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85. Jahrestag

Polen erinnert an Massaker von Jedwabne

Warschau. Begleitet von Protesten faschistischer Gruppen ist in Polen der Opfer des Massakers an Juden in dem Dorf Jedwabne vor 85 Jahren gedacht worden. Vertreter aus Politik und der jüdischen Gemeinde versammelten sich am Freitag an den Überresten der Scheune, in der Bauern am 10. Juli 1941 etwa 300 Juden zusammengetrieben und bei lebendigem Leib verbrannt hatten. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot präsent, um das Gedenken zu schützen.

Neben dem Massaker in der Scheune waren damals auch etwa 40 weitere Juden in Jedwabne getötet worden. Eine polnische Historikerkommission kam 2003 zu dem Schluss, dass Polen für das Verbrechen verantwortlich waren, angestiftet von den deutschen Besatzern. Zuvor war das Massaker, das kurz nach dem deutschen Überfall auf die UdSSR und dem Beginn der dortigen Mordaktionen der deutschen Einsatzgruppen stattfand, lange Zeit deutschen Tätern angelastet worden.

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Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk, der selbst nicht nach Jedwabne gereist war, erklärte, der Jahrestag sei eine »Lektion« für das nationale Gewissen Polens. »Ich möchte, dass alle Polen die Verantwortung für das übernehmen, auf das wir stolz sind und das wir voll und ganz verdienen, aber dass wir auch in der Lage sind, mit der gleichen Solidarität, die Verantwortung dafür zu übernehmen, das uns nicht zur Ehre gereicht.«

Ultrarechte Gruppen hatten zu einer Gegenkundgebung aufgerufen, an der etwa 1.000 Menschen teilnahmen. Zu den Organisatoren gehörte auch der EU-Parlamentarier Grzegorz Braun von der Partei Konfederacja. (AFP/jW)

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Erschienen am 11.07.2026, Ausland

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