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Vorsicht war geboten

Von Gabriele Damtew
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Das Team von Rot-Weiss Essen mit dem Trikot seines verletzten Torhüters Felix Wienand

Von wegen Frühjahrsmüdigkeit! Im Ostduell zwischen dem Tabellenzweiten aus Cottbus und den wieder als Aufstiegskandidat gehandelten Rostockern war davon nichts zu merken. Die Konstellation von zweitbester Heimmannschaft gegen das zweitbeste Auswärtsteam der dritten Liga versprach Brisanz. Ganz zu schweigen von der noch aus DDR-Zeiten tradierten Rivalität, an der in jüngster Vergangenheit auch eine Personalie ihren Anteil hatte. Den Abschied des Unterschiedsspielers (Trainersprache!) Maximilian Krauß von Cottbus Richtung Rostock begleiteten statt Tränen der Dankbarkeit nur harte Worte, man hatte sich schon im Aufstiegskampf von ihm im Stich gelassen gefühlt. Und keiner kann Bitterkeit besser kommunizieren als Energie-Coach Pele Wollitz!

Auf Gästeseite war ohnehin Vorsicht geboten. Die letzten drei Partien der Hansa gegen Cottbus endeten jedenfalls nicht als Party. Schon daher musste Trainer Daniel Brinkmann auf der Hut sein. Überraschung: Er ließ mit Fünferkette spielen. Geheimwaffe Maxi Krauß, schon zu Regionalligazeiten als der Arjen Robben für Arme bekannt, sollte es mit schnellen Vorstößen in der Offensive richten. Zwei- bis dreimal eilte Krauß mit seinen staccatoartigen Sprints und Dribblings zum Tor, nur die vereinte Energie aus Torwart und Abwehr verhinderte das Schlimmste. Auf der anderen Seite vereitelten die Defensivkünstler von der Ostsee gefährliche Strafraumszenen der Cottbusser. Die Ciğerci-Brüder, beide zum ersten Mal in der Startelf vereint, wurden schon nach 25 Minuten wegen einer Verletzung von Tolga getrennt, was wiederum Tolcay (Energies Unterschiedsspieler) nicht wie gewohnt glänzen ließ. Am Ende erlebten die über 18.000 Fußballseelen im ehemaligen Stadion der Freundschaft ein faires Remis, was jedoch Heimtrainer Wollitz auf die Palme trieb: »Beide hatten Angst, Fehler zu machen. Es geht darum, Punkte zu holen!« Platz zwei bleibt Cottbus dennoch erhalten, wobei sich Osnabrück durch ein 2:0 in Regensburg etwas absetzen konnte.

Für Verfolger Rot-Weiss Essen war es Mitte der englischen Woche zu einem schlimmen Vorfall gekommen. Ein detonierter Böller aus dem Waldhof-Block verletzte RWE-Keeper Felix Wienand so schwer, dass dieser ins Krankenhaus musste. Essen gewann nach langer Unterbrechung knapp mit 1:0. Am Sonnabend fuhr man mit dem dritten Torwart und 1.000 Fans, aber ohne Wienand, zur TSG Hoffenheim II, wo gerade mal gut 400 Zuschauer warteten – die Crux mit den zweiten Mannschaften. In Heimspielatmo holte sich RWE einen 4:2-Sieg, sie hatten für ihren verletzten Torhüter gespielt – und sind jetzt mitten drin im Aufstiegskarussell.

Duster sieht es im Keller aus. Für Aue wäre ein Sieg gegen Aachen Pflicht gewesen, um die Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Die Alemannen kombinierten sich schön durch die Auer Reihen, wo Lars Gindorf am Ende einen Martin Männel im Tor austrickste. Wenig später zog Gindorf aus rechter Position direkt ins linke obere Eck ab, Traumtor! Endstand 1:3 – und viele Tränen in den Augen. Nach dem 80. Jubiläum herrscht Katerstimmung im Erzgebirge.

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