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Abgeschrieben

BSW gegen Schließung des Russischen Hauses

Foto: Schöning/IMAGO
Das Russische Haus der Wissenschaft und Kultur in der Friedrichstraße in Berlin

Der Berliner BSW-Abgeordnete Alexander King kommentierte am Sonntag den Vorschlag des SPD-Spitzenkandidaten zur Abgeordnetenhauswahl Steffen Krach, das Russische Haus zu enteignen:

Wahlkampf absurd: Die Enteignungsdebatte, die eigentlich mit dem Ziel geführt werden sollte, die Mietpreisentwicklung in den Griff zu bekommen, wird vom SPD-Kandidaten Steffen Krach auf ein absurdes Nebengleis geführt. Er schlägt nun vor, nicht große Wohnungsbestände zu vergesellschaften, sondern ausgerechnet das Russische Haus in der Friedrichstraße zu enteignen.

Das ist gar nicht so originell, wie Herr Krach vielleicht denkt. Denn die Grüne-Kandidatin Bettina Jarasch ist Herrn Krach längst zuvorgekommen. Sie hat die Schließung des Russischen Hauses für den Fall einer Grünen-Beteiligung am Senat angekündigt. Jetzt wissen wir, dass sie dabei von ihrem potenziellen Koalitionspartner, der SPD, keinen Widerstand zu erwarten hätte. Übrigens auch nicht von der Linken, denn deren Landesvorsitzender Maximilian Schirmer hatte ja bereits letztes Jahr angeregt, das Russische Haus zu beschlagnahmen.

Das BSW stellt sich diesem Ansinnen klar entgegen. Den letzten Gesprächsfaden zu durchschneiden, die letzten wissenschaftlichen und kulturellen Brücken einzureißen ist ganz sicher kein Beitrag zum Frieden, es ist das Gegenteil. Wer so handelt, bereitet sich auf einen langen Konflikt vor. Deshalb sind die Vorstöße von SPD, Grünen und Linken auch nicht einfach harmlose Wahlkampfgags, sondern höchst gefährlich.

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Auf der Plattform Change.org hat die BSW-Politikerin Josephine Thyrêt eine Petition gestartet, in der Bundestag und Bundesregierung aufgefordert werden, sich für den Erhalt des Russischen Hauses in Berlin einzusetzen. Darin heißt es zur Begründung:

(…) Das Russische Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin ist seit Jahrzehnten ein Ort für Kultur, Bildung und Begegnung. Es bietet Sprachkurse, Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, Vorträge und wissenschaftliche Veranstaltungen. Menschen verschiedener Herkunft und politischer Überzeugungen begegnen sich dort durch Sprache, Musik, Literatur und persönliche Gespräche.

Gerade in Zeiten schwerer internationaler Konflikte dürfen solche Brücken nicht leichtfertig abgebrochen werden. Politische Auseinandersetzungen zwischen Staaten dürfen nicht dazu führen, Kultur, Sprache und zwischenmenschliche Kontakte pauschal unter Verdacht zu stellen.

Eine Schließung des Russischen Hauses allein wegen seiner Verbindung zur Russischen Föderation wäre kein Beitrag zur Verständigung. Sie träfe vor allem die Menschen, die seine kulturellen und sprachlichen Angebote nutzen: Familien, Kinder, ältere Menschen, Kulturschaffende, Lernende und viele Bürgerinnen und Bürger Deutschlands mit biographischen Bezügen zu Russland oder anderen Staaten des ehemaligen sowjetischen Raums.

Diese Petition fordert keine Ausnahme vom geltenden Recht. Sie stellt weder Deutschlands Verpflichtungen aus dem EU-Recht noch die rechtmäßige Anwendung von Sanktionen in Frage. Vielmehr verlangt sie, dass jede staatliche Maßnahme auf einer klaren Rechtsgrundlage beruht, einem legitimen Zweck dient und verhältnismäßig ist. Eine Einrichtung darf nicht allein wegen ihrer kulturellen oder nationalen Zuordnung politisch ausgegrenzt werden. (…)

Der Schutz des Russischen Hauses bedeutet keine Zustimmung zur Politik der russischen Regierung. Kultureller Austausch ist keine politische Gefolgschaft. Eine offene demokratische Gesellschaft muss gerade dann Räume der Begegnung bewahren, wenn die Beziehungen zwischen Staaten belastet sind. (…)

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Erschienen in der Ausgabe vom 10.08.2026, Seite 3, Abgeschrieben

