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Jacke wie Hose

Foto: IMAGO/Europa Press
Der Stadt Madrid und der Welt: Florentino Perez (M.) gibt seinen Segen

Einen wunderschönen guten Morgen! Der 79jährige Multimilliardär Florentino Pérez Rodríguez hat am Sonntag die Präsidentschaftswahlen beim Champions-League-Rekordgewinner Real Madrid gewonnen. Seit 2009 ist er Präsident der Merengues, zuvor war er es bereits zwischen 2000 und 2006. Der Unternehmer ist einer der Hauptaktionäre und auch der Chairman des Bauunternehmens ACS. Die Argentinier plündert er zusammen mit Expräsident Mauricio Macri (seit Januar 2020 Executive Chairman der FIFA Foundation) unter anderem durch Mautgebühren aus. Ende 2018 führte diese Männerfreundschaft dazu, dass das Rückspiel im Finale der Copa Libertadores zwischen River Plate und Boca Juniors im Estadio Santiago Bernabéu von Madrid ausgetragen wurde, dem Tempel der Konquistadoren.

Erst zum dritten Mal (nach 2004) hatte Pérez einen Gegenkandidaten, in diesem Fall Enrique Riquelme. Der 37jährige aus Alicante macht seine Penunze mit Sonnenenergie, gerne in Mittelamerika. Pérez hatte versprochen, bei einem Wahlsieg José Mourinho von Benfica Lissabon als Trainer zu verpflichten. Mit dem Erfolg wurde der Vorvertrag rechtskräftig. Riquelme hatte den Mitgliedern versichert, im Falle seines Wahlsiegs hätte bereits Erling Haaland von Manchester City einem langfristigen Vertrag bis 2034 bei den Königlichen zugestimmt. Haalands Vater sowie sein Agent hatten dies vehement bestritten, die Citizens behielten sich rechtliche Schritte vor. 70.000 Mitglieder waren stimmberechtigt, knapp die Hälfte stimmte laut Junta Electoral (Wahlausschuss, jW) ab (»Rekordbeteiligung«), 65 Prozent gaben ihre Stimme Pérez (2004 waren es noch 90 Prozent). Gereicht hätte eine einfache Mehrheit. Es folgt das sechste Mandat hintereinander (bis 2030), das achte insgesamt.

Iker Casillas, Weltmeister von 2010, Exkapitän der »Furia Roja« und von Real Madrid, beglückwünschte Riquelme am Montag für »diese 35 Prozent, geerntet in gerade zwei Wochen«. Während seiner Kampagne hatte Riquelme Casillas sowie Real-Legenden wie Raúl González, Fernando Hierro und Vicente del Bosque als »Teil des Projekts« bezeichnet.

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Steht nun die große Einkaufstour von Pérez und Mourinho an? Nach dem Wahlsieg löschte etwa der französische Innenverteidiger Ibrahima Konaté auf seinem Instagram-Account, dass er Spieler des FC Liverpool sei. Der Wechsel des Niederländers Denzel Dumfries (Federico Dimarco wäre eine bessere Wahl gewesen) von Internazionale Milano ist in trockenen Tüchern. Im Podcast »Horizonte« von Iker Jiménez kündigte Peréz vergangenen Donnerstag an, das größte Kaufangebot in der Geschichte Real Madrids für einen Spieler stehe vor der Tür. Spekuliert wird in den Fachmedien über die Kicker Vitinha, João Neves oder Michael Olise. Wahrscheinlicher ist, dass er damit Weltmeister Julián Álvarez vom Stadtrivalen Atlético gemeint hat, Kostenpunkt: 150 Millionen Euro. Dass sich auch der FC Barcelona darum reißt, sich die Dienste der »Spinne« zu sichern, wird einen Geldhai wie Pérez wohl eher anspornen. Nicht zu vergessen: Die Leihgabe des 19jährigen brasilianischen Megatalents Endrick bei Olympique Lyon ist beendet.

Mourinho möchte zudem in seinen Trainerstab die Klublegende Pepe integrieren, der als loyaler Soldat von José gilt. Álvaro Arbeloa erwies sich dafür als ungeeignet, unter ihm ging es in der Umkleide der Madrilenen drunter und drüber. Unterdessen hat der wiedergewählte Präsident am Montag ein neues Trikot der Königlichen auf den Markt gebracht. Es ist Papst León XIV gewidmet, so der Schriftzug auf dem Rücken der Leibchen. Der nennt sich Löwe, genau wie Argentiniens faschistischer Präsident Milei. Sie bekommen es bereits für läppische 195 Euro. Wenn Sie nicht unten ohne rumeiern möchten: Hose 55 Euro, Strümpfe 25 Euro.

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Erschienen in der Ausgabe vom 10.06.2026, Seite 16, Sport

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