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Labour hofft auf Sieg
Großbritannien: Nach der Kür von Andy Burnham zum Regierungschef wählt Manchester einen neuen Bürgermeister
Die Großstadtregion Greater Manchester wählt einen neuen Bürgermeister. Die Wahl an diesem Donnerstag wird notwendig, da der bisherige Bürgermeister Andrew Burnham durch seinen Sieg bei den Nachwahlen im Juni wieder ins britische Parlament eingezogen und nun neuer Regierungschef ist.
Greater Manchester ist nach London die zweitgrößte Metropolregion Englands. Bei den Wahlen 2024 hatte Burnham fast 64 Prozent der Stimmen erhalten, doch die Wahlbeteiligung lag nur bei 32 Prozent. Umfragen deuten darauf hin, dass die Labour-Partei auch diesmal gewinnen wird. Großspurige Ankündigungen des Reform-UK-Chefs Nigel Farage, »alles in den Wahlkampf in Manchester zu werfen«, damit die extrem rechte Partei erstmals einen Bürgermeister stellen kann, setzte die Partei schließlich nicht um. Farage kämpft um seine eigene Nachwahl in Essex.
Mehr als zwei Millionen Menschen sind wahlberechtigt, um einen neuen Bürgermeister für Greater Manchester zu wählen. Damit ist es die größte Nachwahl in der Geschichte Großbritanniens. Sieben Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge Burnhams.
Burnham war 2017 der erste direkt gewählte Bürgermeister von Greater Manchester und bekleidete das Amt neun Jahre lang. Er wurde 2021 und 2024 wiedergewählt. Die bisherige Fraktionsvorsitzende von Labour im Stadtparlament, Bev Craig, hat die besten Chancen, neue Bürgermeisterin zu werden. Ob Sian Astley von Reform UK dies verhindern kann, ist fraglich. Die fünf anderen Kandidaten sind Geraldine Coggins von den Grünen, Phil Eckersley von den Konservativen, der unabhängige Kandidat Marcus Farmer, Richard Kilpatrick von den Liberalen und Marlon West von Restore Britain. Ihnen geben die Beobachter aber keine realen Chancen auf den Bürgermeistersitz.
Craig möchte auf der Popularität von Burnham in Manchester aufbauen. Unter ihm waren der öffentliche Nahverkehr reformiert und die Freifahrt für Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren eingeführt worden. Craig kündigte im Wahlkampf an, diese Initiative auch auf Elf- bis 16jährige auszuweiten. Das war ihr erstes Wahlversprechen – ein kluger Schachzug. Denn so lenkte sie die öffentliche Debatte auf lokale Reformen, die Burnham eingeführt hatte, und nahm der Reformpartei damit den Wind aus den Segeln. Diese hatte versucht, den Wahlkampf auf die Themen Migration und soziale Probleme zu lenken. Bei den Gemeinderatswahlen im Mai 2025 hatte Reform UK in der Region noch mehrere Wahlkreise gewonnen und damit Labour einen herben Schlag versetzt.
Bei den diesjährigen Kommunalwahlen geriet Labour sowohl von links als auch von rechts unter Druck: Reform und Grüne gewannen beachtlich hinzu. Auch die Liberaldemokraten erzielten ein starkes Ergebnis und eroberten die Großstadt Stockport zurück, indem sie den Konservativen Sitze abnahmen.
Seit über einem Jahr führt Reform UK die landesweiten Umfragen an, und nach den überwältigenden Siegen bei den Kommunalwahlen vor zwei Monaten waren viele ihrer Anhänger zuversichtlich, die Bürgermeisterwahl in Greater Manchester zu gewinnen. Danach sieht es aber nicht aus: Bereits bei zwei anderen Nachwahlen in Greater Manchester ging Reform leer aus. Hannah Spencer gewann im Februar Gorton und Denton für die Grünen, während Burnham im Juni in Makerfield einen deutlichen Sieg für Labour errang.
Die aktuellen Zahlen des Umfrageinstituts Yougov vom 17. Juli 2026 zeigen, dass Labour gewinnen dürfte. Craig, so erwartet Yougov, wird Astley in der zweiten Runde der Bürgermeisternachwahl mit 62 Prozent zu 38 Prozent schlagen. Craig führt in der Umfrage auch bei den Erststimmen mit 38 Prozent gegenüber Astleys 24 Prozent, während Geraldine Coggins von den Grünen mit 17 Prozent auf dem dritten Platz liegt. 44 Prozent der Wahlberechtigten sind der Meinung, dass Burnham mit seinem Rücktritt als Bürgermeister und seiner Rückkehr nach Westminster richtig gehandelt hat. Zwei Drittel der Einwohner Greater Manchesters stehen Burnham zu, als Bürgermeister gute Arbeit geleistet zu haben. Selbst 55 Prozent der konservativen Wähler von 2024 attestieren Burnham ein gutes Zeugnis.
Die Wahllokale in Greater Manchester schließen um 22 Uhr Ortszeit. Die Stimmen werden am Freitag ausgezählt, mit einem Ergebnis ist voraussichtlich erst am Nachmittag zu rechnen.
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