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Westafrika

Faye sucht Schutzschild

Senegals Präsident gründet neue Partei »Kiiraay«

Foto: Ngouda Dione/Reuters
Mittlerweile sind sie geschiedene Leute: Senegals Präsident Faye (r.) und sein früherer Mitstreiter Sonko (Dakar, 1.8.2025)

Das Bündnis zwischen dem senegalesischen Präsidenten Bassirou Diomaye Faye und Expremierminister Ousmane Sonko ist Geschichte, wie die Infoseite Afrik.com am Wochenende berichtete. Am Sonnabend hat Faye in Dakar feierlich die Gründung einer neuen Partei verkündet, mit der er sich von seinem alten Kampfgefährten und dessen panafrikanischer Formation Pastef absetzt. Die Neugründung trägt den Namen »Kiiraay – Republikanische Patrioten«. Sie kann an die parteiübergreifende Wahlplattform »Diomaye Präsident« anknüpfen, der 2024 ein haushoher Sieg bei den Wahlen gelang. In der im Senegal weitverbreiteten Sprache Wolof bedeutet Kiiraay »Schutzschild«. Faye, der nach seinem Amtsantritt noch als Generalsekretär der Pastef zurückgetreten war, will selbst den Vorsitz von »Kiiraay« übernehmen. Nun sollen im ganzen Land Mitglieder geworben und Vertretungen eröffnet werden.

Hintergrund der Neugründung ist ein Streit zwischen Faye und Sonko, der sich immer weiter vertieft hat. Anlass war, dass die seit April 2024 amtierende Regierung unter Präsident Faye nach wenigen Monaten entdecken musste, dass die senegalesischen Staatsschulden weit höher sind als vor dem Regierungswechsel bekannt. Bei einem Kassensturz ergab sich nämlich, dass das Haushaltsdefizit nicht, wie unter Fayes Vorgänger Macky Sall angegeben, circa 4,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen, sondern stattliche 12,3 Prozent. Das zwang Faye und Sonko zu sofortigem Handeln. Dabei wollten beide aber verschiedene Wege einschlagen: Faye beschloss, sich an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zu wenden. Sonko lehnt eine Kapitulation vor der Finanzinstitution mit ihren neoliberalen Kahlschlagprogrammen jedoch strikt ab.

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Die Folge: Im Mai wurde Sonko als Regierungschef abgesetzt. Es gelang Faye aber nicht, den populären Politiker auch kaltzustellen. Denn wenige Tage später wurde Sonko zum Parlamentspräsidenten und damit zum zweitwichtigsten Amtsträger des Landes gewählt. Wie stark aber Faye mittlerweile von dem zunächst gemeinsam mit Sonko verfochtenen Kurs abweicht, wurde klar, als er vergangene Woche seinem Amtsvorgänger Macky Sall Unterstützung bei dessen Kandidatur für den Posten des UN-Generalsekretärs zusagte. Sall war von den Vertretern der Pastef stets als Inbegriff der Korruption gebrandmarkt worden. Ihn vor Gericht zu bringen war eines der zentralen Wahlversprechen Fayes und Sonkos – als sie noch gemeinsam an einem Strang zogen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 28.07.2026, Seite 7, Ausland

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