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DDR-Literatur

Ein bisschen Südsee

Nachdenken über Hermann Kant. Erinnerungen anlässlich des 100. Geburtstages des DDR-Schriftstellers

Foto: picture alliance / SZ Photo
»Ich habe nicht gezählt, wie oft ich gefragt wurde, warum ich bei der Sache blieb, ihr nicht einfach anhing, sondern ihr, wo nötig, voranging. (…) Weil ich die Sache nicht mit dem Makel verwechselte und meinte, ich könnte jene von diesem befreien. Leiser Zusatz, nicht für jeden bestimmt: Und weil ich eine andere Sache weder sah noch sehe.«

»Die intensive schwierige Wirklichkeit vieler Lebensläufe droht zu verblassen, die Erinnerung an sie ausgelöscht zu werden. Die Unruhe, die Glut, die sie besessen haben, werden nicht mehr wahrgenommen; sie selbst haben geduldet, dass sie zugeschüttet wurden. Und doch: was wäre das Jahrhundert ohne sie?« (Christa Wolf über Anna Seghers)

***

Der Ober stört. Er öffnet lautstark die gläserne Rolltür und fragt nach weiteren Wünschen. Hermann Kant unterbricht seine Lesung. Die Zuhörer heben die Köpfe, blicken verstört, sind herausgerissen aus ihrem Mitdenken und Mitfühlen. Wir sitzen in einem Nebenraum des Restaurants »Spitteleck« an der Leipziger Straße in Berlin. Dort trifft sich unser kleiner Freundeskreis in längeren Abständen. Der Maler Willi Sitte nippt, von seiner Frau Ingrid sorgenvoll beobachtet, an seinem Rotweinglas und stößt eine Wolke Zigarrenrauch gegen die Zimmerdecke. Vera Singer, die zurückhaltende Malerin, und der Schriftsteller Günther Görlich vertiefen sich in ihr Schweigen. Görlichs Frau Hanka ist nervöser. Sie wartet ungeduldig auf das Verschwinden des Kellners. Die Malerin und Schriftstellerin Heidrun Hegewald trommelt gereizt mit den Fingern, rührt in ihrem grünen Tee und wirft dem Störer einen strafenden Blick zu. Der Maler Walter Womacka und seine Frau Hanny nehmen es gelassener. Meine Frau Maria und ich versuchen, die Belästigung möglichst kurz zu halten. Nach langen zwei, drei Minuten ist alles überstanden. Der Kellner hat seine Notizen mit Stift und Zettel noch einmal rekapituliert; es muss ja alles stimmen. Hermann Kant blättert weiter. Schnell findet er den vorherigen Rhythmus. Alle konzentrieren sich wieder auf seinen Text.¹

Barock und ausufernd

Kant liest aus seinem Roman »Okarina«, der im Aufbau-Verlag erschienen ist. Darin begegnet uns die Figur des Mark Niebuhr wieder, die wir aus dem Roman »Der Aufenthalt« kennen. Während Kant liest, erinnere ich mich an die Spannungen zwischen der DDR und Polen, von denen die Verfilmung des »Aufenthalts« begleitet war. 1983 war es schwierig, diesen Film zu zeigen, denn die polnische Seite warf ihm vor, die polnischen Akteure zu negativ darzustellen und antipolnische Ressentiments zu schüren. Der Film war deshalb von der Berlinale 1983 zurückgezogen worden und wurde nur in Studiokinos vorgeführt. Kant hatte dagegen erfolglos protestiert. Doch schon ein Jahr später wurde der Streifen mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Hauptpreis des 3. Spielfilmfestivals der DDR.

Buch und Film behandeln ein Stück Autobiographie. Mark Niebuhr alias Hermann Kant kommt als Ende 1944 eingezogener 18jähriger Wehrmachtssoldat in polnische Gefangenschaft, wird mit einem Kriegsverbrecher verwechselt, leidet im Gefängnis sowohl unter der Strenge der polnischen Wärter als auch unter der noch in der Haftzelle herrschenden Wehrmachtshierarchie der deutschen Mörder in Uniform und wird schließlich in ein Arbeitslager überstellt, das sich dort befindet, wo zuvor das Warschauer Ghetto gewesen war.

