Verteidiger des Tages: Kai Havertz
Fußball ist, wenn 22 Spieler 90 Minuten lang einem Ball nachjagen und Gary Lineker am Ende recht behält. Ob man ihn mag oder nicht … okay, die Frage stellt sich nicht, man muss Lineker einfach mögen. Ein phantastischer Fußballer und sicherer Stürmer, seine Torquote in der englischen Nationalmannschaft ist mit 60 Prozent (48 Tore aus 80 Einsätzen) not too shabby. Davon ab hat er, obgleich er viele seiner Tore mit dem Kopf erzielte, seine grauen Zellen beisammen und ist immer auf den Punkt. Man sieht und hört ihn gern, es sei denn, man hat nicht gut gespielt.
Berühmt ist Lineker auch für diesen einen Satz. Dem, der damit endet, dass Deutschland immer gewinnt. Was mal stimmte, stimmt halt nicht mehr, und Lineker machte am Wochenende im Gespräch mit der L’Équipe diesen Sack endgültig zu: »Ich glaube – auch wenn ich mich irren kann –, dass das eine der schwächsten deutschen Nationalmannschaften ist, die ich je gesehen habe.« Bereits bei der letzten WM hatte er seinen Satz humorvoll revidiert. Deutschland gewinne immer, wenn das Team die Gruppenphase übersteht. Dass die gegenwärtige Elf die schlechteste DFB-Auswahl aller Zeiten sei, lässt sich mit Rücksicht auf die Truppe von 1994 bezweifeln, was aber mehr gegen die damalige Auswahl als für die jetzige spricht.
Kritik fasst was an, so fühlt sich auch wer angefasst. Kai Havertz probierte das Kunststück, zugleich drüberzustehen und getroffen zu bellen: »Jeder kann seine Meinung haben.« Vorausgesetzt natürlich, er lebt in Deutschland: »Wir haben schon viele Experten in unserem eigenen Land – wenn es in anderen Ländern auch anfängt, dann reicht es irgendwann mal.« Aber: »Mich interessiert das alles null.« Merkt man, Kai. Zeigten die Deutschen auf dem Platz dieselbe Abwehrleistung wie abseits des Platzes gegen Linekers Kritik, Linekers Kritik wäre überflüssig.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
