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Selenskijs Zahlenmagie
Ukraine will Russland zum Frieden zwingen
Genau 40 Tage lang wollte Wolodimir Selenskij nach eigenen Worten mit Geheimdienstoperationen »Einfluss auf Russland nehmen«, damit das Land den ukrainischen Friedensbedingungen für einen sofortigen Waffenstillstand zustimmt. Am Dienstag sind diese 40 Tage abgelaufen. Warum eigentlich gerade 40 und nicht 30 oder 50? Niemand weiß es, und Selenskij selbst ist bisher nicht als kabbalistischer Zahlenmystiker bekannt geworden. Aber vielleicht lernen wir ihn ja gerade als solchen kennen. Denn 40 Tage saß Moses laut dem Alten Testament auf dem Berg Sinai, um die Zehn Gebote in Stein zu hauen, 40 Tage soll Christus in der Wüste gefastet haben, bevor er seine Predigertätigkeit aufnahm, 40 Tage lang soll es bei der Sintflut geregnet haben, und 40 Tage liegen zwischen Ostern und Christi Himmelfahrt. 40 Tage sind in der Bibel ein Symbol für »ziemlich lang«. Wörtlich zu nehmen ist das nicht.
Faktisch ist das Wunder, das Selenskij womöglich zu beschwören suchte, nicht eingetreten. Russland hat im Gegenteil seine Bombardements im ukrainischen Hinterland intensiviert. Die Häfen an der Schwarzmeerküste sind blockiert und zerstört, der ukrainische Export ist zum Erliegen gekommen. Die einzige Bahnstrecke von der Ukraine in die rumänischen Donauhäfen ist auch unterbrochen, seitdem Russland am Wochenende eine wichtige Brücke zerstört oder wenigstens stark beschädigt hat. Die ukrainische Hoffnung, durch Drohnenangriffe auf russische Raffinerien die Benzinversorgung der Armee und der Zivilbevölkerung lahmzulegen, hat allenfalls kurzfristige Effekte gehabt. Inzwischen sind in den meisten russischen Regionen – außer auf der Krim – die Limits für den Treibstoffverkauf schon wieder aufgehoben worden. Und die Hoffnung Kiews, durch flächendeckende Angriffe auf die Logistikfirma Wildberries, das russische Amazon, Versorgungsschwierigkeiten auszulösen, war wohl auch etwas zu phantastisch konzipiert, um ernstgenommen zu werden.
Nein, der Krieg geht weiter, und auch Russland hat eine Stufe hochgeschaltet. Für einen Frieden, der das russische Sicherheitsproblem in Gestalt einer radikal feindlichen Ukraine nicht politisch löst, gibt es keine Aussichten. Natürlich lässt Putin seine Bevölkerung dafür leiden; Selenskij und seine westlichen Sponsoren die Ukrainer aber auch.
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Onlineabonnent*in Franz S. aus R. 5. Aug. 2026 um 13:34 UhrPutin-Kritiker der Woche: Reinhard Lauterbach. Am 28.07.2026 hat er herausgefunden: »Es wird einsam um Putin« und war mit dieser Behauptung ziemlich einsam im jW-Umfeld. Jetzt teilt er den Lesern mit: »Natürlich lässt Putin seine Bevölkerung dafür leiden« (für die Sicherheitsinteressen der Russischen Föderation). Das »Natürlich« hat es in sich, so als läge es in der Natur des russischen Präsidenten, der Bevölkerung Leid zuzufügen. Mit antirussischer Propaganda hat das natürlich nichts zu tun, das ist eben die lauterbachsche Natur: So viel Ausgewogenheit und Äquidistanz muss schon sein.
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Peter Tiedke aus Golzow 5. Aug. 2026 um 11:24 UhrWill die ukrainische Regierung Russland zum Frieden zwingen, wie es die junge Welt auf Seite 1 behauptet? Man muss kein politischer »Experte« sein, um die Frage klar verneinen zu können. Die ukrainischen (und westlichen) Forderungen nach einem »sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstand« sind leicht zu durchschauende Manöver, um die Niederlage des Selenski-Regimes zu verhindern und den »Kriegstüchtigen« in der EU und der NATO den direkten Eintritt in den Krieg über die Vehikel »Schutztruppe«, »Friedenstruppe«, »Garantiemächte« etc. zu ermöglichen und damit die Ukraine de facto und de jure in die Militärorganisation des Westens zu übernehmen. Bei den vielfach erklärten Absichten (»Russland muss verlieren«, »die Entscheidung muss auf dem Schlachtfeld fallen«, »Russland wird immer unser Feind bleiben« usw.) und seit Jahren laufenden Vorbereitungen der EU/NATO auf die Zerschlagung der Russischen Föderation würde das den Eintritt in einen umfassenden Krieg mindestens in Europa bedeuten, zwischen mindestens drei Atommächten. Das ist das »Friedenspaket« des Westens für Europa und der BRD-Regierung für uns, vorgelegt von der ukrainischen Marionette. Ganz ohne Magie aus der Bibel. Und jeder von uns, der noch nicht ganz lebensmüde ist, sollte hoffen und mit dazu beitragen, dass diese Planung nicht aufgeht! Mit Aufklärung und klarer Sprache. Denn dazu sind Medien, ist die jW da.
Im Übrigen: Die »radikal (russland-)feindliche Ukraine« ist nicht nur ein Sicherheitsproblem für die Russische Föderation. Die triumphale Rückkehr des Faschismus nach Europa öffentlich vorerst dort (mit Heldengedenken an Massenmörder etc., aber in baltischen NATO-Staaten bereits länger, z.B. mit SS-Gedenkmärschen und Verfolgung allem Russischen) und die Zerstörung der antifaschistischen Denkmäler und Grabanlagen, nun auch schon in der BRD geförderte CDU-/SPD-Politik, zeigen die Absichten und den Weg und die Gefahren, vor denen ganz Europa steht! Wehret den Anfängen? Ha, es ist fünf nach zwölf! Man darf gespannt sein, wann die Pistorius-(SPD)-Truppe auf dem Weg »wieder die stärkste Armee Europas« zu werden, die »deutschen Helden der sauberen Wehrmacht und der unbescholtenen Waffen-SS« aus der Versenkung holt. Vor gut zwei Jahren wurde der Versuchsballon ja schon mal gestartet und wieder eingeholt.
Und eine zweite Bemerkung: Es ist eine beliebte (und von den Mainstreammedien gern genutzte) Propagandamethode, gesellschaftliche Prozesse zu personalisieren – »Putins Krieg«, »Putin lässt leiden«. Wir wissen, dass so etwas genutzt wird, um Hintergründe zu verschleiern. Das wollen wir doch nicht, oder? Mal abgesehen davon, dass das dann doch wohl eher Johnsons, Bidens, Scholz, Merzens (und auch Trumps) etc. Krieg wäre, der die Ukrainer und die Russen leiden lässt, stellte Brecht zur Rolle der Persönlichkeit die ironische Frage auf die »heroischen Taten« Caesars in Gallien bezogen: »Hatte der nicht wenigstens einen Koch dabei?«
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