Im Roman »Okarina« wird dieses Schicksal weiterverfolgt. Er beginnt mit einer beinahe faustisch-mythischen, gleichnishaften, imaginären Begebenheit: Aus seinem Arbeitslager wird Niebuhr auf phantastische Weise in den Kreml geholt; Stalin ernennt ihn zu seinem »Ideengefäß« und bringt ihm auf einer Okarina die Flötentöne bei, die lange sein Denken und Verhalten bestimmen. Der gesamte Roman erzählt die Wandlung des Wehrmachtssoldaten zum Antifaschisten, beschreibt Liebesgeschichten, erdachte und erlebte. Von angenehmen Augenblicken ist die Rede, aber auch von Irrtümern, von Rechthaberei, von Intoleranz, vom Finale der DDR und von der »Vereisung« in der Zeit danach.

Hermann Kant liest einen Abschnitt vor, in dem er die Fahrt in die Trümmer des Ghettos beschreibt und wo ein Satz sofort »inwendige Bilder« bei mir hervorruft: »Ich avancierte in den Resten zum Angehörigen eines Räumkommandos, das einer Ordnung halber und eines künftigen Denkmals wegen anfangs mit Händen in den fauligen Müll greifen musste.«² Diese Zeilen betreffen die Jahre 1946/47. Vierzig Jahre später – im Jahr 1986 – war ich als Gast zweier polnischer Kunstzeitschriften in Warschau. Jerzy Waśniewski, der Chefredakteur der Zeitschrift Projekt, begleitete mich damals zum Denkmal für die Gefallenen des Warschauer Ghettoaufstandes, das am 19. April 1948, dem fünften Jahrestag des Beginns dieses verzweifelten Kampfes, auf jenem Gelände enthüllt worden war. Kant hat also dieses Denkmal während und nach seiner Errichtung noch gesehen, denn er kehrte erst 1949 aus der Kriegsgefangenschaft nach Deutschland zurück.

Immer wieder schweift Kant in dem Roman vom Handlungsstrang ab und entschuldigt sich: »Pardon, ich verlor mich an diese Geschichte. An eine dieser Geschichten. Eine, die mich erklärt. Die mir verständlich macht, warum ich manchmal einseitig bin.«³ Auch bei dieser Lesung wird deutlich: Kant hat einen barocken, ausufernden Erzählstil. Er lässt keine Anspielung, keinen Wortwitz, keine sarkastische Zuspitzung aus. Seine satirische, ironische, auch selbstironische Schreibweise kennen wir schon aus anderen seiner Bücher. Im Gespräch stelle ich ihm die Frage, ob es dem Leser nicht dienlicher sei, wenn er dichter an der zu erzählenden Geschichte bliebe oder wenn er gar literarischen Kurzformen – wie der Kurzgeschichte oder der Parabel – mehr Aufmerksamkeit widmen würde. Das lehnt er höflich und bestimmt ab. Das sei eben seine Art zu schreiben, die ihn von anderen unterscheide – und von der Vielfalt der Charaktere der Schriftsteller mit ihren Erfahrungen, Stilen usw. lebe eben auch die Vielfalt der Literatur. Dem kann ich nicht widersprechen.

Perspektiven

Nach 1990 hatte sich Hermann Kant aus Berlin in sein schwer beheizbares Sommerhäuschen in Prälank, einer zu Neustrelitz gehörenden Siedlung, zurückgezogen. Wenn er an den Zusammenkünften unseres Freundeskreises teilnahm, war das für ihn mit einer langen Anreise verbunden. Aber er suchte die Nähe zu Gleichgesinnten. Manchmal trafen wir ihn schon vor Beginn unseres Beisammenseins beim Mittagessen im »Spitteleck«.

Als er zum letzten Mal dabei war, erzählte er uns voller Genugtuung, sein literarischer Nachlass sei vom Deutschen Literaturarchiv Marbach übernommen worden. Dort befände er sich in guter Gesellschaft. Gesundheitlich ging es ihm immer schlechter, so dass er weiteren Treffen fernbleiben musste. Wir telefonierten öfter miteinander und schrieben ihm noch zum 90. Geburtstag einen Brief nach Neustrelitz. 2015 war er schwer gestürzt, weil er kaum noch sehen konnte. Man brachte ihn in eine Einrichtung für betreutes Wohnen, wo er am 14. August 2016 starb.

