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Nahostkrieg

Israel weitet Angriffe auf Libanon aus

Beirut. Bei Luftangriffen von Israels Armee im Libanon sind zwölf Menschen getötet worden. Bei den Attacken auf einen Ort in der Bekaa-Ebene im Südosten des Landes am späten Montag abend habe es weitere Verletzte gegeben, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA am Dienstag, ohne eine genaue Zahl zu nennen. Es habe dort mindestens acht Angriffe gegeben. In der Nacht und am Dienstag morgen kam es nach NNA-Angaben zu weiteren Attacken, vor allem im Süden des Landes. Lokale Medien berichteten von Dutzenden Bombardements in verschiedenen Gebieten des Südlibanons. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hatte am Montag abend gesagt, er habe eine Beschleunigung der Militäraktionen befohlen. »Wir werden unsere Angriffe verstärken, unsere Feuerkraft vermehren, und wir werden sie zerschlagen«, sagte er in einer auf dem Messengerdienst Telegram veröffentlichten Videobotschaft.

Auch die Hisbollah griff am Montag nach eigenen Angaben erneut Israel an. Es seien im Norden des Nachbarlandes drei Armeekasernen und ein Militärstützpunkt ins Visier genommen worden, erklärte die libanesische Organisation. Das israelische Militär gab am Montag zudem bekannt, dass am Vortag ein Soldat im Südlibanon getötet worden sei. Damit steigt die Zahl der seit dem erneuten Ausbruch der Feindseligkeiten Anfang März getöteten israelischen Soldaten auf 23.

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Zahlreiche Bewohner aus den südlichen Vororten der Hauptstadt Beirut verließen in der Nacht zum Dienstag aus Angst vor israelischen Attacken ihre Häuser. Bereits am Montag ist es nach einer Zählung der libanesischen Nachrichtenseite L'Orient Today zu einer starken Ausweitung der israelischen Angriffe gekommen. Israelische Kampfflugzeuge haben demnach 76 Luftschläge auf 44 Ziele im Libanon verübt. Außerdem habe es 15 Drohnenangriffe und Artilleriebeschuss auf 25 Orte gegeben, hieß es in dem Bericht. Seit der am 16. April zwischen der libanesischen Regierung – die selbst keine Kriegspartei ist – und Israel vereinbarten Waffenruhe tötete Israels Armee nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO mindestens 608 Menschen. Die Armee ist außerdem noch immer im Südlibanon stationiert, aus dem sie große Teile der Bevölkerung vertrieben hat.

Während Iran darauf besteht, dass das angepeilte Rahmenabkommen mit Washington sowohl den Krieg mit den USA und Israel als auch den Konflikt Israels mit der Hisbollah umfassen müsse, forderte der ultrarechte israelische Finanzminister Bezalel Smotrich Angriffe auf die libanesische Hauptstadt Beirut: »Für jede Sprengstoffdrohne müssen in Beirut zehn Gebäude einstürzen«, erklärte der in der illegal besetzten Westbank lebende Smotrich auf Telegram. Polizeiminister Itamar Ben-Gvir forderte unterdessen die »Eroberung« weiterer Gebiete. (dpa/AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 27.05.2026, Seite 6, Ausland

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