen«.
Abdi werde nun Berater von Al-Scharaa in kurdischen Angelegenheiten, die bisherige Autonomieverwaltungssprecherin, Ilham Amed, ins syrische Parlament kooptiert, berichtete das arabische Nachrichtenportal Al Majalla. Zudem sei vereinbart worden, Kurdisch als Amts- und Unterrichtssprache für mehrere Fächer in den kurdischen Landesteilen anzuerkennen.
Die SDF, die zu ihrer Blütezeit bis zu 100.000 kurdische und arabische Soldaten sowie kleine Kontingente christlicher Minderheiten umfassten, hatten vor rund zehn Jahren maßgeblich zum Sieg über die Dschihadistentruppe »Islamischer Staat« (IS) beigetragen. Mehr als 10.000 SDF-Kämpfer verloren dabei ihr Leben. Die Gründung des Militärverbands um die kurdischen Volks- und Frauenbefreiungseinheiten YPG und YPJ als kampferprobten, disziplinierten Kern wurde 2015 von der US-Regierung maßgeblich gefördert. Denn aus Rücksicht auf den NATO-Partner Türkei wollte Washington seine Militärhilfe gegen den IS nicht direkt an die YPG geben, die wegen ihrer Nähe zur Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) von Ankara als terroristisch eingestuft wird. Zudem setzte Washington darauf, die kurdischen Rebellen mit ihren anarchistischen und feministischen Vorstellungen so besser einhegen und mäßigen zu können.
Mit dem Sturz von Präsident Baschar Al-Assad durch die Dschihadistenallianz HTS Ende 2024 verloren die SDF, die auch die syrischen Ölfelder kontrolliert hatten, für Washington ihren Wert als Druckmittel auf Damaskus. Ein von den USA vermitteltes Abkommen zur Integration der Verwaltung und Verteidigungskräfte der Autonomieregion in den syrischen Staat verhinderte nach einer Blitzoffensive von Regierungstruppen auf das Autonomiegebiet im Januar dieses Jahres drohende Massaker und Massenvertreibungen. Der Großteil der arabischen SDF-Einheiten war zu diesem Zeitpunkt bereits auf die Seite der islamistischen Regierung übergelaufen.
Mit der Auflösung der SDF als eigenständiger Militärverband erscheint der Traum vieler Kurden von der selbstverwalteten Autonomieregion zunächst ausgeträumt. Während die kurdische Seite nun mit eher vagen Zusicherungen für Sprachrechte und einigen von der Willkür des ungewählten Präsidenten abhängigen Posten im Staatsapparat abgespeist wird, ist Al-Scharaa dem Ziel der Kontrolle über ganz Syrien einen entscheidenden Schritt näher gekommen. »Das ist echte Integration: eine Armee, eine Regierung, ein Staat«, jubelte der US-Botschafter in Ankara und Sonderbeauftragte für Syrien, Tom Barrack, in der Nacht auf Mittwoch auf der Onlineplattform X. »Im Fortgang des Nahostplans von US-Präsident Donald Trump entsteht ein vereintes Syrien für alle«, machte Barrack zugleich deutlich, wer im Hintergrund die Fäden zieht.
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