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Wetterleuchten in Japan

Foto: Thomas White/Illustration/File Photo/REUTERS

Am 18. Juli schrieb Lucas Zeise in dieser Zeitung unter der Überschrift »Superschwacher Yen«: »Der Devisenhandel wartet gespannt auf neue Yen-Tiefs.« In der vergangenen Woche fiel der Yen auf den tiefsten Stand zum Dollar seit 1986, am Donnerstag griffen das US-Finanzministerium und das Japans gemeinsam zur Yen-Stützung in den Devisenmarkt ein. Rund um den Globus wurde die Aktion sorgenvoll kommentiert (siehe auch den Artikel von Lucas Zeise auf Seite 8):

In der japanischen Zeitung Nihon Keizai Shimbun heißt es: »Die Aktion ist von großer Bedeutung. Die Intervention alleine dürfte allerdings den starken Sog des schwächelnden Yens nicht stoppen können. Gefragt ist nun eine disziplinierte Politik der Regierung in Tokio und der Notenbank Japans, die dank der Intervention Zeit gewinnen konnten.« Die chinesische Zeitung Jiefang Ribao aus Shanghai meint: »Tokio und Washington haben unterschiedliche Beweggründe. Während sich Japan um die Folgen der rapiden Abwertung der Landeswährung für die eigene Volkswirtschaft sorgt, möchten die USA damit den Dollar als globale Leitwährung erhalten. Lange Zeit war ein schwacher Yen Teil der japanischen Wirtschaftspolitik, um die Exporte anzukurbeln und den Aktienmarkt anzutreiben. Nach ihrem Amtsantritt setzte Premierministerin Takaichi diesen Kurs der lockeren Geldpolitik ihrer Vorgänger fort, aber inzwischen treten die Nebenwirkungen in Form massiv gestiegener Lebenshaltungskosten deutlich zutage.«

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Die Neue Zürcher Zeitung schreibt: »Ein bloßes ›Signal der Freundschaft‹ ist es kaum, wenn die USA nicht länger zusehen, wie der Yen zuletzt gegenüber dem Dollar auf den schwächsten Wert seit rund 40 Jahren absackte. Denn ein schwächerer Yen beschert den japanischen Unternehmen im globalen Wettbewerb einen Preisvorteil auch gegenüber den amerikanischen Konkurrenten. Dies allein erklärt Trumps Schützenhilfe aber nicht. Ein noch wichtigerer Grund dürfte sein, dass kein anderes Land so viele amerikanische Staatsanleihen besitzt wie Japan. Gehen Japan die Devisen aus, um gegen den schwachen Yen zu intervenieren, könnte das Land versucht sein, die fehlenden Mittel durch den Verkauf von US-Schuldpapieren zu beschaffen. Um für diese Papiere neue Käufer zu finden, müssten die Zinsen dann steigen. Das Schuldenmachen würde für die USA also teurer. Das will Washington unter allen Umständen vermeiden.« Die FAZ meint: »Das (japanische) Wetterleuchten muss sich nicht auf den Fernen Osten beschränken. Ein zunehmendes Unbehagen an den Märkten über die auf Dauer unhaltbare Schuldenpolitik in den Vereinigten Staaten und in einigen europäischen Ländern ist längst vernehmbar.« (as)

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Erschienen in der Ausgabe vom 05.08.2026, Seite 2, Ansichten

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