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Die Teams haben Hunger

Foto: Moritz Müller/IMAGO
Es geht doch nichts über jesidische Friesen: Julian Nagelsmann ist frisch verliebt

Einen wunderschönen guten Morgen! 48 von 104 Matches, die uns um den Schlaf gebracht haben, sind gelaufen. Ich habe alle gesehen. Hatte wie immer bei WM nichts zu tun. Kein Geld, keine Welt. Die Hälfte der 23. WM-Endrunde ist vorbei. Bis auf vier, fünf Teams haben alle technisch hochwertig versierten Fußball geboten, ein weiteres Indiz dafür, dass die Nationen wenigstens balltrettechnisch immer weiter zusammenrücken. Es wird immer schwerer selbst einen sogenannten Außenseiter zu düpieren. Im Mittelpunkt standen bislang ein halbes Dutzend Torhüter. Ich gucke zwar wirklich regelmäßig Fußballspiele rund um den Erdball, bis aus den abstrusesten Ligen, aber so geballt hat man das nur alle vier Jahre, in diesem Fall dreieinhalb, es ist einfach eine Offenbarung. Dass es heuer 48 Teams sind, ist für mich als Sportreporter ein Glücksfall. Viel darf kritisiert werden, wurde es auch, aber die WM läuft, die Pseudoboykottierer haben viel Rauch verkauft. Von Boykotts halte ich gar nichts, ich fand auch den massiven Boykott der Olympischen Spiele 1980 in Moskau falsch, für mich brach damals eine Welt zusammen.

Nach der WM ist vor der WM. Dann wird diese wieder übelst auseinandergenommen werden, und die nächste und übernächste, alles Feind. Der Feind ist aber die FIFA, nicht der Junge oder das Mädchen von nebenan. Der Sport ist nur noch Spielball der Interessen, von zwielichtigen Lobbyisten und anderen Gutmenschen. Wer in Deutschland Topverdiener im Sport kritisiert, verschweigt in der Regel, wie viel er selbst angehäuft hat, und wie wir alle wissen, stinkt Deutschland nur so nach Geld. Damit das nicht so auffällt, werden pausenlos Statistiken bemüht, wie schlecht es den Deutschen denn wirklich gehe. Beispielsweise zickt die böse Wirtschaft, der Export, pipapo. Mir kommen die Tränen. Täglich wird medial verbreitet, bei welchen Discountern wieder Nägel, Keime oder abgestandenes Sperma im Essen waren. An den Supermarktkassen wird das aufgehängt, angebatscht, ist Auflage, lesen tut das Kleingedruckte niemand. Die Menschen kaufen weiterhin Müll, werden verarscht, man nennt es auch Menschenmüll. Mensch und Müll als Symbiose. Kunst ohne Sparkassensponsoren schreibt sich genau so.

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Deutschland hat wieder ein kleines, dickes Müller – nein, Undav. Es geht doch nichts über jesidische Friesen. Was hatte der SV Meppen oder Eintracht Braunschweig, was der FC Bayern nicht hat? Undav. Bei Brighton & Hove Albion kickte er mit Weltmeister Alexis Mac Allister zusammen, nun ja, er war eher ein Minijoker ohne Gewinnausschüttung, im Gegensatz zu Alexis, der zum FC Liverpool wechselte und dort als Tandem mit Mo Salah »The Reds« quasi alleine zum Premier-League-Titel der vorletzten Saison führte. Was Salah in diesem Campeonat leistete, war das beste, was ich je von einem Fußballer gesehen habe, also, nach Kevin Keegan im selben Klub und dann beim Hamburger SV.

Man sieht bei dieser WM Teams mit Hunger, große wie kleine. Laut Brasiliens Italien-Import Carlo Ancelotti gewinnt die WM, wer hinten die Null vergöttert. Spaniens Luis de la Fuente schwört auf das gute alte Mittelfeld. Beide benennen dabei lediglich die Stärken ihrer Teams. Das skandalös beste Mittelfeld der Welt hat jedoch Argentinien, es ist variantenreicher als in Katar. Die Null haben México, Spanien und Argentinien beherzigt. (Ghana wird sich gestern mindestens einen gefangen haben.) Glück auf! P. S.: Felicitaciones, Leo Messi (39)! Gracias, Capitán!

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Erschienen in der Ausgabe vom 24.06.2026, Seite 16, Sport

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