Zum Inhalt der Seite
Philippinen

Manila dient sich USA an

Philippinen: Militärmanöver unter US-Hoheit ausgeweitet. US-Basis soll reaktiviert werden

Foto: ZUMA Press Wire/IMAGO
Kriegsvorbereitung ohne uns: Protest gegen das »Balikatan«-Manöver am 1. Mai in Manila

Sie nennen sich schönfärberisch »Balikatan« (Schulter an Schulter) und »Salaknib« (Schild). So lauten die Bezeichnungen für die bis dato größten Militärübungen, die jemals auf den Philippinen stattfanden und noch bis Juni andauern. Darin erproben philippinische Verbände unter Oberhoheit von US-Truppen gemeinsam mit Kontingenten aus Australien, Kanada und erstmalig auch aus Japan Planspiele, um die Schlagkraft neuer Waffensysteme zu testen und das operative Zusammenwirken mit verbündeten Staaten im militärischen Bereich zu proben. Um im »Ernstfall« gewappnet zu sein, Chinas wachsenden Einfluss in der Region einzudämmen.

Auf dem Areal, wo sich einst mit der Subic Naval Base der bedeutendste Tiefseehafen und Ankerplatz der U. S. Navy (7. US-Flotte) in Asien befand, sollen ein Treibstoff- und Munitionsdepot sowie Wartungshallen für militärisches Gerät entstehen, um Nachschubprobleme aus dem nordamerikanischen Festland zu vermeiden. Gegen diese Pläne regt sich allerdings Widerstand seitens einer Vielzahl engagierter Bürgerrechtsorganisationen sowie nationalistisch gesinnter Intellektueller. Die lautesten Stimmen gegen den Kurs der Marcos-jr.-Regierung waren und sind seitens der fortschrittlichen und radikalen Linken zu vernehmen.

Bereits in einer am 12. April veröffentlichten Erklärung des im niederländischen Utrecht ansässigen internationalen Büros der Nationalen Demokratischen Front der Philippinen (NDFP) hieß es, die geplante Anlage in Subic »kommt zu einer Zeit, in der das philippinische Volk unter explodierenden Kraftstoffpreisen, zunehmender Energieunsicherheit und einer sich verschärfenden Krise der Lebenshaltungskosten leidet«. Die im April 1973 entstandene NDFP ist eine Dachorganisation von aktuell 19 Mitgliedsgruppen, die im politischen Untergrund für die Errichtung einer volksdemokratischen Regierung kämpfen.

Anzeige

Das Subic-Projekt, so die NDFP weiter, sei ein Zeichen der »völligen Unsensibilität und kriegsgetriebenen Prioritäten des US-Marcos-Regimes« und diene entgegen den »irreführenden Behauptungen« seitens der Streitkräfte des Landes weder humanitären Zwecken noch der Katastrophenhilfe: »Treibstoffdepots, Munitionsfabriken und Zentren der Waffenproduktion sind Instrumente des Krieges, die errichtet werden, um die Fähigkeit der US-Streitkräfte zu gewährleisten, langwierige Militäroperationen in der Region aufrechtzuerhalten.« In der NDFP-Erklärung wird zudem auf die Risiken hingewiesen, die von eskalierenden globalen Spannungen ausgehen. Und es wird gewarnt, dass Länder, die US-Militärinfrastruktur beherbergen, im Falle eines bewaffneten Konflikts selbst zu Zielen werden.

Die seit 1985 bestehende progressive Dachorganisation Bagong Alyansang Makabayan (»Neue Patriotische Allianz« – kurz: Bayan) verurteilte Präsident Ferdinand Marcos jr. dafür, dass er den Umfang und das Ausmaß der diesjährigen Militärmanöver ausgeweitet hat – und das vor dem Hintergrund »anhaltender Aggressionen der USA in Westasien und der dadurch ausgelösten Wirtschafts- und Energiekrise«. Die Organisation erklärte am 4. Mai, die gemeinsamen Militärmanöver spiegelten »die zunehmende Einmischung des US-Militärs und die unterwürfige Außenpolitik der ­Marcos-Regierung« wider.

Auch die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Minderheit im Repräsentantenhaus und Abgeordnete der linksfeministischen Gabriela Women’s Party, Sarah Elago, bezog klar Stellung: »Die Regierung Marcos Jr. tut so, als würden die Vereinigten Staaten keine Kriege führen. Die Durchführung der bislang größten ›Balikatan‹-Übung mit mehr als 17.000 Soldaten vertieft nur die Verflechtung der Philippinen mit diesen Konflikten und rückt unser Volk an die Front.« Gewiss werde Munition aus Subic auch in Manilas Aufstandsbekämpfungsfeldzug gegen die NDFP verwandt.

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 18.05.2026, Seite 6, Ausland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Pressefreiheit schützen, Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!