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Fettnapffan des Tages: Jens Spahn

Foto: Michael Kappeler/dpa
Bedient: Jens Spahn, wenn das Fett im Näpfchen knapp wird

Man hat ihn schon viele Namen gerufen: Schleimspur, Immobilienhai, Nepotist – und Bundesgesundheitsminister. Längst demaskiert ist sein hemmungsloser Machiavellismus, immerhin kostete er die BRD in Gestalt von milliardenfach und zum Mondpreis bestelltem Mund-Nasen-Schutz mehrere Milliarden Euro und trug zum Prädikat »Coronadiktator« bei. Geschadet hat es dem wandelnden Interessenkonflikt bislang nicht, weshalb er, Jens Spahn, sich auf seinem mit Fettnäpfchen gepflasterten Weg von oben nach ganz oben keine Sorgen mehr um seinen Ruf macht und jüngst per Geständnis auf einen neuen Titel beworben hat: Kryptofaschist.

Die Blöße gab sich der Medienprofi freilich nicht, sondern – wie üblich erst, nachdem ein Leak ihn kompromittiert hatte – gestand an seiner statt irgendein Lakai, dass der Machtwillige an fünf klandestinen Treffen der von Peter Thiel gegründeten Organisation »Dialog« teilgenommen habe. Letzterer ist Gründer von Palantir, verantwortet als solcher die Optimierung totaler Herrschaft und hält nicht viel von Demokratie oder Frauenrechten, dafür um so mehr von Apartheid. Viele Gäste sind zwar keine gerichtsnotorischen Kriminellen, tauchen dafür aber in den Epstein-Files auf. Das Motto der Menschenfeinde: »Wir wollen die Welt verändern.«

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Und mittendrin der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, der schon weiß, nach oben zu buckeln, nach unten zu treten und sich samt Dunstkreis zu bereichern. Auch 2026 – es geht um »Zurück zur Atomkraft«, »Weltkrieg drei meistern« und »Sekten gründen« – sei Spahn wieder eingeladen worden, habe aber abgesagt und den Thiel nie persönlich getroffen, beteuerte sein Lakai. Mehr noch: »Den Begriff ›Dialog-Society‹ kennt Herr Spahn nicht.« Sollte indes noch mehr ans Licht kommen, wird der Vergessliche auch daraus Profit schlagen, etwa mit einem neuen Buch: »Wir werden einander viel verzeihen müssen. Teil 2«.

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Erschienen in der Ausgabe vom 20.06.2026, Seite 3, Ansichten

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  • Jürgen Kauschitz aus Bochum 20. Juni 2026 um 16:59 Uhr
    Kleine Ergänzung: Am 1. Dezember 2020 wurde Elon Musk in Berlin der »Springer Award 2020« verliehen. Die Laudatio hielt Jens Spahn, zu der Zeit auf dem Posten des Gesundheitsministers der GroKo (CDU/CSU und SPD). Daraus ab Minute 48:13 dieses aufschlussreiche Zitat (unter https://www.youtube.com/watch?v=AF2HXId2Xhg): »Elon Musk und ich haben uns erst kürzlich persönlich kennengelernt und können auch über die Pandemiesituation sprechen. Tesla ist durch die Tochtergesellschaft Tesla Grohmann Automation ein Partner des deutsch-niederländische Biotech-Unternehmens CureVac, das an dem Coronavirus-Impfstoff forscht. CureVac verwendet RNA-Bioreaktoren, die von Elon-Musk-Unternehmen entwickelt wurden. Ich freue mich sehr über dieses Engagement, habe jedoch gelesen, dass Elon Musk selbst nicht die Absicht hat, sich impfen zu lassen. Oh, so wie ich, aber ich weiß auch, dass Elon Musk viele der Maßnahmen, die wir als Regierungen ergreifen, um die Pandemie zu kontrollieren und unsere Bürger zu schützen, kritisch sieht. Eine seiner Aussagen hat mich besonders beeindruckt, dass jeder, der gefährdet ist, in Quarantäne sein sollte, bis der Sturm vorüber ist, in Verbindung mit der Beobachtung, die Sie heute Abend gerade wieder gemacht haben, dass jeder irgendwann sterben muss. Ja, Gesundheitsschutz geht in der Pandemie nicht über alles andere. Es geht immer um Ausgewogenheit.«
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