Genau einen Monat zuvor hatte er noch im Großen Haus des Neustrelitzer Theaters seine Bücher signiert – an einem ausverkauften Leseabend zu seinem 90. Geburtstag, den ihm der Aufbau-Verlag und das Theater unter dem Titel »Aufenthalte. Ein Abend für Hermann Kant« ausgerichtet hatten. Zu den Vortragenden gehörte auch Wolfgang Kohlhaase, Autor des Drehbuchs von »Der Aufenthalt«.

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Natürlich hatten wir Kants große Romane »Die Aula« und »Das Impressum« bald nach ihrem Erscheinen 1965 und 1972 gelesen. Die Arbeiter-und-Bauern-Fakultäten (ABF), mit denen nach dem Zweiten Weltkrieg das Bildungsprivileg der Besitzenden gebrochen worden war und von denen »Die Aula« handelt, gab es – mit zwei Ausnahmen – nur bis 1963, so dass sie für uns schon ein wenig Geschichte waren. Am meisten interessierte mich dann doch »Der Aufenthalt«, weil mein Vater als irregeführter junger Mensch 1942 in der Nähe von Kursk gefallen war und einen solchen Erkenntnisprozess wie Mark Niebuhr nicht mehr durchlaufen konnte. Auch der Roman »Kennung« war wichtig. Darin ging es um das Verhältnis zwischen der offiziellen Kulturpolitik und den Künstlern in der jungen DDR. Andere Werke von Hermann Kant wie »Bronzezeit«, sein autobiographischer »Abspann« oder »Kormoran« bewegten mich weniger.

Doch der Roman »Kino«, in dem ein alter Schriftsteller – auf regennassem Pflaster in einem Schlafsack liegend – in der Hamburger Fußgängerzone die Vorübergehenden beobachtet, packte mich wieder: Die Perspektive von unten, eigentlich bitter, reizt zu geistvollen Reflexionen über die Gegenwart, über Selbstwahrnehmung und die Bedeutung von Ost-Erfahrungen in einer wiedergekehrten alten Gesellschaft. Auch hier ist sein Erzählstil kunstvoll und überbordend.

Hamburg war ja seine Geburtsstadt. Dort wurde er am 14. Juni 1926 als Sohn einer Fabrikarbeiterin und eines Gärtners geboren. Die Verhältnisse waren ärmlich. Als Hamburg unter den alliierten Luftangriffen zu leiden begann, zog die Familie ins mecklenburgische Parchim. Dort besuchte er die Volksschule und beendete eine Elektrikerlehre. Nach dem Krieg war er Mitbegründer eines Antifakomitees und Lehrer an der Antifazentralschule im Arbeitslager auf dem Gelände, auf dem sich das Warschauer Ghetto befunden hatte. In dieser Zeit traf er auch mit Anna Seghers zusammen, die ihn stark beeindruckte. In Greifswald holte er 1952 an der ABF das Abitur nach und studierte anschließend bis 1956 Germanistik an der Humboldt-Universität in Berlin. Ab 1957 war er dort wissenschaftlicher Assistent am Germanistischen Institut und bis 1959 Chefredakteur der Studentenzeitschrift Tua res. 1959 trat er in den Schriftstellerverband ein. Das PEN-Zentrum Ost und West nahm ihn 1964 als Mitglied auf und wählte ihn von 1967 bis 1982 in sein Präsidium. 1969 wurde er Vizepräsident und war von 1978 bis 1990 als Nachfolger von Anna Seghers Präsident des Schriftstellerverbandes. Aus der Akademie der Künste, deren Mitglied er seit 1969 war, trat er 1992 aus, ebenso aus dem PEN-Club.

