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Hoch gestiegen, tief gefallen
Das wilde Aufstiegsrennen in der dritten Liga ist immer für Überraschungen gut. So begann auch der dritte Spieltag vor ultimo recht unerwartet. Rot-Weiss Essen, der einzig verbliebene Aufstiegsaspirant an diesem Sonnabend mit reeller Chance, verlor das sicher geglaubte Match gegen die zweite Wahl des VfB Stuttgart mit fünf Toren Unterschied (1:6). Anders gesagt: Die Schwaben machten fußgerollte Maultaschen aus RWE, nichts für Vegetarier. Eleganter Küchenchef war ein Hattrickmagier mit dem klangvollen Namen Jeremy Arevalo. Dem sollte der VfL Osnabrück unter anderem Dank zollen, denn damit standen die Niedersachsen schon vor ihrem Spiel am Sonntag in Wiesbaden als Aufsteiger in die zweite Bundesliga fest. Hurra.
Sonntag, 30.000 Zuschauer, fast 30 Grad, ob mit Haaren oder ohne. Die Partie zwischen dem MSV Duisburg und Energie Cottbus ist der Knaller. Letztere waren von mir schon fast abgeschrieben. Durch zwei Siege in Folge und schwächelnde Rivalen gelang die Rückeroberung von Platz zwei. Dass die Zebras (auf Platz vier) aber die stärkste Heimmannschaft im gesamten bezahlten deutschen Fußball sind, soll sich inzwischen rumgesprochen haben – keine einzige Heimpleite in dieser Saison! Davon lässt sich Cottbus nicht beeindrucken, sondern stürmt nach vorn, eigentlich das Spiel des Gegners – hallo Taktik? Das Tor macht dann der MSV, ein Standard. Das nächste auch. Cottbus versuchte alles, greift aber nur zwei gelbe Karten ab. Mit Kapitän Axel Borgmann und Tolcay Ciğerci, der Seele des Cottbusser Spiels, werden Energie zwei Protagonisten in der nächsten wichtigen Partie fehlen. Zu guter Letzt gelingt in der Nachspielzeit noch der Anschlusstreffer, nach Vorarbeit von Ciğerci durch Erik Engelhardt. Jedes Tor zählt bei dieser an Atemnot grenzenden Enge an der Tabellenspitze: Cottbus punktgleich mit Duisburg, aber mit zwei Toren in Front auf Platz zwei. Osnabrück kann dagegen feiern, durch die Niederlage von Cottbus ist der VfL jetzt auch Meister. Hip, hip, burp, buuurp! Na klar machten die Fans in diesem Wissen am späten Nachmittag in Hessen nur noch Party. Trotzdem oder deswegen drehte der neue und verdiente Meister das Spiel zum 3:2.
Wenig Überraschendes bietet das Ende der Tabelle. Obwohl noch zwei Tage zu spielen sind, stehen alle vier Absteiger fest. Für den TSV Havelse und den 1. FC Schweinfurt 05 geht der Weg, nach nur einjährigem Intermezzo in der dritten Profiliga, zurück in die Regionalligen. Absteiger SSV Ulm, der noch auf den Klassenerhalt zu hoffen wagte, ist nach dem Höhenflug in die zweite Bundesliga nun tief gefallen. Für »Mister dritte Liga«, Pavel Dotchev, vor Wochen als Retter gerufen, geht es zum ersten Mal abwärts aus der dritten Etage. Am härtesten trifft es aber Verein und Anhang von Erzgebirge Aue. Die kleine Vereinsmacht aus dem tiefsten Osten des Landes, die von einer ganzen Region unterstützt wird, hat sich besonders in Bezug auf die verantwortlichen Personalien verkalkuliert. Einsatz und Wille der Mannschaft waren unübersehbar. Was für ein bitterer Abschied im Jubiläumsjahr des 80jährigen Bestehens. Natürlich muss und wird es weitergehen. Glück auf.
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
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