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Käse von Trump

Foto: IMAGO / APAimages
Ob der saudische Herrscher auf Trumps vergiftetes Angebot eingeht?

Am Mittwoch schlossen die USA und Saudi-Arabien ein Abkommen über US-Hilfe für das saudische Atomprogramm. Am Donnerstag schränkte Donald Trump ein, der »Deal« trete nur in Kraft, wenn Saudi-Arabien Israel anerkenne. Diesen Flügelschlag des Ententänzers im Weißen Haus kannten die Kommentatoren des Abkommens noch nicht.

Die Neue Zürcher Zeitung fürchtet: »Trump riskiert ein nukleares Wettrüsten«, sieht aber im Abkommen vor allem einen Schachzug, um das Verhältnis zwischen Washington und Riad zu kitten. Denn der Krieg gegen den Iran habe »offengelegt, wie begrenzt die amerikanischen Sicherheitsgarantien für die Golfstaaten inzwischen sind«. Der saudiarabische Herrscher Mohammed bin Salman habe beim zweiten Amtsantritt Trumps »Investitionen im dreistelligen Milliardenbereich in Aussicht gestellt. Dafür erwartet Riad offensichtlich Zugeständnisse. Der Atompakt ist eines davon.«

Moritz Behrendt vom ARD-Studio in Kairo kommentiert, die Gefahr eines atomaren Unfalls sei im Nahen und Mittleren Osten »sicherlich größer als an anderen Orten der Welt«, und zählt auf: »Die USA haben im aktuellen Krieg schon das Umfeld des Atomkraftwerks Buschehr in Iran ins Visier genommen, Iran wiederum das Gelände des AKW in den Vereinigten Arabischen Emiraten beschossen – zum Glück bislang ohne größere Schäden.« Saudi-Arabien, das eigene Uranvorkommen habe, plane aktuell keine Atombomben, »aber Pläne können sich ändern, Regierungen auch«. Siehe Iran: »Die USA, Frankreich und Deutschland haben Iran eifrig mit Technologie und Know-how beim Aufbau des Atomprogramms geholfen – damals, als der Schah herrschte.« Trump fügt sich gut in diese Wertegemeinschaft.

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Der Nahostexperte Guido Steinberg nennt jedenfalls im Deutschlandfunk das Abkommen eine »Katastrophe für die Nichtverbreitung«. Die Londoner Times meint gar, Trump habe »den Vorhang für einen neuen Akt der Unruhe in der Region« gehoben. Auf De Volkskrant aus Amsterdam wirkt das Abkommen »wie ein wenig durchdachter Schritt, der den Atomwaffensperrvertrag unnötigerweise untergräbt und vor allem darauf ausgerichtet zu sein scheint, milliardenschwere Geschäfte für die amerikanische Nuklearindustrie zu ermöglichen«. Also doch durchdacht.

Die Zeitungen der Mediengruppe Bayern steuern bei: »Wenn Saudi-Arabien argumentiert, aus Sorge um seine Energiesicherheit ein Atomprogramm zu benötigen, ist das in etwa so, als würde die Schweiz händeringend nach Käsebezugsquellen suchen. Es gibt wohl kaum Länder, die ähnlich energieautark sind wie der Golfstaat.« Die Doppelagenda liegt also offen zutage: Die Saudis streben nicht nach Energie, sondern nach »Atomtechnologie«. Was sonst? (as)

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Erschienen in der Ausgabe vom 25.07.2026, Seite 2, Ansichten

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