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Das Karussell

Mit Rainer Maria Rilke durchs Jahr

Foto: Rattelschneck

Ganz ohne Dach, mit seinem Schatten dreht

schon eine ganze Weile wer durchs Land,

der nicht mehr, wie man sagt, ins Leben fand,

und darum, hieß es einst, auf Trebe geht.

Auf so jemanden ist man nicht gespannt,

auch darum fehlt der Mut in seiner Fresse,

an ihm herrscht allgemein kein Interesse,

nur dann und wann hilft eine Flasche Pfand.

*

Sogar ein Hund ist da, ihm ist es gleich,

wem sich die Wurst verdankt und ob der stinkt,

ob nämlich Herrchen arm ist oder reich.

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*

Und manchmal kommt ein kleiner Vorstadtjunge

mit einem Geldstück in der weichen Hand

und eilt sich, denn Mama ist auf dem Sprunge.

*

Und dann und wann hilft eine Flasche Pfand.

*

Dies ist ein Leben, das nicht mehr gelingt,

und blauer Rauch zieht in die mürbe Lunge,

und Dosenbier klebt taub an rauer Zunge,

wenn sich ein Bündel durch die Tage trinkt –.

*

Und dann und wann hilft eine Flasche Pfand.

*

Und das sitzt da und wartet, dass es endet,

und darbt und friert und muss mal ohne Ziel.

Ein Rot, ein Grün, ein Grau, vorbei, verschwendet,

ein Rest von Leben, dämmernd im Profil –.

Was hier nicht sitzt, das hat sich abgewendet

und zeigt vom Zufall sich sehr gern geblendet,

dass man nicht selbst durch Gottes Arme fiel …

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Erschienen in der Ausgabe vom 13.06.2026, Seite 10, Feuilleton

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