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Der Ball ruht
Für meine Fangeneration, die in den 70er und 80er Jahren mit dem Fußball groß geworden ist, stehen oft andere Dinge im Vordergrund als im heutigen Fußballgeschäft mittlerweile üblich. Wenn man sich das aktuelle Verhalten der Verbände und ihrer Funktionäre ansieht, wird schon klar, was ich meine. Zugegebenermaßen war ich noch nie ein großer Freund ihrer Umtriebe. Dennoch hatten wir Fans früher den Eindruck oder zumindest die Hoffnung, dass Funktionäre versucht haben, Fairness und Sportlichkeit nicht nur zu propagieren, sondern auch umzusetzen. Davon ist man heutzutage weit entfernt. Es geht zuvorderst um Machterhalt und Posten. Nur noch selten stehen die Funktionäre für diejenigen ein, für die sie eigentlich da sein sollten: die Vereine und deren Mitglieder.
Deutlich wird das an der gescheiterten Regionalligareform. Alles schien geklärt, eine Mehrheit der Vereine war für die Veränderung. Nicht so aber die Funktionäre. Sie veränderten vor den Abstimmungen kurzerhand die Grundlagen der Einigung. Denn mit Veränderungen hätten diese Funktionäre Posten und Einflussbereich verloren. Das Ende ist eine nicht durchgeführte Reform, und alles bleibt, wie es ist.
So wie der DFL mit ein paar Tennisbällen die Macht der Fans vorgeführt wurde, demonstrieren am kommenden Wochenende die Mannschaften der Regionalliga Nordost am ersten Spieltag die ihre. In den neun Spielen werden alle Mannschaften nach dem Anpfiff den Ball einfach die erste Minute liegenlassen und nicht spielen. Der Unterstützung der Fans können sich die Aktiven auf dem Rasen dabei sicher sein. Nur so kann den Funktionären gezeigt werden, wer letztlich das Sagen hat. Sie sind es nicht. Ich hoffe, dieser Warnschuss reicht. Wenn nicht, werden die Funktionäre spüren, was es bedeutet, wenn Fans und Vereine gemeinsam agieren. Dann wären geworfene Tennisbälle oder eine Minute Stillstand auf dem Rasen noch das geringste Problem.
»Sport frei!« vom Fananwalt.
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