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BSW schlägt AfD eine offene Debatte zwischen Sahra Wagenknecht und Alice Weidel vor

Foto: dts Nachrichtenagentur/IMAGO
Am 9. Oktober 2024 gab es bereits einmal ein Duell zwischen Alice Weidel (l.) und Sahra Wagenknecht auf Welt-TV

Die Parteivorsitzenden des BSW, Fabio De Masi und Amira Mohamed Ali, sowie der Generalsekretär Oliver Ruhnert schlugen in einem Brief vom 26. Juni den Parteivorsitzenden der AfD, Alice Weidel und Tino Chrupalla, eine offene Debatte zwischen Sahra Wagenknecht und Weidel vor:

(…) Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat die »Brandmauer« gegenüber der AfD von Beginn an kritisiert. Sie ist undemokratisch und löst keine Probleme. Die AfD profitiert von ihr, weil sie eine Ohrfeige für Ihre Wähler ist und weil dadurch die eigentlichen Gemeinsamkeiten zwischen der AfD und den Regierungsparteien verborgen bleiben.

Zwischen unseren Parteien gibt es wesentliche Unterschiede. (…) Wir entscheiden grundsätzlich immer in der Sache und nicht danach, wer in den Parlamenten die Anträge stellt. Nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ist unser Wahlziel die Abwahl der Amtsinhaber und ihre Ersetzung durch überparteiliche Ministerpräsidenten, die in den Landtagen mit wechselnden Mehrheiten regieren unter Einbindung der AfD. Aber auch Sie wissen, dass es in Ihrer Partei Rechtsextremisten gibt, die ein ganz anderes Deutschland wollen. Das lehnen wir ab.

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(…)Was der ÖRR und die großen Talkshows nicht mehr leisten, wollen wir daher selbst in die Hand nehmen. Eine kontroverse Debatte auf einem großen Marktplatz im Osten der Republik zwischen den bekanntesten Gesichtern zweier Parteien, die aus unterschiedlichen Gründen vom Mainstream bekämpft werden. Sie, Alice Weidel, gegen Sahra Wagenknecht. Eine solche Debatte würde es ermöglichen, jenseits der bekannten Wahlformate, in denen unsere Spitzenkandidaten in den Ländern aufeinandertreffen, die politische Debatte mit zwei Frauen, die Hallen und Marktplätze füllen, wieder in die Mitte der Gesellschaft zu holen.

Wir sind der Meinung, dass die Zustimmung der AfD zur Hochrüstungspolitik der Bundesregierung und ihre enge Verbundenheit zu US-Präsident Donald Trump nicht im deutschen Interesse liegt. Das BSW fordert die Rückkehr zu russischem Öl und Gas, will aber auch die Abzocke der Mineralölkonzerne beenden. Wir sagen, dreht Nord Stream wieder auf, auch damit wir nicht länger von Trump erpressbar sind. Wir wollen Milliardäre und extrem hohe Erbschaften angemessen besteuern, die AfD lehnt dies ab. Das BSW will Migration reduzieren und Gewalttäter konsequent abschieben, weil Deutschland überfordert ist. In Ihrer Partei wird von einem Teil auch Stimmung gegen Menschen gemacht, die hier seit Jahrzehnten leben, sich an die Regeln halten, Steuern zahlen und zum Teil mittlerweile deutsche Staatsbürger sind. Wichtige Politiker Ihrer Partei rechtfertigen die Kriege der USA und Israels. Die AfD kritisiert zu Recht, wie das BSW, immer engere Meinungskorridore, aber auch die AfD kündigt an, in Universitäten und Schulen hineinregieren zu wollen und propagiert Meldestellen – ähnlich wie bei links-grün, nur mit umgekehrten Vorzeichen. All dies sind Gründe, mit offenem Visier zu debattieren und die Positionen von AfD und BSW in der Öffentlichkeit zu klären.

