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Rudineser Elegie → Mit Rainer Maria Rilke durchs Jahr. Gedicht zeigen. Von Stefan Gärtner

Mit Rainer Maria Rilke durchs Jahr

Foto: Rattelschneck

29.6.1986, WM-Finale, Mexiko-Stadt

WER, als ich schrie, hörte mich denn aus der Freunde

Kreis? Gut, da war Mark und auch Enzo,

und zu dritt schrien wir weinend: Und ich spürte des Fußballs

stärkeres Dasein. Doch das Schöne war nichts

als des Schrecklichen Anfang, wie es kam von Maradona.

Ich bewunderte später, wie er glücklich den Pass schlug,

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uns zu zerstören. Auch dieser Engel war schrecklich,

doch zuvor war das Glück: In mir hör’ ich das Toben

kindlicher Freude, als unser Neuner

den Ausgleich brachte, in diesem Stadion

namens »Azteken-«. Rudi war’s, Völler war’s,

und der findige Stürmer wusste es schon,

dass verlässlich der Ball auf die Friese kam

aus des Strafraums Getümmel. So blieb uns gewiss

die Erinnrung vorm Abgrund, wie ich sie seither

nicht mehr misse: Es blieb mir Rolf Kramer vom Zweiten,

und das Siegtor von Burruchaga,

der Glück am Unglück maß, und so blieb sie und ging nicht.

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Erschienen in der Ausgabe vom 11.07.2026, Seite 10, Feuilleton

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