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Nach verleumderischer Kritik: Keine Veranstaltung im »Volksbad« vor der Volksbühne

Foto: Christophe Gateau/dpa
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Für Freitag, den 14. August, war eine gemeinsame Veranstaltung der Volksbühne und des Vereins »Each One Teach One« (EOTO) im zeitweilig installierten Schwimmbecken vor dem Gebäude der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin vorgesehen. Infolge sachgrundloser und verleumderischer Kritik sagten beide die Veranstaltung ab. Volksbühne und EOTO haben sich dazu jeweils erklärt:

»Wir werden selbstverständlich weiterhin positive Maßnahmen für strukturell benachteiligte Menschen anbieten. Hier geht es um die Verantwortung, die öffentliche Institutionen haben. Wir solidarisieren uns – heute und an jedem Tag – mit allen, die Rassismus und rechten Feindbildmarkierungen ausgesetzt sind«, sagt Matthias Lilienthal, Intendant der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. (…)

Wir haben unterschätzt, dass etwas für öffentliche Schwimmbäder völlig Selbstverständliches – nämlich Angebote für spezifische Gruppen wie Senior*innen, Nichtschwimmer*innen, Kinder und Jugendliche durch Vereine – im Falle der Veranstaltung mit EOTO e. V. zu einer bundesweiten Welle von Antischwarzem Rassismus und Hetze führen würde.

Die Einladung an EOTO e. V., einen Nachmittag lang ein Ferienprogramm für Schwarze Kinder und Jugendliche im Sinn einer positiven Maßnahme zur Förderung strukturell benachteiligter Gruppen zu kuratieren, ist eine Selbstverständlichkeit (...). Sie beruht auf dem Anspruch, bestehende Zugangsbarrieren gezielt abzubauen, und steht im Einklang mit internationalen Menschenrechtsstandards, den geltenden landesrechtlichen Bestimmungen und der besonderen Verantwortung öffentlicher Kulturinstitutionen in Berlin. (…)

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Die künstlerische Aktion Volksbad am Rosa-Luxemburg-Platz, die vom 7. August bis zum 1. Oktober von der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz ausgerichtet wird, setzt sich mit öffentlicher Daseinsvorsorge und damit mit Ausschlüssen, Erfahrungen von Diskriminierung und unterschiedlichen Zugängen zu öffentlichen Räumen auseinander. In diesem Zusammenhang stellen wir das Volksbad sozialen Trägern und Vereinen zu reservierten Zeiten zur Verfügung. (…)

Der Verein EOTO erklärte:

Die Kinder- und Jugendabteilung von Each One Teach One (EOTO) e. V. wurde von der Berliner Volksbühne eingeladen, (…) das »Volksbad« für eine geschlossene Veranstaltung zu nutzen, was im Einklang mit dem (…) Gesamtkonzept des Volksbades steht (…). Ziel war es, einen schönen Sommerferiennachmittag für die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen und deren Angehörige zu organisieren.

Aufgrund der bundesweiten und zumeist sehr polemischen Berichterstattung ist nun aber ein Klima entstanden, in dem wir nicht mehr darauf vertrauen können, dass es eine positive Erfahrung für die jungen Menschen wird und dass die physische und psychische Sicherheit der Kinder und Jugendlichen am morgigen Freitag im Volksbad in der Volksbühne gewährleistet werden kann – auch nicht durch Sicherheitskräfte und Polizei. Seit Beginn der öffentlichen Diskussion über die Veranstaltung erhalten wir rassistische Droh-E-Mails sowie Gewaltandrohungen und diskriminierende Kommentare auf Social Media. Wir können daher nicht ausschließen, dass die Kinder und Jugendlichen an dem Tag weiteren Gefahren ausgesetzt wären. (…)

Wir wurden eingeladen, den Nachmittag im Sinne einer gesetzlich verankerten positiven Maßnahme für strukturell benachteiligte Gruppen zu kuratieren. Schwarze, afrikanische und afrodiasporische Menschen sind in Deutschland in zahlreichen Lebensbereichen von einer umfassenden gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen. Dem wollten wir mit diesem Angebot punktuell entgegentreten und einen Raum schaffen, in dem Schwarze Kinder und Jugendliche ein paar schöne Stunden im Volksbad erleben können. Aus den oben genannten Gründen ist dies nun nicht mehr möglich. (…)

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.08.2026, Seite 3, Abgeschrieben

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