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13.05.20264 Leserbriefe
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DGB pfeift auf Merz
Der Kanzler hält eine weitere Kürzungsrede auf dem Gewerkschaftskongress. Das kommt bei den Delegierten gar nicht gut an
Im Gegensatz zu den Bundeskongressen der acht Mitgliedsgewerkschaften des DGB setzt sich der Kongress des Dachverbandes überwiegend aus Hauptamtlichen zusammen. Ans Rednerpult treten vor allem Gewerkschaftsvorsitzende, Vorstandsmitglieder, Leiter von Gewerkschaftsfachbereichen, Gesamtbetriebsratsvorsitzende und andere Funktionsträger. Zuspitzungen der Debatte sind hier unwahrscheinlich; was passiert, ist berechenbar. Aber nun, da der Druck auf die Beschäftigten täglich steigt, wächst auch die Unruhe im hauptamtlichen Apparat der Gewerkschaften. Bei der Rede von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) drückte sich dieser Unmut am Dienstag in Pfiffen, Buhrufen, Gelächter und Daumen-runter-Pappschildern aus. Eine größere Gruppe Delegierter trug rote »Sozialstaatsretter«-Leibchen, die DGB-Jugend T-Shirts mit der Losung »Ausbildungsplätze statt Kriegseinsätze«.
Der Bundeskanzler war am Morgen vor dem Kongresszentrum in Berlin-Neukölln von der gewerkschaftlichen Basisinitiative »Sagt Nein« mit der Banneraufschrift »Merz, stirb doch selber an der Ostfront« empfangen worden. Merz dürfte aber ohnehin verkniffen gewesen sein, denn der Bundeskongress des DGB ist für CDU-Kanzler ein Pflichttermin, bei dem Begeisterungsstürme nicht zu erwarten sind. Und so spulte Merz sein Pensum ab: Das »derzeitige Wirtschaftswachstum von rund einem halben Prozent« sei für »unseren« Wohlstand »einfach zu gering«. Ohne Wachstum gebe es »auch keinen leistungsfähigen Sozialstaat, eine gute Gesundheitsversorgung, eine auskömmliche Rente«, drohte der Kanzler. Die Rentenreform rechtfertigte er mit »Generationengerechtigkeit«. Zur Lage der Jugend verlor er kein Wort.
Von den Vertretern der organisierten Arbeiterschaft erwarte er die »Bereitschaft zu Veränderungen«, denn »nur so werden wir unseren Sozialstaat erhalten können«. Dies werde auch Einschnitte bedeuten: »Jeder wird etwas geben müssen.« Auf einen solchen, beinahe provozierenden Auftritt musste die am Vortag im Amt bestätigte DGB-Vorsitzende reagieren. Sie plädierte für eine gerechtere Lastenverteilung und sagte, dass die Beschäftigten »bereits gezahlt haben«, etwa mit der Senkung des Rentenniveaus und der Verlängerung der Lebensarbeitszeit. Wachstum werde es nicht durch Einschränkungen des Sozialstaats geben.
Auch die anschließende Antragsdebatte nutzten die Delegierten zunächst, um die Rede des Kanzlers zu kommentieren. IG-Metall-Bundesvorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban machte klar, dass das Rentenniveau angehoben werden muss und dass das möglich ist: »Auf den Finanzdruck in den Sozialversicherungssystemen reagieren wir mit der Verbreiterung des Solidarsystems.« Die Gewerkschaften seien Befürworter der Betriebsrente, aber sie dürfe nicht als »Lückenbüßer für in der Rentenversicherung aufgerissene Löcher« dienen. Kommen die politischen Antworten nicht, dann »kommen sie von rechts«, so Urban.
Mehrere Delegierte machten deutlich, wohin die Sparmaßnahmen der vergangenen Jahrzehnte schon jetzt geführt haben. Christian Meyer von der EVG sprach vom Alltag auf Baustellen bei der Bahn, »von Bronzeseilen, die einfach reißen, von Betonschwellen, die brechen, weil rechtzeitige Budgets für Instandhaltung fehlten«. Maike Finnern (GEW) berichtete von Eltern, die notgedrungen Schulen reinigen und von einstürzenden Hörsaaldecken. Dieter Bürk (Verdi) zeigte auf, dass auch im »reichen« Karlsruhe die Schulkindbetreuung nicht durchfinanziert ist. Andere Delegierte kritisierten, was Merz nicht angesprochen hatte: die Besteuerung von Reichen und die seit 30 Jahren ausgesetzte Vermögensteuer, die einst den Ländern zugute kam, das Thema Privatversicherte oder den öffentlichen Dienst. Die Erste Bevollmächtigte der IG Metall Hamburg, Ina Morgenroth, brachte eine weitere Antwort auf die Kanzlerrede ins Spiel, die vorher und später auch von anderen Kollegen angesprochen und in der Basis längst gefordert wird: In die Aktion kommen und »den Arsch hochkriegen«.
