Zum Inhalt der Seite
US-Mittelstreckenraketen

Kommando zurück

US-General: Keine Mittelstreckenraketen in BRD

USA
Foto: U.S Navy/U.S. Navy/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa
Können auch von Schiffen abgefeuert werden: »Tomahawk«-Marschflugkörper (21.3.2026)

Die USA werden vorerst keine Mittelstreckenraketen in der BRD stationieren. US-General und NATO-Oberbefehlshaber Alexus Grynkewich bestätigte am Dienstag abend die Gerüchte, dass die unter Expräsident Joe Biden abgemachte Verlegung eines sogenannten Long Range Fires Battalion in die Bundesrepublik nicht beginnen werde. Auch der von Präsident Donald Trump angekündigte Teilabzug von US-Truppen aus Deutschland nimmt weiter Gestalt an. Grynkewich erklärte, dass die Reduzierung zu einem beträchtlichen Teil über die Rückkehr eines sogenannten Brigade Combat Teams erfolgen werde.

Von Kriegsgegnern sind die Nachrichten positiv aufgenommen worden. »Die Mittelstreckenwaffen hätten kein Mehr an Sicherheit für Deutschland gebracht, sondern das Eskalationspotential mit Russland nur verschärft«, bekundete noch am Dienstag abend auch Linke-Fraktionschef Sören Pellmann. »Die Stationierungsorte wären im Kriegsfall zu Zielscheiben für Angriffe geworden.« Die »Verteidigungsfähigkeit der Bundesrepublik« sei »mit der Bundeswehr als einer der größten Armeen in Europa, durch die nukleare Teilhabe Deutschlands innerhalb der NATO sowie durch die hier stationierten verbündeten NATO-Streitkräfte bereits vollumfänglich gewährleistet«, sagte Pellmann. Ohnehin brauche man »endlich eine Politik der Friedensfähigkeit« und mehr Einsatz für »Diplomatie und internationale Abrüstungsverträge«. Den »im Raum stehenden Kauf türkischer Mittelstreckenwaffen für die Bundeswehr« hält Pellmann nicht für den »richtigen Weg«.

Anzeige

In Berlin sucht man derzeit krampfhaft nach Alternativen für die US-Waffen. Auch die heimische Produktion bringt sich in Stellung. Rheinmetall-Chef Armin Papperger hatte bereits Anfang des Monats Publicity für »Cruise Missiles für Deep-Strike-Operationen« gemacht, mit deren Herstellung im niedersächsischen Unterlüß sein Konzern noch in diesem Jahr beginnen könne. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) brachte am Dienstag den Standort Bayern ins Spiel. Er wolle sich im Bund dafür einsetzen, ein eigenes Mittelstreckenkonsortium mit bayerischen Unternehmen aufzubauen. »Ziel müsste es sein, eine eigene Mittelstreckenraketenstruktur auf den Weg zu bringen«, sagte Söder.

Themen:
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 21.05.2026, Seite 4, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!