Der Erzähler

Sein Leben lang schrieb Kant Erzählungen, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden und von denen deutschsprachige Hörbuchfassungen und Litera-Schallplatten erschienen. Auch hier findet man Groteskes, Satirisches, Situationsbeschreibungen voller Ironie und unerwartete Pointen. »Frau Persokeit hat grüßen lassen«, »Vakanz«, »Der dritte Nagel«, »Entscheidende Wendungen« und »Schöne Elise« sind einige davon. Herr Farßmann, die Hauptfigur aus »Der dritte Nagel«, taucht auch in anderen Erzählungen auf. Sechs dieser Geschichten sind im Sammelband »Herrn Farßmanns Erzählungen« zusammengefasst und waren die Grundlage für den Film »Farßmann oder Zu Fuß in die Sackgasse«. Solche Texte trugen zu Kants Popularität vielleicht mehr bei als manche seiner Romane.

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Hermann Kant als Vorsitzender des Schriftstellerverbands gratuliert seiner Vorgängerin Anna Seghers zum 80. Geburtstag, links: SED-Generalsekretär Erich Honecker (Berlin, 11.11.1980)

Zwischen 1975 und 1990 erschien in fünf Auflagen in verschiedenen Verlagen – darunter in den Niederlanden und in Ungarn – sein Sammelband »Eine Übertretung« mit sieben Geschichten. Alle sind aus der Sicht eines Ich-Erzählers geschrieben, einige sind reine Monologe.⁴ Gerade dieser Band dokumentiert die Popularität Kants als Erzähler. »Ein Festbeitrag« berichtet über eine komplizierte Entscheidung in der Redaktion einer Zeitung. Um eine Rede anlässlich einer Jugendweihefeier geht es in der Erzählung »Kommen und Gehen«: Wie verhält man sich einem Menschen gegenüber, der in der Weimarer Republik wegen seiner kommunistischen Überzeugung gedemütigt und in der Nazizeit verhaftet wurde? Wer hat ihm bei seiner Flucht geholfen? Wie engagiert sich ein Antifaschist nach dem Krieg? Am Ende wird an die Jugendlichen appelliert, Neuem gegenüber offen zu sein. Das Verhältnis von Arzt und Patient und die Erinnerung an eine in der Nachkriegszeit erlittene Krankheit sind die Motive der Erzählung »Eine Unklarheit«. Die »Anrede der Ärztin O. an den Staatsanwalt F. gelegentlich einer Untersuchung« beschreibt die Mühen einer Medizinerin, einen Patienten auf eine komplizierte Untersuchung vorzubereiten.

Mit sarkastischem Humor beschreibt Kant in »Eine Übertretung« die Mühen des Erzählers, eine beinahe sterbende 92ährige über den Grenzübergang Wartha/Herleshausen entsprechend einer Bitte der DDR-Grenzorgane nach Westdeutschland zu bringen. Nach langem Hin und Her gelingt die Übergabe an den Neffen Siegfried. Das ist mit so viel hintergründigem Witz erzählt, dass das Lesen zum Vergnügen wird. Genuss bereitet auch der Text »Schüttelrost«, in dem ein übrig gebliebener Altnazi versucht, dem Schriftsteller bei einem Missgeschick mit dem PKW zu helfen. Er provoziert dabei den beinahe Hilflosen mit seinen reaktionären Sprüchen; dieser jedoch weiß nun in seinem Zorn, wie er sich selbst aus seiner Lage befreien kann. In ernsthafterem Ton endet der Sammelband mit der Erzählung »Lebenslauf, zweiter Absatz«, in der ein Wehrmachtssoldat, der einen Rotarmisten erschossen hat, desertiert und sich aus seinem Versteck heraus ergibt. Eine Episode mit symbolischer Bedeutung.

