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Faules Ei des Tages: Friedrich Merz

Foto: Markus Schreiber/AP/dpa
Besorgt ob der Eierknappheit in der BRD: Friedrich Merz

Wir müssen jetzt sofort und für immer alle gemeinsam ungleich mehr Eier lecken als jemals zuvor! So klang Friedrich Merz am Donnerstag beim Versuch, seinem Hühnerstall mit einer launigen Videoansprache Disziplin einzutrichtern. Dort hält ihn allerdings nur noch jeder fünfte für das Gelbe vom Ei, woraus der ebenso unbedarfte wie unbeliebte Obergockel offenbar die Notwendigkeit einer Flucht nach vorn abgeleitet hat: Damit »wir ein wohlhabendes Land in Freiheit und Frieden bleiben«, müssten wir »uns alle zusammen anstrengen«. Das würde dem lüsternen Kanzler passen, wenn jetzt alle Eier zeigen.

Dabei geht das faule Ei selbstbewusst mit schlechtem Eispiel voran: vom Eiertanz im Angesicht der Kriegsverbrechen seiner Wertepartner bis zu seinen verbrecherischen Angriffen auf den Sozialstaat, die auf nicht weniger hinauslaufen, als reihenweise Lohnabhängige länger und härter für einen Appel und ein Ei buckeln zu lassen. Inzwischen gleicht sich jede Verlautbarung aus dem Kanzleramt wie ein Ei dem anderen: Für jene, »die fleißig sind«, soll »am Ende des Monats auch etwas mehr übrig bleiben«. Wie üblich kam auch dieses Lippenbekenntnis nicht ohne Rumgeeier aus: »Dafür machen wir dann auch im Laufe dieses Jahres ganz konkret einige Reformen.« Wie ein blinder Hahn auf Körnersuche posierte Merz: Seht her, ich lecke sogar ungelegte Eier. Eieiei.

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Derweil hüten Blackrock-Fritz und seinesgleichen ihre Reichtümer wie die Glucke ihr Ei. Verwiesen sei also auf das Ei des Kolumbus: Unsere Welt geht schwanger mit einer besseren, die wir nur ausbrüten müssen. Würde das deutsche Proletariat mal kollektiv die Eier schaukeln, hätte es seine Herren fix an ihren Eiern. Damit wäre auch die gegenwärtige Eierknappheit überwunden – zumindest figurativ. Im übrigen bin ich der Meinung, dass Friedrich Merz vermehrt Eierstöcke lecken sollte.

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Erschienen in der Ausgabe vom 10.04.2026, Seite 3, Ansichten

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→ Leserbriefe
  • Onlineabonnent*in Franz S. aus R. 13. Apr. 2026 um 16:32 Uhr
    Inspiriert von Martin Sonneborn (04.04.26) kommt bei Niki Uhlmann das Produkt, das der Osterhase ins Nest legt, gleich siebzehnmal vor. Immerhin: Während der Chef der Spaßpartei Erich Honecker und Hitler in einem Atemzug nennt, verzichtet Uhlmann auf politisch schlimme, diffamierende Vergleiche.
  • Onlineabonnent*in Diethelm L. aus S. 11. Apr. 2026 um 11:54 Uhr
    Dieser Macho-Kommentar ist völlig daneben! Wie jeder dieser Art!
  • Onlineabonnent*in Andreas E. aus S. 10. Apr. 2026 um 08:05 Uhr
    Springt die Newcastle-Krankheit doch auf den Menschen über? Dann müsste man das Regierungsviertel zur Sperrzone erklären und alle hätten Stallpflicht … (Zynismus aus)
  • Istvan Hidy aus Stuttgart 9. Apr. 2026 um 19:46 Uhr
    Der Kanzler analysiert. Er wägt ab. Er erklärt. Er relativiert. Er warnt. Kurz: Er denkt. Öffentlich. Ausführlich. Und mit einer Ausdauer, die man sich gelegentlich auch für Entscheidungen wünschen würde. Man könnte fast meinen, wir hätten keinen Regierungschef, sondern einen bestens bezahlten Kommentator im Endlosformat. Einer, der jede Lage treffend beschreibt, jedes Problem sauber einordnet – und danach zuverlässig nichts daraus folgen lässt. Worte werden geliefert, Verantwortung vertagt. Der schwätzende Merz wird dabei zunehmend zum Schmerz einer Lage, die längst mehr braucht als treffende Beschreibungen.
  • Onlineabonnent*in Joachim S. aus B. 9. Apr. 2026 um 19:44 Uhr
    Ehrlich: Geht es auch weniger kindisch?
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