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Gegründet 1947 Mittwoch, 21. April 2021, Nr. 92
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  • 17.04.2021

    Kinder und Linke

    Wer Kindern sagt / Ihr habt rechts zu denken / der ist ein Rechter / Wer Kindern sagt / Ihr habt links zu denken / der ist ein Rechter.
    Von Erich Fried
  • 10.04.2021

    Wer darf mich übersetzen?

    Amanda Gorman trug was vor, / Die Welt sah zu und war ganz Ohr. / Doch wollt’s wer übersetzen, / Die war nicht jung und war nicht schwarz / Und überhaupt. Die Welt verbat’s ...
    Von Thomas Gsella
  • 03.04.2021

    Sprachlos

    Warum schreibst du / noch immer / Gedichte / obwohl du / mit dieser Methode / immer nur / Minderheiten erreichst.
    Von Erich Fried
  • Keine Schleichwerbung: Besuch ganz in Schwarz aus Gotham City
    20.03.2021

    Gothic

    Ganz in schwarz, / mit lila Strähnen im Haar / und turmhohen / Schnürstiefeln, in denen sie schwamm, / wie ein Sarg auf hoher / See, überquerte sie die Straße.
    Von Florian Günther
  • 13.03.2021

    14. März: Kommunalwahlen in Hessen!

    Ich sitze vorm TV-Gerät. / Der Regionalfernsehmoderator kündigt erste Hochrechnungen an. / Ich bin nicht gern verwaltet von denen, die jetzt das Sagen haben.
    Von Thomas Schaefer
  • 06.03.2021

    Verwerfung

    Wenn wir zur Nacht / Auf ausgeschlissnen Kissen / Uns unsrer selbst anheim sind / Förder Träumens / So bandelt doch ein Moll sich mit uns an.
    Von Andreas Paul
  • 27.02.2021

    Straßenköter

    Wir waren dauernd auf Achse. / Kletterten in Ruinen / herum, machten Stinkefinger / und schlugen uns die Knochen beim / Fußballspielen kaputt.
    Von Florian Günther
  • 20.02.2021

    Ankunft und Ausblick

    Frühling macht uns neugeboren / Und schickt Düfte durch die Straßen; / Unterm Schnee, bekanntermaßen, / Wartet, was der Hund verloren.
    Von Stefan Gärtner
  • 13.02.2021

    Blitzeis

    Er tritt vors Haus und legt sich hin, / Erhebt sich und saust nieder. / Nun denn, sagt er, ein Neubeginn, / Steht auf und legt sich wieder.
    Von Thomas Gsella
  • 06.02.2021

    Rabentod

    Frierend über harschen Schnee / Geh ich um unseren Wandersee / Und mir ist so ahnungsvoll / Wie ich steh’ und um mich seh’.
    Von Peter Wawerzinek
  • 30.01.2021

    Gramsci und ich

    Mit einem Pflasterstein hätte ich / die Elbe treffen können / als ich im Hotel um 0400 erwachte / und sofort was tun wollte / und dann wenigstens Pasolini las / ein Aufsatz über Gramsci.
    Von Franz Dobler
  • Halb so schlimm? Kommt aufs Gedicht an
    23.01.2021

    Babysitter wider Willen

    Der Kleine hatte hohes / Fieber, aber / sie saß in der Küche und trank. // Was soll ich denn / machen? // Gib ihm n Zäpfchen / oder geh mit ihm zum Arzt. / Aber tu irgendwas!
    Von Florian Günther
  • Ohne ihn ist die Welt wüst und leer: Präsidialer Schweineprieste...
    16.01.2021

    Zum Selbstmord Trumps

    Ein erster Nachruf, mit dem Florett gemeißelt.
    Von Thomas Gsella
  • »Dein Bild gerann zum Inbegriff des Trotzdem ...«
    09.01.2021

    LUXEMBURG I

    Rote Rosa, du tote Mutter, Futter der Kanalratten und Zombie / Im kommunistischen Frühling hingehängt in die Klassenzimmer / Von Lehrern, die die Klassen abschaffen wollten endgültig
    Von Andreas Paul
  • 02.01.2021

    Die CDU nach den Vorstandswahlen

    Der Außenseiter Norbert Röttgen / kam nie so richtig in die Pöttgen. / Kaum Charisma und keine Lobby: / Keine Mehrheit gab’s für Nobby.
    Von Thomas Schaefer
  • 24.12.2020

    Mein erstes Fondue

    Blätter fielen von den Bäumen, / und wir fielen in primär / rustikalen Schweizer Räumen / über Schweizer Käse her.
    Von Thomas Gsella
  • »Er nahm den Anblick / mit ins Bett ...«
    19.12.2020

    Der Spanner

    Er saß den ganzen / Tag an seiner / Tür und guckte / durch / den Briefschlitz. // Im Hausflur / liefen sie an ihm vorbei.
    Von Florian Günther
  • 12.12.2020

    Gegenwind

    Das letzte Jahresviertel frommt / wie Gift an spitzer Dorne. / Sein kalter Wind zum Beispiel kommt / fast ausnahmslos von vorne.
    Von Thomas Gsella
  • 05.12.2020

    Zu laut

    Wir waren auf verschiedenen Planeten / Und meinten stets, wir wärn im selben Haus – / Wir waren viel zu laut – im Schrein und Beten / Brach unsre Einsamkeit aus uns heraus.
    Von Rainer Doering