-
10.07.2026, 18:16:49
- → Ausland
Neue Vorwürfe gegen Reform UK wegen zweifelhafter Spenden
London. Gegen die rechte Partei Reform UK in Großbritannien gibt es einem Bericht zufolge neue Ermittlungen wegen undurchsichtiger finanzieller Zuwendungen. Wie die Zeitung The Times am Freitag berichtete, geht es bei den neuen Vorwürfen um Spenden in Höhe von 500.000 Pfund (umgerechnet 587.000 Euro), die die Partei von der Unternehmerin Fiona Cottrell erhalten und nicht korrekt angegeben haben soll.
Die Zahlungen sollen in zwei Tranchen im Vorfeld der Parlamentswahl im Jahr 2024 geflossen sein, bei der Reform-UK-Chef Nigel Farage erstmals als Abgeordneter ins Unterhaus einzog. Der Zeitung zufolge stehen die Spenden im Mittelpunkt von Ermittlungen der Polizei, die bereits seit rund anderthalb Jahren laufen. Ein Polizeisprecher erklärte dazu, dass zwei Menschen in der Sache befragt wurden, dass es aber keine Festnahmen gegeben habe. Die Ermittlungen dauerten an. Reform UK erklärte, dass keine Parteifunktionäre verhört worden seien.
Gegenstand der Ermittlungen ist vor allem, ob die Partei im Zusammenhang mit den Spenden falsche Angaben gemacht hat und ob das Geld tatsächlich von Cottrell stammt. Die 72jährige ist die Mutter von George Cottrell, einem Kryptounternehmer, der 2017 in den USA wegen Betrugs verurteilt worden war. Er pflegt seit Jahren enge Beziehungen zu Farage und bezahlte ihm angeblich mehrmals Sachleistungen, die der Parteichef im Anschluss nicht angegeben haben soll. Farage bestreitet alle Vorwürfe.
Die Zuwendungen von George Cottrell hatte unlängst die Sunday Times aufgedeckt, woraufhin Farage am Dienstag angekündigt hatte, sein Abgeordnetenmandat niederzulegen. Gleichzeitig erklärte er, sich bei einer Nachwahl in Clacton-on-Sea erneut um ein Mandat im Unterhaus zu bemühen. Der Wahlkreis gilt als relativ sicher für Reform UK.
Gegen Farage lief darüber hinaus eine parlamentarische Untersuchung, in der es um eine Spende in Höhe von umgerechnet 5,9 Millionen Euro durch den in Thailand ansässigen Kryptomilliardär Christopher Harborne geht. Nach dessen Rücktrittsankündigung wurde diese Untersuchung zunächst ausgesetzt. Das Verfahren dürfte aber wiederaufgenommen werden, sollte Farage wieder ins Unterhaus einziehen.
Reform UK liegt derzeit in vielen Umfragen in Führung. Bei den Kommunalwahlen in England im Mai hatte die Partei fast 1.500 Sitze gewonnen. (AFP/jW)
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