Unauslöschliche Lektion

Kein Schriftsteller aus der DDR wurde nach der »Wende« so sehr verleumdet und angegriffen wie Hermann Kant. Man verzieh ihm seine Haltung nicht. Nahezu alle Mainstreammedien bliesen in dasselbe Horn. Wolfgang Thierse, ehemals Präsident des Deutschen Bundestages, bemerkte anlässlich von Kants Tod: »Die gut lesbare ›Aula‹ und der ernsthafte ›Aufenthalt‹ – das sind wichtige Bücher des Autors Kant, ansonsten viel oberflächliches, eitles und apologetisches Geplauder. Der Funktionär Kant bleibt mir in unangenehmster Erinnerung als brutal und verlogen und bis zum Schluss zu wirklich selbstkritischer Einsicht weder fähig noch willens.«⁵ Der Literaturexperte Thierse, der bis zur »Wende« wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Literaturgeschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR war, konnte nun endlich »freiheitlich« gegen einen Toten hetzen, der ihn im Gedächtnis der Menschen lange überleben wird. Was das »oberflächliche, eitle und apologetische Geplauder« betrifft, sei Herrn Thierse ein Blick in die deutsche Literaturgeschichte empfohlen; der Dichter Paul Fleming hatte schon im 17. Jahrhundert geraten: »Man muss eine Sprache nähren und pflegen, man muss ihr helfen, auf dass sie gedeiht!«⁶ Kant gehörte zu jenen, die diesen Rat ernst nahmen.

Hermann Kant wollte die DDR nicht schönerreden, als sie war. Aber er hielt zu ihr. Er begriff sie als Versuch, aus der unseligen deutschen Geschichte auszubrechen. Die erste, unauslöschliche Lektion hatte er in den Ruinen des Warschauer Ghettos verinnerlicht. Davon rückte er nicht ab – sein ganzes Leben lang. Er schrieb: »Ich habe nicht gezählt, wie oft ich gefragt wurde, warum ich bei der Sache blieb, ihr nicht einfach anhing, sondern ihr, wo nötig, voranging. Ich zähle auch weiterhin die Antwort nicht; sie ist gegeben. In hohem Ton: Weil ich die Sache nicht mit dem Makel verwechselte und meinte, ich könnte jene von diesem befreien. Leiser Zusatz, nicht für jeden bestimmt: Und weil ich eine andere Sache weder sah noch sehe.«⁷

Auf dem Waldfriedhof von Prälank, der nur über einen Weg durch den Wald zu erreichen ist, findet man sein unscheinbares Grab: einen großen Findling mit dem Namenszug sowie Geburts- und Sterbejahr. Darauf liegen ein paar Steine. Manche Reisegruppe stand in den vergangenen Jahren davor, und weitere werden folgen.

Unseren kleinen Freundeskreis vermissen wir sehr. Er war von Willi Sitte ins Leben gerufen worden. Schon vor vielen Jahren löste er sich auf, weil die meisten seiner Mitglieder nicht mehr unter uns sind. In der Sammlung unserer Taschenbücher findet sich Kants erster Band mit Erzählungen »Ein bisschen Südsee« aus der BB-Reihe des Aufbau-Verlages. Das Papier ist vergilbt, die Klebebindung hält nicht mehr, die Rückseite des Umschlages und die letzten beiden Seiten haben sich gelöst, Ecken sind umgeknickt und abgestoßen, die Titelseite ist eingerissen … Wir haben darin zu oft gelesen.

Anmerkungen:

1 Mitglieder dieses Freundeskreises waren unter anderen: Horst Kolodziej, Kulturwissenschaftler, er moderierte diesen Kreis bis zu seinem Tod; Hans-Joachim Hoffmann, bis 1989 Kulturminister der DDR, der sich schützend vor die Künstler gestellt hatte; Heinz Kessler, Kunstfreund und ehemaliger Verteidigungsminister der DDR; Ewald Moldt, der als Leiter der Ständigen Vertretung der DDR in Bonn Ausstellungen von Kunst aus der DDR in der BRD vermittelt hatte.

2 Hermann Kant: Okarina. Roman, 2. Auflage. Berlin 2002, S. 15

3 Ebd., S. 373

4 Hermann Kant: Eine Übertretung. Erzählungen. Berlin 1975

5 Zit. n. Ralph Hartmann: Kant und der Allerweltskerl. In: Ossietzky 18/2016, S. 654 f.

6 Zit. n. Daniel Kehlmann: Tyll, Roman. Hamburg 2024, S. 357

7 Aus dem Klappentext des Romans »Okarina« (siehe Anm. 3)

→ Peter Michel schrieb an dieser Stelle zuletzt am 22. April 2026 über die Bildhauerin Emerita Pansowová: »Stein muss Stein bleiben«

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Erschienen in der Ausgabe vom 13.06.2026, Seite 12, Thema

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