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Tiere

Leider ungenießbar: Kröten

Foto: IMAGO/Becker&Bredel
Hier bin ich Kröte, hier darf ich’s sein

Dieses Jahr saß noch keine Kröte auf der Kellertreppe. Kröten sind graubraun, dick, stumm und behäbig, also leicht von den grünen, schlanken, krakeelenden und sprungfreudigen Fröschen zu unterscheiden. Weil sie so leicht zu fangen sind, wäre der Verzehr von Kröten- statt Froschschenkeln aus ökonomischer Sicht viel vorteilhafter, aber wohl nicht aus gastronomischer: Sie schützen sich vor Fressfeinden mit allerlei Sekreten und schmecken daher dem Vernehmen nach recht eklig.

Nicht Krötenessen, aber berauschendes Krötenlecken ist ein Internettrend – die Apotheken-Umschau warnt. Zur rechten Zeit greife ich also nicht zum Kochbuch, sondern zum Eimer, gehe die feuchten Stufen hinab, sammle ein, was da kreucht und bringe sie in den Wald zurück. Vielleicht hat es sich unter den Amphibien mittlerweile herumgesprochen, dass unser Garten eine Sackgasse ist? »Mensch Gisela, wie kommst du denn hierher, du bist doch erst vor drei Wochen aufgebrochen?« – »Jürgen, wenn ich dir das erzähle, glaubst du mir eh nicht, ich sag nur, wenn du auf Partnersuche gehst, dann besser nicht in diese Richtung!« Möglich wär’s.

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Auf einem winterlichen Motorradtreffen in Bayern habe ich einmal eine alte Bäurin kennengelernt, die nicht teilnahm, sondern uns beherbergte und ihre Hühner mit »Husch, husch« und einem Besen gelehrt hatte, sich von der Landstraße fernzuhalten. Und wenn im heimischen Schlafzimmer unter dem Dach mal wieder eine Maus ihr Wesen treibt, reicht es, eine Lebendfalle aufzustellen. Vor wenigen Jahren, aber vielen Mausgenerationen tappte eine hinein. Seither wissen die Nager, sich beim Geruch des Lockstoffs besser davonzumachen, denn als damals der furchtlose Ur-Ur-Stief-Schwipponkel Herbert verschwand, hatte es auch so gerochen. »Ist der nicht auferstanden und in den Himmel gefahren?« »Quatsch, der ist doch Wanderprediger geworden!« Die Mausemutter schüttelt den Kopf: »Kinder, ihr bringt alles durcheinander. Aber eins sage ich euch: Wenn ich höre, dass ihr da oben rumschnüffelt, könnt ihr was erleben!«

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Erschienen in der Ausgabe vom 29.06.2026, Seite 10, Feuilleton

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