Robert Pfallers Reader »Klare Striche zu wunden Punkten« versammelt Gespräche und kleine Reden (übrigens auch zu Humor und schönen Autos), was den Effekt hat, dass sich dieselben Thesen in je anderen Worten wiederholen.
Und also stehst du da wie ohne Haupt; / da ist bloß Hintern und daran zwei Ohren, / wie man halt ist, ist man »intakt« geboren, / und wie’s der Herrgott schlampig drangeschraubt.
Identitätspolitik ist ja, wenn es drauf ankommt, wer spricht, und da ist es dann egal, wie man’s tut, solange die »Message« stimmt, und werde sie auch fadenscheinig unter Literatursignalen versteckt.
Die Juristen Christoph Möllers und Nils Weinberg haben in ihrem Buch »Öffentliche Kunstfreiheit« eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Eine Behörde kann ein Bild nicht einfach aus dem Verkehr ziehen. Die schlechte: Es gibt keinen Anspruch auf Förderung.
Kaum war nach dem frühen deutschen Ausscheiden die Trainerfrage offen, las ich wieder begeistert jede Zeile: Wie, gemessen an der Weltlage, nichtig! Wie, aus demselben Grund, mitreißend! Das »Virilquatsch«-System Klopp: »›Geil‹ und ›Power‹ sind die Eckpfeiler seines Universums.«
Im Funktionsdress alt vom Rade / steigen und ins Grün am Pfade / durch die Nase, dass es kracht, / rotzen: hättst du nie gemacht. // Um den Hitler nicht zu stählen / mal was halbwegs Linkes wählen / oder, später, mit Bedacht, / Willy: kam nicht in Betracht.
In einem kleinen, zarten Vortrag ging Norbert Elias dem »Fußballsport im Prozeß der Zivilisation« auf den Grund. Wer sich fragt, warum er trotz aller FIFA-Grotesken noch immer an diesem Sport hängt, wird hier fündig.
WER, als ich schrie, hörte mich denn aus der Freunde / Kreis? Gut, da war Mark und auch Enzo, / und zu dritt schrien wir weinend: und ich spürte des Fußballs / stärkeres Dasein. Doch das Schöne war nichts / als des Schrecklichen Anfang, wie es kam von Maradona.
Ganz ohne Dach, mit seinem Schatten dreht / schon eine ganze Weile wer durchs Land, / der nicht mehr, wie man sagt, ins Leben fand, / und darum, hieß es einst, auf Trebe geht.
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Mit dem »Filmerbe« ist es wie mit allen Erbschaften: Man kann sie nur annehmen oder ausschlagen, und was an Kunst »problematisch« geworden ist, kann nur bewahrt werden, wenn das Problem nicht getilgt wird.