Wir schlagen Ihnen daher vor, unsere Wahlkampfbühnen im September für diese Debatte zur Verfügung zu stellen, zum Beispiel eine Veranstaltung in Magdeburg und eine in Schwerin – zwei Duelle mit Hin- und Rückspiel. (…)

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Erschienen in der Ausgabe vom 01.07.2026, Seite 3, Abgeschrieben

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→ Leserbriefe
  • Susanne Mayer aus Ludwigshafen am Rhein 2. Juli 2026 um 14:19 Uhr
    Ein mutiger und effektiver Schritt. Nun (leider) klar, dass die AfD sich einer Debatte nicht stellt. Hätte sich ja blamiert und wäre von Frau Wagenknecht als die Partei der Bauernfänger und Pseudopartei des »kleinen Mannes« entlarvt worden, die sie ist. Frau Wagenknecht ist die Frau, die Einblick in die real betriebene Politik (Abstimmungsverhalten und Parteiprogramm) hat, sie hätte die Teilnehmer fundiert alt aussehen lassen. Politiker mit »Öh..«s und »Äh...«s, die in der Realpolitik genau die Politik betreiben, die von der AfD gewünscht wird, verhindern ein Erstarken nicht und sind einer Diskussion mit AFDlern erst gar nicht gewachsen. Eine angebliche Einheitsfront, in der mittlerweile verbrecherische und bürgerfeindliche Politik unter dem Deckmantel »›Wir‹ sind die Demokratie« betrieben wird und sich eine rechte Partei wie die AfD als die Vertreter der Bevölkerung präsentieren kann, ist nicht die Lösung. Sie in einer konkreten Debatte zu enttarnen wäre ein guter Ansatz gewesen und Frau Wagenknecht die Person, die das Zeug dazu hat.
  • Hans Wiepert aus Berlin 1. Juli 2026 um 11:59 Uhr
    Klarer, mutiger Schritt, die unnütze Brandmauer endgültig zu überwinden. Die Kartellparteien von PDL bis CDU haben mit dem Brandmauer-Unsinn die AfD über ein Jahrzehnt lang nur gestärkt. Das BSW ist die einzige Partei, welche die AfD jetzt mal inhaltlich stellen will.
  • Rayan aus Unterschleißheim 30. Juni 2026 um 22:50 Uhr
    Klingt schwer nach Querfront. Was ich allerdings nicht verstehe ist, warum die BSW-Leute offenbar davon ausgehen, dass die AfD-Faschos auf dieses Anbiedern eingehen sollten. Die üble Wahrheit ist doch, das letztere erbärmlicherweise mittlerweile einen gewissen Machtfaktor darstellen, erstere anders als in der Historie dagegen überhaupt nicht. Wird wohl – wie in der kürzlicheren Vergangenheit auch – wieder nur die eh schon krassen Faschisierungstendenzen verstärken. Narzissmus und Opportunismus ist ja wirklich supergeil!
  • Peter Balluff aus Vöhl 30. Juni 2026 um 20:48 Uhr
    Wie »bescheuert« muss Mann/Frau denn sein, um der AfD ein solches Angebot zu machen und gleichzeitig zu glauben, dass selbige das »Angebot« noch annimmt? Das BSW hat sich verzockt, kommt schon mal vor, alle schönen »geträumten« Ministerposten bei Rot-Grün-Rot in der Bundesregierung sind halt jetzt nur noch Makulatur, aber im Saarland (sagt ein Leserbrief schreibender Saarländer) ist es auch ganz nett und am Bostalsee mit Oskar im Camping Mobil mit »Schwenker« und Karlsberg, was kann es schöneres geben … Peter Balluff, Saarländer im nordhessischen Exil
  • Karl-Heinz Schmidt aus Braunschweig 30. Juni 2026 um 20:26 Uhr
    Beim Thema »Anbiederung an die AfD« hat Sahra Wagenknecht komplett den Kompass verloren. Was Sahra sich mühsam aufgebaut hat, reißt sie mit ihrem Hinterteil wieder ein. Schade eigentlich. Aber so schafft sich das BSW selbst ab. Als Steigbügelhalter für die AfD wird das BSW überflüssig. Es wird Zeit, dass das BSW diesbezüglich eine Richtungsentscheidung fällt. Ich werde daran nicht mehr teilnehmen können, da ich kürzlich meinen Parteiaustritt erklärt habe.
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