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Roland Weinert aus 65366 Geisenheim 13. Mai 2026 um 12:41 UhrDie deutschen Gewerkschaften wie auch die Sozialdemokraten haben den deutschen Ottonormalarbeitnehmer verraten und verkauft, sind sie doch – bzw. ihre Führungsköpfe – Profiteure jenes neoliberal-libertären Kapitalismus Trumpscher Lesart, welchen sie vorgeben zu bekämpfen. 1) Beispiel »Agenda 2010« dieses Individuums Gerhard Schröder (SPD). Niemals wurde in der BRD-Geschichte Otto Normalarbeitnehmer derart entrechtet und den ArbeitgeberInnen zum Fraß vorgeworfen. Wo waren damals die Gewerkschaften? 2) SPD, »Wertekonferenz Gerechtigkeit – Neue und alte Fragen an die Sozialdemokratie«: Dieser Sigmar Gabriel hat das Neumitglied Susanne Neumann vorgeführt in niederträchtiger und widerlichster Weise: https://www.youtube.com/watch?v=frv6S6F-kEI. Ja, das war eines Sozilumpen würdig. Frage: Welche messbaren Resultate zeitigte diese sogenannte Wertekonferenz? 3) Thema Mindestlohn: »Mindestlohn sorgt für mehr Lohn und Beschäftigung«, so im Jahre 2019 der DGB. Nein, gestern wie heute gilt: Der Mindestlohn ist viel zu niedrig, er forciert Lohndumping und (!) zunehmende Ausbeutung und (!) trägt vielmehr dazu bei, dass viele Menschen mehr als einen Job benötigen, um über die Runden zu kommen. Mich wundern solche Gewerkschaftsäußerungen jedoch nicht, denn die Führungsetagen/das Führungspersonal der Gewerkschaften in Deutschland sind sehr eng mit Politik und Wirtschaft verfilzt, zu gegenseitigen Vorteilen. Ruhe ist auch hier die erste Arbeiterpflicht. Und jetzt trat dieser BlackRockMerz beim DGB in die Bütt wie ein Wolf im Schafspelz Und der DGB spielt »Klassenkampf«. Mögen doch bitte einmal ins Verhältnis gesetzt werden die Löhne/Lohnsteigerungen der letzten 10 Jahre von Otto NormalarbeitnehmerInnen zu den Beamtengehältern, Renten-/Pensionserwartungen, Abgaben- und Steuerbelastungen, Lebenshaltungskosten insgesamt, Mietpreis-/Wohnungsangebot-/Arbeitsplatz-Angebot-Entwicklung, DAX-Entwicklung, Renditeentwicklungen usw. Noch Fragen?
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A. Pietsch aus Berlin 13. Mai 2026 um 11:15 UhrWenn das bisschen Hohngelächter, Buhrufe und Pfiffe alles war, was der Bundeskongress des DGB an Widerstand zu bieten hatte, dann sind wir alle aber so dermaßen lost.
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Istvan Hidy aus Stuttgart 13. Mai 2026 um 09:36 UhrDass der DGB auf Merz pfeift, überrascht wenig. Beunruhigender ist, dass Merz offenbar auf den DGB pfeift.
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Onlineabonnent*in Torsten Andreas S. aus B. 13. Mai 2026 um 11:40 UhrAch, wenn’s nur das wäre … Er produziert sich vorne vor Hunderten, die für Millionen dort sitzen. Diese Anwesenden sind nicht Publikum, nicht Personen, sondern Individuen, die für Dutzende von Millionen anhören, was in Zukunft europaweit gegen den Baum gefahren wird. Was denken die Anwesenden wohl? Dasser dümmer is als er aussieht? Dasser umsonst vorstellig wurde? Dasser nich nochmals vonnöten ist? Oder dass es ohne das Recht auf politische Streiks (wie zum Beispiel in Frankreich) nix mehr läuft! – Was meinen wir? Mal zeitgleich bei SPD und DGB nachhaken/nachfragen? Ob diese machtvollen Bollwerke eventuell ahnen, wer wen schneller ins Abseits reißt, in Abgründe, ins Nichts … Ich tippe: Sie werden sich weiterhin eine gegenseitige Hilfe sein.
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
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