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Beim Fananwalt

Weite Wege

Foto: jW

Gewöhnlich geht es bei meiner Tätigkeit als Fananwalt unter der Woche recht betriebsam zu. Viele Gerichtstermine in der ganzen Republik müssen wahrgenommen und umfangreiche Besprechungen mit Mandanten durchgeführt werden. Viel Zeit in Zügen und im Auto. Da geht es mir sicherlich nicht viel anders als anderen Kollegen. Aber das Wochenende sollte ein Hort der Ruhe und Entspannung sein. Zumeist steht da der Besuch von Fußballspielen an, um auch praktisch nach der Umsetzung von Fanrechten zu schauen und natürlich mit Freunden beim Bier von der Tribüne aus zu pöbeln. Obwohl in letzter Zeit auch der Sonntag bei mir immer mehr zum Werktag in der Kanzlei geworden ist, geht es dank der Ruhe im Büro dennoch entspannt zu. Dann aber gibt es Wochenenden, die lange im Voraus geplant werden und auf den ersten Blick komplett nach Entspannung aussehen. So ein Wochenende sollte eigentlich auch das vorherige werden. Am Freitag mittag machte ich mich mit dem Zug auf den Weg nach Mainz, um am Abend an einer Veranstaltung zu Fanrechten teilzunehmen. Schon hier kam ich mit großer Verspätung an, aber egal. Eine schöne Veranstaltung war es trotzdem.

Am Sonnabend morgen machte ich mich auf den Rückweg nach Berlin, um am Nachmittag bei meinem Herzensverein BFC Dynamo die Saisoneröffnung im Sportforum bei einem Spiel gegen Pogoń Szczecin zu erleben. Da habe ich aber nicht mit der Bahn gerechnet. Denn diese brachte mich mit gut zwei Stunden Verspätung in die Hauptstadt, so dass ich nur noch den Schlusspfiff erlebt hätte. Also nichts mit einem schönen Stadionnachmittag. Und die Krönung war dann der Sonntag. Da machte ich mich am Nachmittag auf den Weg nach Osnabrück, da dort am Montag ein Fußballfan vor Gericht verteidigt werden musste. Die Bahn schaffte es aber, mit zwei Stunden Verspätung in Berlin loszufahren und mit drei Stunden Verspätung anzukommen. Aus einem sommerlichen Abend im Biergarten in Osnabrück wurde also auch nichts.

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Tja, was macht man nicht alles als Fananwalt für die Fanrechte und die Mandanten? Auch wenn es manchmal nervig ist, mache ich es mit Herzblut. Keine noch so große Verspätung der Bahn und auch kein Hardliner bei Polizei oder Staatsanwaltschaft lässt mich verzweifeln. Weiter geht’s.

»Sport frei!« vom Fananwalt.

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Erschienen in der Ausgabe vom 03.07.2026, Seite 16, Sport

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