-
03.06.2026
- → Sport
Teuflisch
Einen wunderschönen guten Morgen! Sonnabend nacht (Ortszeit) wurde die 52. Edition der Copa de Campeones de la CONCACAF, der Champions League der Fußballkonföderation von Nord-, Zentralamerika und der Karibik, im Volksmund »Concachampions«, entschieden. Wie zuletzt 2021 kam es zu einem rein mexikanischen Finale. In den Semifinals waren der Los Angeles FC sowie der Nashville SC auf der Strecke geblieben. Die Vancouver Whitecaps von Thomas Müller waren als bestes kanadisches Team im Achtelfinale von den Seattle Sounders 5:1 ausgeknockt worden. Titelverteidiger und Rekordgewinner (sieben Titel) Cruz Azul aus Mexiko-Stadt war im Viertelfinale ausgeschieden. Dafür setzten sich die »Zementarbeiter« gerade in den beiden Finals um die Meisterschaft der Mariachis (Torneo Clausura) gegen die Pumas durch und feierten so ihren zehnten Titel in Mexiko, den ersten seit zehn Campeonaten, und lösten damit Toluca ab, das die letzten beiden eingetütet hatte. Torschützenkönig wurde dort mit 14 Treffern João Pedro Galvão, der bei Atlético San Luis unter Vertrag steht, das sich jedoch nicht für die Viertelfinals der Meisterschaft qualifizieren konnte. Der 34jährige Brasilianer gilt als Idol beim sardischen Cagliari Calcio, das die Serie A jüngst in sicheren Gewässern abschloss.
Das daheim entthronte Toluca stand dafür im Finale der Concachampions und empfing im eigenen Estadio »Nemesio Díez« UANL-Tigres. Toluca hatte den Pott bereits 1968 (kampflos, die einzigen beiden Gegner, Sport Vereniging Transvaal aus dem Surinam und Aurora FC aus Guatemala, waren disqualifiziert worden) sowie 2003 gewonnen, die Gäste erst einmal, 2020. In Mexiko steht es zwischen beiden nach Meisterschaften 12:8. Zuletzt standen sie sich dort in den Finals im vergangenen Dezember gegenüber (9:8 nach Elferballern für Toluca). Auch diesmal war es wieder eng. Die roten Teufel von Antonio Mohamed dominierten klar den ersten Durchgang, nach der Pause waren es die Raubkatzen. Paulinho hatte mit einem Schuss im Fünfer für Toluca die klarste Einnetzmöglichkeit. Dann war es Luis Manuel García, der Toluca mit Glanzparaden in die Verlängerung hievte.
Dort kamen die Scharlachroten zurück. In Minute 104 brachte Jorge Díaz auf Vorarbeit von Fernando Arce (beide eingewechselt) die Teufel mit einem Schuss ins lange Eck mit 1:0 in Führung. Anschließend schossen sie jedoch einen Bock nach dem anderen, die Defensive schlotterte, als stünde ein Tsunami vor der Tür. Zehn Minuten darauf. Freistoß Tigres. Der Argentinier Juan Brunetta schlenzt den Ball aufreizend lässig in den Fünfer, wo Joaquim Henrique abhebt und mit einem brachialen Kopfstoß ausgleicht und die Entscheidung vom Kalkfleck erzwingt. Luis García parierte den dritten Penal von Fernando Gorriarán. Als die Teufel Matchball hatten, hielt Nahuel Guzmán den Tritt von Franco Romero. Held des Abends war einmal mehr García, der den siebten Penalty von Sánchez Purata abwehrte. Toluca qualifizierte sich für den Weltpokal 2026 und die Klub-WM 2029.
Nach dem Abpfiff polierten sich beide Elfen so ein bisschen die Fressen. Kommt vor. In der ersten Halbzeit war Tigres’ argentinischer Tormann Nahuel Guzmán (40) mit homophoben Gesängen bedacht worden. Sein politisches und LGBTQ-Engagement ist legendär. Für den Vizeeuropameister von 2016, André-Pierre Gignac (Tigres, 40) war es mutmaßlich das letzte Finale seiner Karriere.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 3,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
