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Royal des Tages: Prinzessin Aiko

Von Amelie E. Höcker
Foto: Franck Robichon/Pool via Reuters
Aiko von Japan: Prinzessin soll sie bleiben dürfen, Kaiserin wird sie aber nie (Tokyo, 17.4.2026)

Aiko Prinzessin Toshi von Japan muss voraussichtlich doch nicht den Kontakt zu ihrer Familie abbrechen, wenn sie einen Mann von geringer Herkunft heiraten möchte. Das plant zumindest das japanische Oberhaus mit einer Thronfolgereform, laut der Frauen nach der Hochzeit mit bürgerlichen Männern nicht vom kaiserlichen Hof verstoßen werden sollen. Aiko darf also höchstwahrscheinlich Prinzessin bleiben.

Man könnte fast meinen, der Feminismus hätte im japanischen Kaiserhaus eingeschlagen, wäre da nicht der Rest der Reformpläne. Denn Kaiserin wird Aiko vermutlich nie, obwohl sie der einzige Sprössling ist und dem kaiserlichen Hof der männliche Nachwuchs für die Thronfolge fehlt. Aiko ist nämlich kein Mann und an der Tatsache, dass in Japan Frauen von der Thronfolge ausgeschlossen sind, soll nicht gerüttelt werden.

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Nachschub soll nun durch die Adoption von fernen Verwandten aus dem ehemaligen Hochadel Japans organisiert werden, weil die Auswahl an Männern in direkter Verwandtschaft recht dürftig ist. Aktuell gibt es nur drei Herren, die den kaiserlichen Titel übernehmen könnten, und einer davon ist über 90 Jahre alt.

Der Hochadel wurde in Japan 1947 zu Recht abgeschafft und durch ein gewähltes parlamentarisches Oberhaus ersetzt, nachdem das imperialistische Japan am 15. August 1945 kapituliert hatte. Das einzige Überbleibsel aus der Zeit, in der das japanische Kaiserreich mit den Nazis gegen den Kommunismus paktierte, ist die kaiserliche Familie selbst. Vor dem Hintergrund kann Aiko sich eigentlich freuen, dass sie diese Historie nie als Kaiserin verkörpern muss. Und vielleicht sollte man einer Dynastie, die ohnehin dabei ist, auszusterben, den Gnadenstoß verpassen, anstatt sie krampfhaft am Leben zu halten, indem man die Spielregeln ändert.

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Erschienen in der Ausgabe vom 11.07.2026, Seite 3, Ausland

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