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Aufstiegskampf

Hans-Jürgen Kreische im Januar 2021

Foto: Fotostand/IMAGO
Energie Cottbus feiert den Sieg über den TSV Havelse

Coach »Pele« Wollitz war sauer nach dem Spiel. Dabei hatten seine Cottbusser 3:0 gegen den TSV Havelse gewonnen, und zwar auswärts. Den Verein kennen Sie nicht? Der hatte voriges Jahr immerhin den Aufstieg aus der Regionalliga Nord in die dritte Liga geschafft, mit klarem Vorsprung von 46 Punkten auf Todesfelde (Letzter) und satten 14 vor dem Zweiten aus Emden, schon eher bekannt. Nach einer Saison in der höheren Klasse ist es aber mit der Herrlichkeit schon wieder vorbei, der Abstieg scheint besiegelt. Insofern war der Unmut des Trainers von Energie Cottbus nachvollziehbar, denn im heißen Aufstiegskampf zählt jedes Tor, zumal die direkten Konkurrenten in Sachen Tordifferenz die Treter vorne haben. Wollitz erboste besonders ein aberkanntes Tor, das angeblich Abseits gewesen sein soll, hätte sich jedoch eher über die Chancenverwertung von Ciğerci und Co. aufregen müssen. Denn das Spiel hätte auch gut und gern 6:0 ausgehen können. So mussten die Lausitzer zu wiederholtem Mal auf schwächelnde Rivalen hoffen.

Tabellenführer Osnabrück hatte es gleichzeitig gegen den 1. FC Schweinfurt 05, der sich zu Saisonende wieder in die Regionalliga Bayern verabschieden muss, krachen lassen (4:0). Der siebte Sieg in Folge der Mannschaft mit der besten Defensive, die auch Tore schießen kann. Das sieht nach direktem Aufstieg in Liga zwei aus. »Besser« machte es, aus rein Cottbusser Sicht, Verfolger Hansa Rostock, der schon in der ersten Halbzeit mit 0:2 im heimischen Ostseestadion gegen die überraschend starke Viktoria aus Köln zurücklag. Weder resolute Gegenwehr noch baltischer Rückenwind konnten der Kogge zum Sieg verhelfen (2:3), ein Rückschlag für die Hanseaten.

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Der Westschlager zwischen Rot-Weiss Essen (Zweiter) und dem MSV Duisburg (Vierter) im einstigen Kohlenpott war zumindest tabellarisch gesehen das Spitzenspiel. Die Ultras von RWE boten allerdings die geschmackloseste Choreo ever in Essen mit dem Slogan »Schlachthof Hafenstraße« und abgetrennten Zebraköpfen (Zebras ist bekanntlich der Spitzname der Duisburger). Schon mal was von Artenschutz gehört? Da aber nicht unbedingt die Ästhetik im Fußball gewinnt, reichte das 1:0 der Gastgeber zum vorerst zweiten Platz hinter Osnabrück und vor Cottbus.

Am Sonntag stand noch das Spiel vom SC Verl, dem letzten Player im Aufstiegskreisel, auf dem Programm. Ausgerechnet gegen den SSV Ulm unter Pavel Dotchev, der nie die Hoffnung auf den Klassenerhalt aufgibt, solange der rechnerisch noch vorstellbar ist. Zeitgleich spielte auch der 1. FC Saarbrücken, acht fette Punkte vor Ulm auf dem Nichtabstiegsplatz. Mit 1:0 erzielte Dotchevs Team einen Achtungserfolg gegen den Aufstiegsaspiranten Verl, der auf Platz vier hinter Cottbus zurückfällt. Da aber auch Saarbrücken mit dem gleichen Ergebnis gegen Ingolstadt gewann, bleibt an der Kellertür alles beim alten. Schon am Dienstag wird sich Cottbus gegen 1860 München in der englischen Woche beweisen müssen, während Duisburg gegen Osnabrück Stärke zeigen sollte, um noch mitreden zu können. Am Mittwoch steigt dann die Partie zwischen Verl und Rostock. Letzteres Team könnte bei einer Niederlage in Sachen Aufstieg schon abgemeldet sein.

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Erschienen in der Ausgabe vom 07.04.2026, Seite 16, Sport

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