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Ebert, Köster, Rarisch

Foto: IMAGO/Gueffroy
Margot Ebert mit Ehemann Wilfried Ortmann (Berlin, 1987)

Nur einmal sah man ­Margot Ebert in einem Film des WDR. ­Wolfgang Menges »Die Dubrow-Krise« (1968) arbeitete mit Originalmaterial und zeigte, wie sie mit Walter Ulbricht auf einem Ball eine flotte Sohle aufs Parkett legte. Damals war die Ebert eine der beliebtesten DDR-Schauspielerinnen. Das begann schon 1952, als sie zu den ersten Sprecherinnen im Adlershofer Fernsehen zählte. Zehn Jahre später wählten sie die Leser der Berliner Zeitung zum Fernsehliebling. Zuvor hatte sie kleine Filmrollen gespielt und sich an Heinz Quermanns Seite in der alljährlichen Unterhaltungsreihe »Zwischen Frühstück und Gänsebraten« die Herzen der Zuschauer erobert. Bald kamen TV-Schwänke hinzu, wovon die sechs Folgen mit »Maxe Baumann« (1976–82) einen neuen Popularitätsschub brachten. Auch mit Ehemann Wilfried Ortmann, mit dem sie seit einem gemeinsamen Theaterengagement 1947 verheiratet war, stand sie vor der Kamera. Nach 1990 orientierte sie sich um, malte, schrieb ein Buch und gab bei Kolleginnen wie Petra Kusch-Lück und Uta Schorn über ihr Leben Auskunft. Ihr 1994 verstorbener Mann konnte ihr nicht mehr zur Seite stehen, als sie Krebs bekam, und so setzte sie 2009 ihrem Leben ein Ende. Am 8. Juni wäre sie 100 Jahre alt geworden.

In einer Folge der DFF-Serie »Rund um die Uhr« standen sich Margot Ebert als Dacia-Fahrerin und Erhard Köster als Wartburg-Fahrer gegenüber. Dieser »König der Nebenrollen«, der 2007 starb, wäre am Donnerstag 100 geworden. Der gebürtige Riesengebirgler wurde in Dresden zum Schauspieler ausgebildet, brillierte in Erfurt als »Schweyk im Zweiten Weltkrieg«, einer Brecht-Rolle, für die ihn Helene Weigel ans Berliner Ensemble holte. Hier spielte er mehr als drei Jahrzehnte lang oft markante Nebenrollen. Bei Film und Fernsehen ist vor allem sein Tucholsky in dem Film »Carl von Ossietzky« (1963) hervorzuheben. Die populäre Kriminalreihe »Der Staatsanwalt hat das Wort« hob er 1965 mit aus der Taufe und war bis 1984 in einem Dutzend Folgen zu sehen. Zum Star machte ihn aber seine Stimme. So war er 17 Jahre lang das Familienoberhaupt der Reihe »Was ist denn heut bei Findigs los?« im Berliner Rundfunk. Und wie er Poul Bundgaard als Kjeld in der dänischen »Olsenbande«-Reihe mit kleinen Kieksern versah, wurde Kult.

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Auch sie sprach beim Film, wenn es auch nicht ihr Hauptberuf war: Die Meißnerin Ina Rarisch war Schauspielerin, deren Weg in den 40er Jahren von Kabarett und Puppentheater Mitte der 50er Jahre zum gerade gegründeten Defa-Studio für Trickfilme in Dresden führte. Die Rolle der Frau Federkiel sprach die Animatorin 1961 in Jan Hempels aufwendigem Werk »Die seltsame Historia von den Schiltbürgern«. Bald darauf übernahm sie Regieaufgaben, beispielsweise in den Kinderserien um »Hähnchen Gock« (1965–66) und »Puck und Katrin« (1973–80). Ihr Meisterwerk wurde die Adaption nach E. T. A. Hoffmann »Klein Zaches, genannt Zinnober« (1979). Sie starb 2012 und wäre am Donnerstag ebenfalls 100 Jahre alt geworden.

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Erschienen in der Ausgabe vom 10.06.2026, Seite 10, Feuilleton

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