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Ein Pokal als Tattoo
Meine letzten Unterklassen endeten mit der rauschenden Aufstiegsfeier (zweite Liga) von Energie Cottbus. Eine Woche später war besagter Rausch noch nicht verflogen, was einiges über die Steherqualitäten des Teams in beide Richtungen sagt. Dumm nur, dass ein Finale im Landespokal anstand. Vorsicht, Spoiler … Cottbus war als Aufsteiger natürlich automatisch für den DFB-Pokal qualifiziert, und daher auch als Nachrücker Cottbus’ Gegner im ewigen Kampf um den brandenburgischen Cup. Der war kein geringerer als der VfB Krieschow (mit stummem w), Achter in der Oberliga NOFV-Süd, und schon zum dritten Mal im Finale. Da es »nur« um die Ehre ging, lief Energie im heimischen Stadion mit einer B-Elf auf, Trainer Pele Wollitz beauftragte seinen Kotrainer mit der Seitenlinie und sah sich die Chose von der Tribüne aus an. Aber falsch gepokert. Fünftligist Krieschow schlug zum ersten Mal den Favoriten (2:1) – de facto einen Zweitligisten – und kann sich den Pokal ins Dorfmuseum stellen, zumindest bis nächstes Jahr. Manch einer der Sieger wird ihn vielleicht für immer tragen, als Tattoo.
Alles, was Aufsteiger Energie Cottbus über die Saison richtig gemacht hatte, war bei Erzgebirge Aue, Absteiger aus der dritten Liga, schiefgelaufen. Auf der einen Seite das extreme Vertrauensverhältnis zwischen Präsidenten und Trainer in der Lausitz, wo auch mal Fehler gemacht werden durften. Aber auch Wünsche erfüllt wurden. So wie den älteren Ciğerci-Bruder Tolga als Verstärkung zum jüngeren Spielmacher Tolcay in den Verein zu holen. Gerade im Endspurt zahlte sich dieser Coup aus, denn diese Bruderschaft schoss wichtige Tore zum Aufstieg. Dagegen beherrschten im Erzgebirge systemische Missverständnisse und personelle Fehlentscheidungen bis hin zum Trainerwechsel, der völlig verfehlt war, die Saison. Die sogenannte Kumpelmentalität des ehemaligen Bergarbeitervereins verkam zum 80jährigen Bestehen zur historischen Phrase, war nur noch in der Mannschaft ansatzweise spürbar. Manchmal braucht es keine neue Mannschaft, sondern ein neues Präsidium.
Rostock bleibt als womöglich einziger ostdeutscher Verein der dritten Liga erhalten, natürlich ungewollt. Denn die Hansa schielte lange Zeit gen Aufstieg. Knallhart gesagt, fehlte einfach die Konstanz. An leidenschaftlichen Fans hat es nicht gemangelt. Auch nicht bei Dresden und Magdeburg, die sich für den Klassenerhalt in der Bundesliga feiern lassen durften, auch wenn letztere öfter mal auf der Kellertreppe herumtrippeln mussten.
Lok Leipzig musste schon zum zweiten Mal als Meister der Regionalliga Nordost die Relegation zum Aufstieg gegen einen der anderen Meister austragen, diesmal gegen die Würzburger Kickers aus Bayern. Obwohl diese Ungerechtigkeit zugunsten der südwest- und westdeutschen Verbände seit Jahren besteht, macht einen die Gleichgültigkeit des DFB noch immer fassungslos. Niemand missgönnt einer ewig im Niemandsland darbenden Fortuna Köln den Aufstieg (außer die zwei anderen Kölner Klubs im bezahlten Fußball), aber was ist mit den ostdeutschen Vereinen, die in der dritten Liga (von höheren kaum zu sprechen) total unterrepräsentiert sind? Eine Lösung muss her!
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
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