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→ Leserbriefe
  • Roland Weinert aus 65366 Geisenheim 11. Aug. 2026 um 11:56 Uhr
    Der Herr Roderich Kiesewetter von der CDU – ich assoziiere Kriegstreiber erster Klasse – ließ sich hierzu vernehmen: https://www.welt.de/politik/video6a7abed4a7df7fa1af244467/roderich-kiesewetter-russisches-haus-ist-symbol-unserer-schwaeche-und-russischer-einflussnahme.html … Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, er ist ein Doppelspion: ähnlich wie Hetzer Melnyk und dessen Nachfolger in Deutschland. Im Übrigen bin ich der Ansicht, dass der faschistoide Korruptionsstaat Ukraine nicht mehr unterstützt werden sollte. Die deutsche Politik u. a. in dieser Frage lehne ich seit dem 24.02.2024 kategorisch ab. Angesichts der Schuld Deutschlands für Krieg, Leid und Genozid im 20. Jahrhundert (über 6 Mio. ermordete Juden, ermordete Sinti und Roma, ermordete kranke Menschen, über 27 Mio. Kriegstote in der ehemaligen Sowjetunion), sollte es eine absolute Neutralität anstreben, nach Schweizer Modell. ASAP! Typen wie Kiesewetter gehören vor ein »Internationales Menschenrechtstribunal«! Ferner bin ich der Auffassung: Kein deutscher Staatsbürger sollte sich für diesen Staat oder die sog. Westliche Un-Wertegemeinschaft, den die ÖRR propagandistisch unterstützen ( u. a. durch Propaganda-Formate wie https://www.ardmediathek.de/sendung/die-100-was-deutschland-bewegt/Y3JpZDovL25kci5kZS80OTU0 ) und für den diese wie auch andere stehen (BlackRock-Merz), auch durch tätiges Nichttun/Verschweigen (NATO-Osterweiterung als eine Kriegsursache), Verdrehen von (vermeintlichen) Tatsachen, in welchem Pazifistinnen und Pazifisten u. a. Gruppen systematisch straffrei diffamiert werden, zu welchem Dienst auch immer zur Verfügung stellen – womöglich noch sein Leben riskieren, welches deutsche Politik leichtfertigst aufs Spiel setzt seit dem Jahre 2001 bzw. dem 24.02.2022. Alles unter maßgeblicher Beteiligung der SPD!
  • B. Krumm 11. Aug. 2026 um 10:08 Uhr
    Hm, Montag morgen, wa. Die Jarasch gehört schon lange in ihre Geburtsstadt Augsburg abgeschoben, logo. Da gibts z.b. kein Russisches Haus. Müsste doch locken. Dafür Bier, Wurst und andere hervorragende Politiker. Der Krach – na ja, SPD halt. Was soll man dazu sagen? Zurück nach Hannover! Auch kein Russisches Haus;) – aber VW und Massentierhaltung. Ländlich für Sozen. Den eigentlichen Vogelabschuss präsentieren mal wieder die Linken. Maximilian Schirmer. Nie gehört. Aus Weissensee, aber Jahrgang 90. Hm. Was ist da schiefgelaufen? Das der IQ kontinuierlich sinkt hinterlässt eben auch bei einem 36jährigen Parteimitglied der Linken – pardon, ihrem Landesvorsitzenden – spuren. Dass ausgerechnet die roten Sieger (bzw. das Land, aus dem diese kamen) von 1945 – haben die »uns« nicht von dieser braunen Scheiße befreit? – auf jede erdenkliche Art heute wieder provoziert werden, wer hat sich jemals diesen Albtraum vorstellen können? Bei Wessis – Herr im Himmel … –, versteh ichs ja noch. Aufgewachsen unter Altnazis, das hinterlässt Spuren. Aber bei Nasen und Näschen die sich links nennen – würg. An die Front, in die Fabrik – Waffen und Munitionsfabriken gibts ja wieder – und alles zum Mindestlohn! Das Stadtbild von Berlin würde sicher nicht leiden;)
  • Frank Lukaszewski aus Oberhausen 10. Aug. 2026 um 05:43 Uhr
    BSW-Argumente unzureichend: Schließlich kann man im Russischen Haus auch recht gut essen!
  • Onlineabonnent*in Johannes R. aus P. 9. Aug. 2026 um 22:48 Uhr
    Soweit ich weiß, ist das Russische Haus Teil eines Vertrages, der auf der anderen Seite die Häuser des Goethe-Instituts in zahlreichen russischen Großstädten ermöglicht. Wollen wir diesen Brückenkopf einreißen, wird die andere Seite auch fallen. Wer erinnert sich noch an das Verbot von RT deutsch? Dem folgte das Verbot der Deutschen Welle in Russland. Übrigens war ich letztes Jahr mit einer Schulklasse im Russischen Haus. Wir waren auf der Suche nach den Spuren russischer Kultur in Berlin und Potsdam. Wir wurden sehr freundlich empfangen und haben spielerisch die kyrillische Schrift kennengelernt, indem wir deutsche Lehnworte entzifferten und uns mit deren Geschichte befassten. Dieser Ort darf nicht kurzsichtigen, ideologisch geführten Wahlkämpfen zum Opfer fallen. Sonst können wir bald den Alexanderplatz in Banderaplatz umbenennen.
  • Onlineabonnent*in Heinrich H. aus S. 9. Aug. 2026 um 22:19 Uhr
    Wie wäre es mit der Enteignung des Porsche-Piech-Clans bei VW? Aber wenn man schon Krach heisst...
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