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Kriegsgeschrey

Die Marketenderin jedoch zu küssen

Ist nicht erlaubt. Bezahlt wird Brot und Trank

Vom fetten Sold; man schuldet keinen Dank

An die da oben, die es wissen müssen

*

Wie es sich anfühlt wenn die Hosen voll

Von schierer Todesangst sind, wenn man bitter

Das Blut im Maul verschluckt im Stahlgewitter

Wer da noch redet fragt sich was das soll.

*

Die Bomben platzen tief im Hinterland

Und setzen Bomben frei, die wieder streun

Vor Displays kann an bunten Bildern freun

*

Wer sich schon längst versoff den Rest Verstand

Die ganze Welt ist eine Waffenschmiede

Und Panzerung des Ichs verglimmt im Liede.

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Erschienen in der Ausgabe vom 02.05.2026, Seite 11, Feuilleton

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→ Leserbriefe
  • Joachim Seider aus Berlin 2. Mai 2026 um 07:01 Uhr
    Danke für dieses kluge Gedicht!
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.

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