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So nah dran wie nie
Einen wunderschönen guten Morgen! In den Sechzehntelfinals mussten fünf Spiele in die Verlängerung, drei wurden vom Punkt entschieden. Deutschland, die Niederlande sowie der WM-Dritte Kroatien bereuten es, dem guten alten Urlaub den Stress des Scheiterns vorgezogen zu haben. Sie dürfen nächstes Mal wieder mitspielen (falls sie sich qualifizieren sollten). Richtig gemacht haben es eigentlich nur die Italiener. Dolce Vita. Hinterher ist man immer schlauer. Aus der deutschen Todesgruppe hat niemand überlebt. Jürgen Klopp soll nun den Nagelsmann machen. Letzterer hat sich seine Mannschaft von Funktionären und Medien aufstellen lassen und darf jetzt dafür bluten. Wäre einfach zu vermeiden gewesen, mit Heuer Fernandes und Nico Remberg in der Startelf.
Die Belgier hätte es fast gegen den Senegal erwischt. Nun haben sie völlig überforderte US-Boys deklassiert (4:1) und sind sogar im Viertelfinale. Wer hätte das gedacht? Alle Gruppendritten sind ausgeschieden. Auch WM-Gastgeber gibt es keine mehr, jedenfalls nicht auf dem Platz (es sei denn, das Biertoupet kauft in Züri einen Schiri fürs Finale). Die Kanadier waren gegen den WM-Vierten Marokko (0:3) mehr als nur überfordert, Mexiko wurde von zehn unruhevollen Engländern an die Wand gespielt (2:3). Jude Bellingham zeigte sich bestens aufgelegt, schnürte binnen 90 Sekunden einen Doppelpack und kratzte später noch einen Ball von der eigenen Torlinie. Den entscheidenden Treffer markierte Harry Kane per Strafstoß. Jordan Pickford parierte einige Unhaltbare. Es war erst die dritte Pflichtspielniederlage in der Geschichte Mexikos im Aztekenstadion, die ersten beiden Fauxpas geschahen gegen CONCACAF-Konkurrenten.
Norwegen räumte wie erwartet und mit einem sensationellen Braut Haaland auch die Brasilianer aus dem Weg (1:2). Spielentscheidend war die Einwechslung des 22jährigen Andreas Schjelderup (Benfica Lissabon) in der Halbzeit für den Leipziger Antonio Nusa. Der aktuell vereinslose 35jährige Tormann Ørjan Nyland parierte schon nach einer Viertelstunde einen Strafstoß des Carioca Bruno Guimarães (Newcastle United). Das letzte Mal, dass Brasilien einen Elfmeter in einem WM-Spiel nicht verwandeln konnte, ist 40 Jahre her: 1986 scheiterte der gerade eingewechselte Zico, der »weiße Pelé«, an Frankreichs Europameistertormann Joël Bats (PSG). Brasilien war ohne die verletzten Lucas Paquetá und Raphinha chancenlos gegen die Wikinger. Schon 1998 hatte Norwegen den damals viermaligen Weltmeister mit demselben Resultat besiegt. Am Zuckerhut dürfen nun viel Scherben zusammen gekehrt werden. Carlo Ancelotti (67) hat noch einen vierjährigen Vertrag, er sollte sauber machen.
Zwölf Trainer sind bei der WM schon auf der Strecke geblieben. Nach dem Aus gegen Spanien (0:1) trat der Katalane Roberto Martínez als Coach der Lusitaner zurück. Startelf und Wechsel überzeugten nur im tollen Match gegen Kroatien. Der geniale Bernardo Silva (Taktikopfer) und Rafael Leão waren gegen Spanien wieder nur Edelreservisten, ein Knipser wie Gonçalo Ramos durfte sich abermals aufs Nägelkauen beschränken. So scheiden Titelfavoriten aus. Portugal war noch nie so nah dran. Aus im Achtelfinale, eine Schande für dieses talentierte Team. (Übernimmt nun Jorge Jesus bei Portugal?) So ist das, wenn man seine Superstars/Nationalheiligen nicht los wird. CR7 und Neymar Jr. haben ihren Ländern mit ihren Egos einen Bärendienst erwiesen. Aber das Merchandising läuft bestimmt.
Gestern trafen in Atlanta zwei aufeinander, die man einfach nur liebhaben kann. Schade, dass sie nicht im selben Team spielen. Chau Mo, komm nach Miami, Casemiro kommt auch. In Vancouver verabschiedete sich die Schweiz gegen Kolumbien aus dem Turnier. Ab jetzt sind alle acht Nationen Titelfavoriten. Morgen eliminiert Marokko in Boston Vizeweltmeister Frankreich, übermorgen Belgien in L. A. Europameister Spanien, Norwegen kickt am Sonnabend in Miami die Tuchel-Boys aus dem Turnier und das Match zwischen Welt- und Amerikameister Argentinien und Kolumbien in Kansas City wird episch enden, eine Ode an den Wadenkrampf.
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Stella aus Bremen 10. Juli 2026 um 11:31 UhrInteressant. Obwohl Dahlmeyer durchaus Schneid im Formulieren von glosseartigen Texten beweist, trifft er in diesem Artikel aber offensichtlich faktisch den Nagel meilenweit neben dem Kopf. Peng. Wie soll das Match zwischen Kolumbien und Argentinien »episch« werden, wenn Argentinien real aber gegen die Schweiz spielt? Ah. Verstehe. Episch, weil's nicht so stattfinden kann! Im Gegensatz zu seiner Feststellung, dass die Schweiz das Turnier in Vancouver verlassen musste, erledigten die Ricola-Erfinder beim Elferballern Kolumbien mit 4:3. Der Autor schickte somit vor Redaktionsschluss (20h?) seine Kolumne ab, obwohl das Spiel noch gar nicht stattfand, nicht mal angepfiffen war. Dazu legt er eine Dreistigkeit an den Tag, mit der er behauptet, die Schweiz sei raus. Glückwunsch. Der seriöse Journalist darf gern unter seiner nächsten Kolumne eine freundliche Richtigstellung schreiben. Vielleicht macht Dahlmeyer ja seinen Fehltipp sogar zum Thema nächste Woche oder zum Argentinienspiel gegen die Schweiz. Oder schreibt er dann lieber konsequent über Argentinien gegen Kolumbien?
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
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